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Aktualisiert am 31.12.2011
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Lexus IS220d Sportline: Sportliche Schale, raues Herz

23.09.2006

pfeil  Technische Daten  

Lexus IS220d Sportline
Auch in der Sportline-Ausstattung verzichtet der IS200d darauf, allzu aufdringlich Muskeln zu zeigen
Doppelpfeil

Ohne Diesel ist kein Erfolg in Europa möglich. Das hat auch Lexus erkannt und bietet als Versuchsballon den IS mit einem 2,2l-Turbodieselmotor an, genau jenem Aggregat, das auch im Toyota Avensis zum Einsatz kommt. Lexus steht für besonderen Antriebskomfort. Unhörbare Achtzylindermotoren haben das Bild der Marke geprägt und mit zwei leistungsstarken Hybrid-Varianten in der GS- und der RX-Serie pflegt man den Anspruch, höchsten Antriebskomfort zu liefern. Der kleine Vierzylinderdiesel passt da nicht ganz ins Bild. Das Verbrennungsverfahren ist im IS besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten immer klar zu erkennen, Nageln und ein vergleichsweise rauher Motorlauf . Auch die Leistungsabgabe kann nicht mit den gewohnten Markenstandards mithalten. Unter 2000 1/min bleibt der Motor schwach, eine deutliche Anfahrschwäche schmälert die Fahrfreude. Zwischen 2000 1/min und 4000 1/min gibt es dann die versprochene Leistung, danach fühlt sich der Motor eher zäh an. Das serienmäßige Sechsganggetriebe ist also kein Modegag, sondern notwendig, um den Fahrspass zu erhalten, der IS200d will geschaltet werden. Die Gangwechsel erfolgen leicht und präzise.

Lexus IS220d Sportline
Das hohe Heck ist gut einsehbar, und läßt mehr Gepäckraum vermuten, als der Lexus tatsächlich zu bieten hat.
Doppelpfeil

Die objektiven Fahrleistungen sind allerdings deutlich besser als der subjektive Eindruck: Den Sprint von 0 – 100km/h erledigt der kleine Lexus in 8,9 Sekunden, die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 215 km/h. Die Sportline-Ausstattung kostet rund 5km Spitzengeschwindigkeit. Ursache ist eine kürzere Hinterachsübersetzung, die die Endgeschwindigkeit zugunsten eines besseren Durchzugs opfert. Damit liegt er knapp unter den Werten eines BMW 320d. Das alles wird mit einem Verbrauch von rund 6,3 Litern auf 100km bezahlt. Wie der Konzernbruder Avensis wird auch der Lexus IS220d mit einem serienmäßigen Partikelfilter geliefert.

Das Fahrverhalten leidet etwas unter dem hohen Leergewicht. Die Abstimmung ist straff, ohne dass der Langstreckenkomfort darunter leiden würde. Ein Sportwagen ist der kleine Lexus allerdings nicht, dazu bewegt er sich nicht leichtfüßig genug um enge Kurven.

Auch die Zuladung wird durch das Fahrzeuggewicht eingeschränkt, sie liegt unter 375kg, Der Kofferrauminhalt von 378 Liter läßt aber ohnehin keine größeren Transport-Aktionen zu.

Lexus IS220d Sportline
Einfach ist besser: Zwei große Instrumente und Bedienelemente ohne Überraschungen
Doppelpfeil

Sonst gleicht der IS220d seinem großen Bruder IS250. Die Platzverhältnisse sind vorne für den Durchschnittseuropäer gut. Hinten sitzen nur Kinder wirklich bequem, für Erwachsene ist der Platz nur auf kurzen Distanzen ausreichend. Die Ausstattung ist gediegen, die Verarbeitung hochwertig, das Ambiente die richtige Mischung zwischen Sportlichkeit und Eleganz. Zwei große, klar und schlicht gezeichnete Rundinstrumente präsentieren alle wichtigen Informationen, alle Schalter sind leicht zu finden, die Bedienungsinstrumente sind ergonomisch angeordnet. Die Ausstattung des IS220d Sportline ist bemerkenswert vollständig, Xenon-Scheinwerfer, dynamisches Kurvenlicht, ein MP3-fähiges Hifi-System mit CD-Wechsler, Regensensor, Tempomat und eine Klimaautomatik sind im Paket enthalten.

Die Sportline-Variante unterscheidet sich von der LuxeryLine besonders durch das serienmäßige Fahrdynamik-Management, wie man es schon vom GS kennt. Dazu gibt es 18"-Räder, ein Sportfahrwerk, Aluminium-Applikationen, Veloursleder-Sitzbezüge und Sportpedale in Aluminium. Diese Sport-Elemente sind allerdings dezent gewählt, der elegant-zurückhaltende Auftritt des IS bleibt erhalten. Der IS 200d Sportline kostet 35.100 Euro.

Wer einen Diesel will, wird also auch bei Lexus fündig, allerdings bleibt der IS250 mit Sechszylinder-Benzinmotor weiter erste Wahl.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach, Toyota )

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