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Aktualisiert am 31.12.2011
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Citroën C4 Picasso HDi 135: Licht und Raum

22.11.2006

pfeil  Technische Daten  

Citroën C4 Picasso EGS6 HDi FAP 135 Exclusive
Die großzügige Verglasung läßt den C4 Picasso elegant und vergleichsweise leicht wirken
Doppelpfeil

Knapp 40.000 Euro kostet die Luxusversion des Citroën C4 Picasso, der EGS6 HDi FAP 135 Exclusive, wenn man ihm alle Zutaten, die die Optionsliste bereithält, gönnt und ist damit fast doppelt so teuer wie das Basismodell. Da passt es gut, dass Citroën den Weg zurück zu alten Design-Tugenden gefunden hat. Der C4 Picasso wirkt elegant, vergleichsweise leicht und eigenständig und hebt sich damit klar vom Nutzfahrzeug-Charakter eines Touran, der angestrengten Sportlichkeit eines Zaphira oder der Blässe eines C-Max ab.

Wie schon in der C4-Limousine hat auch der Picasso ein Lenkrad mit feststehender Nabe, die mit vielen kleinen Schaltern bestückt ist. Natürlich muss man sich erst einmal mit der Bedienung vertraut machen, genau wie man es mit dem neuen Mobiltelefon, dem MP3-Spieler oder der neuen Waschmaschine auch muss. Gegenüber all den iDrives und MMI der Premiumanbieter ist der Lernaufwand allerdings gering und nach kurzer Zeit schätzt man es, dass alle wichtigen Funktionen nur eine Daumenbreite vom Lenkrad entfernt sind. Eine frei konfigurierbare Taste erlaubt es sogar, eine beliebige Sonderfunktion aus der Fülle der Bedienmenüs für den direkten Zugriff zu konfigurieren. Die Instrumententafel in der Mitte liegt gut im Blickfeld: ein klares Layout mit großen Ziffern

Die Platzverhältnisse sind gut. Selbst als Siebensitzer bleibt noch genug Gepäckraum, um die Sporttaschen der zu transportierenden Kinder unterzubringen. Als 5-Sitzer ist der Gepäckraum üppig und auch dem Transportbedarf einer Familie auf der Urlaubsreise gewachsen. Klappt man die mittlere Sitzreihe weg, was mit einem einfachen Handgriff getan ist, erhält man eine Ladelänge von über zwei Metern. Bis unter das Dach geladen, lassen sich fast 2000 Liter unterbringen. Und die dürfen auch genutzt werden: 625kg dürfen maximal zugeladen werden.

Die Vordersitze sind gut konturiert, breit, und mit großen Nackenstützen, die sich mehrfach anpassen lassen, versehen. Die elektrische Verstellung ist einfach zu bedienen und eine Memoryfunktion vereinfacht die Einstellung an versichedene Fahrer. Es mangelt zwar etwas am Seitenhalt, aber sportliche Ambitionen sind beim C4 Picasso ohnehin fehl am Platze.

Die drei Sitze in der zweiten und die beiden in der dritten Reihe sind alle gleich groß. Das beugt Diskussionen mit dem Nachwuchs vor, schränkt allerdings auch den Sitzkomfort ein. Im Vergleich zum recht üppigen Fauteuil in der ersten Reihe sind die Sitze in der zweiten fast schon spartanisch geraten. Sie sind deutlich dünner gepolstert und schmaler, mehr als eine gute Touristenklasse ist das nicht. Zwar erlaubt der Fußraum auch Erwachsenen eine angenehme Sitzposition, aber insgesamt ist dieses Abteil wohl eher für den Nachwuchs entworfen worden. Das gilt erst recht für die dritte Sitzreihe. Sie ist nur für Kinder geeignet, auch wenn der Zugang durch die effizient zusammenfaltbaren Vordersitze sehr einfach ist. Das alles ist aber kein wirklicher Mangel, denn die Zielgruppe der Kompaktvans ist die Familie mit zwei oder drei Kindern, und die bedient der große C4 gut. Kleine ausklappbare Tische an der Rückenlehne der Vordersitze, auf denen ein Buch oder ein Reisespiel Platz finden und ein DVD-System mit drahtlosen Kopfhörern bändigen den Nachwuchs auch bei langen Reisen.

Citroën C4 Picasso EGS6 HDi FAP 135 Exclusive
Die Rückleuchten interpretieren das Design der C4 Limousine neu.
Doppelpfeil

Das Getriebe wird über einen Wählhebel an der Lenksäule gesteuert. Damit ist der Raum zwischen den Sitzen frei. Citroën nutzt ihn für ein klimatisiertes Getränkefach.Viele weitere Ablagen sorgen für Ordnung im Auto. Die in den Vordersitzen werden sogar automatisch beleuchtet, wenn sich ihnen eine Hand nähert.

"Licht" ist ohnehin ein wichtiges Designelement des Autos. Nachts taucht eine Ambiente-Beleuchtung mit vielen Lichterketten das Wageninnere in ein angenehmes Licht und das große Glasdach läßt den Blick auf die Sterne zu. Tagsüber darf die Sonne in das Auto scheinen. Eine geteilte A-Säule verringert den toten Winkel nach schräg vorne, eine kleine D-Säule verbessert den Blick nach hinten. Und nach vorne sorgt eine Panoramascheibe im Busformat mit 70 Grad Sichtwinkel in der Vertikalen, so dass auch in der ersten Reihe die Ampel ohne Verbeugung eingesehen werden kann. Zwei Spots in den Spiegeln beleuchten den Zugang zum Fahrzeug, selbst Kurvenlicht ist bei der teuersten Variante serienmäßig dabei.

Die Vierzonen-Klimaautomatik arbeitet effizient und leise. Die Bedienungselemente wurden an die Außenseiten der Armaturentafel gerückt, wobei der Befahrer nur seinen Bereich einstellen kann. Das Ambiente ist sehr wohnlich geraten. Leder und Holzapplikationen, wie man sie schon aus der C6-Limousine kennt, sorgen für eine angenehme Atmosphäre, recht hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung

Wie bei allen Fahrzeugen dieses Formats ist es mit der Übersicht eher schlecht bestellt. Nach vorne kann man das Ende nur erahnen und nach hinten sorgen die große Distanz zum Heckdeckel und die Kopfstützen der drei Sitzreihen dafür, dass man auch nicht besonders viel sieht. Da ist die Einparkhilfe von besonderem Nutzen. Akustisch und mit Farbmarkierung am stilisierten Fahrzeug auf dem Display wird gezeigt, wie viel Platz noch ist. Um schon im Vorfeld jedem Fehlversuch vorzubeugen, gibt es gegen Aufpreis auch noch ein Vermessungssystem, das im Vorbeifahren Parklücken untersucht und signalisiert, ob der C4 Picasso hineinpasst. Damit gibt es allerdings auch keine Ausreden mehr, wenn der Einparkversuch misslingt.

Citroën C4 Picasso EGS6 HDi FAP 135 Exclusive
Durch die Integration der wichtigsten Bedienelemente in die Lenkradnabe wirkt die Armaturentafel besonders aufgeräumt.
Doppelpfeil

Der Motor hat mit dem recht schweren Wagen kein leichtes Spiel. Oberhalb von 170km/h beschleunigt der HDI nur noch sehr gemächlich, für die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h braucht man eine lange Gerade und eine geringe Verkehrsdichte. Auch von 0 bis 100km/h läßt es der kleine Van eher ruhig angehen, 13,7 Sekunden muss man sich gedulden. Dazu kommt, dass der Motor nicht gerade leise bleibt. Verzichtet man allerdings darauf, zu den schnelleren gehören zu wollen, ist der C4 Picasso ein sehr angenehmes Reisefahrzeug. Immerhin kann er beim Benzinverbrauch glänzen, der Normverbrauch von 6,1l auf 100km ist für ein Fahrzeug dieser Größe ordentlich.

Das serienmäßige automatisierte Schaltgetriebe ist effizienter als die optionale Wandlerautomatik, aber es mindert den Antriebskomfort. Im Automatikmodus wechselt es die Gänge eher behäbig und der Fahrer wird immer wieder genötigt, zustimmend zu einem Gangwechsel zu nicken, zu deutlich und lange wird die Zugkraft zwischen den einzelnen Gängen unterbrochen. Überraschender wächst der Komfort beim Wechsel auf den Beifahrersitz: Da man sich nun nicht mehr auf das Fahren konzentriert, fällt diese Schwäche des Getriebes lange nicht so sehr auf. Im manuellen Modus scheinen die Gangwechsel auch schneller zu gehen, aber der Eindruck täuscht und man erkauft sich diese scheinbare Verbesserung durch den Verzicht auf Bedienungskomfort.

Das Fahrverhalten und der Fahrkomfort sind tadellos. Dazu trägt besonders die Luftfederung an der Hinterachse bei, die den Bodenabstand unabhängig vom Beladezustand konstant hält und eine deutlich weichere Abstimmung als die Standardfederung der billigeren Varianten erlaubt. Obwohl der C4 Picasso auf Komfort abgestimmt wurde, bleiben Wankbewegungen des hohen Aufbaus aus. In guter alter französischer Tradition läßt er sich auch von schlechten Wegstrecken nicht aus der Ruhe bringen und hält die Mängel der bundesdeutschen Straßen gut von den Insassen fern.

Der Citroën C4 Picasso EGS6 HDi FAP 135 Exclusive ist eine Luxusausgabe unter den Kompaktvans, die allerdings ein wenig mehr Antriebskomfort verdient hätte.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach )

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