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Exotische Gaumenfreuden: Berlin
09.10.2006
Berlin gilt unter Feinschmeckern nicht gerade als kulinarische Hauptstadt der Republik. Doch wer Lust hat, über den heimischen Tellerrand hinaus zu blicken, findet nirgendwo eine so breite Auswahl an exotischen Bistros und Restaurants. Eine wahre Fülle von indischen Kleinstrestaurants, Falafel-Outlets und Sushi-Bars bevölkert Berlins Straßen, wobei das generell recht niedrige Preisniveau oft zum Standard des Gebotenen passt. Wir stellen einige ausgewählte Restaurants für hungrige Berlin-Besucher und für experimentierfreudige Hauptstädter vor. Das Amar gehört zu den renommiertesten indischen Restaurants in Berlin. Hier sitzt man im großen, nett dekorierten Innenraum oder - wenn das Wetter es erlaubt - draußen an den Biertischen. Nach den obligatorischen Linsenwaffeln (Papadum) mit interessanten Chutneys empfehlen sich Samosas (Teigtaschen mit Gemüsefüllung) und eines der vielen Curry-Gerichte. Auch wer der Schärfe der indischen Küche mit Respekt begegnet, kommt hier auf seine Kosten. Durch seine recht zentrale Lage und U-Bahn-Nähe bietet sich das Amar auch für eine abendliche Stärkung an, bevor man sich ins kulturelle Getümmel der Hauptstadt stürzt oder mit dem Abendzug vom zwei Stationen entfernten Ostbahnhof aus weiter reist. Am anderen Ende Kreuzbergs bietet das Chandra Kumari die seltene Gelegenheit, die ceylonesische Küche zu testen. Würzige Curries zeugen von der Nähe des heutigen Sri Lanka zum großen Nachbarn Indien, doch kommen hier auch weniger bekannte exotische Zutaten wie junge Jackfruit oder Palmsirup auf den Teller. Weitere wichtige Zutaten für die oft leicht säuerlich abgeschmeckten Speisen sind Kokosmilch und Kokosraspeln. Entscheidungsunfreudigen bieten Thalis (Teller mit mehreren Gerichten) für eine oder mehrere Personen einen guten Querschnitt durch die Verlockungen der Speisekarte. Ein weiterer Pluspunkt: Die meisten Zutaten - insbesondere Fleisch, Milchprodukte und viele Gemüsesorten - stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, was sich auf die Qualität des Essens, dabei aber kaum auf den Preis auswirkt. Eine Reservierung für das kleine, beliebte Restaurant ist dringend zu empfehlen. Am Prenzlauer Berg (Knaackstr. 4) gibt es eine Filiale. Auch das kleine ostafrikanische Land Eriträa, bislang ein weißer Fleck auf der kulinarischen Weltkarte, hat einiges zu bieten, wie das Massai am Prenzlauer Berg zeigt. Die wichtigste Zutat ist Injera, ein pfannkuchenartiges Sauerteigbrot aus dem ostafrikanischen Teff-Getreide, mit dem man delikat gewürzte Linsen- und Bohnenpürees, Kohl- und andere Gemüsegerichte auflöffelt. Wer die Exotik auf die Spitze treiben will, bestellt Fleisch vom Zebra, Springbock oder Krokodil. Außerdem gibt es eine Reihe westafrikanisch inspirierter Gerichte mit Kochbananen, Erdnusssauce oder Fufu (Cassava-Püree). Kaffeeliebhaber(inne)n bietet das Massai an Wochenenden ein besonderes Erlebnis: Bei der Kaffeezeremonie werden die Bohnen frisch geröstet und aufgebrüht. Nicht weit vom Tiergarten, der Siegessäule, dem Regierungsviertel und dem Spreeufer entfernt liegt das Restaurant Angkor Wat. Kambodschas Nachbarschaft zu Thailand und Vietnam weckt in kulinarischer Hinsicht Erwartungen, die hier in Erfüllung gehen. Aus der vietnamesischen Küche kennt man die köstlichen Reispapiergerichte, aus der Thai-Küche die scharfen Curries mit Kokosmilch, Zitronengras und frischen Kräutern. Eine besondere Spezialität des Hauses ist das kambodschanische Fondue mit Garnelen, Fleisch und Gemüse. Neben der Hauptkarte gibt es hier eine zweiseitige vegetarische Karte. Wer nach einer der duftenden Suppen und dem üppigen Hauptgericht noch Lust auf mehr hat, sollte sich als Dessert eine Portion schwarzen Reis mit Kokosmilch und Palmzucker bestellen. Amar Massai Chandra Kumari Angkor Wat
(Text: Falko von Ameln )
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