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Aktualisiert am 31.12.2011
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Korsika: Der Berg im Meer

16.11.2006

Korsika
In dem Naturschutzgebiet von Scandola, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde

Schon die Griechen nannten die Insel "Kalliste", die Schönste. Korsika, "der Berg im Meer", ist eine Sammlung aller Schönheiten der Welt. Seine Geschichte ist mit jener aller großen Länder des Mittelmeers verbunden. Dennoch hat es eine eigene Identität und Kultur, die - obwohl sie von anderen Kulturen beeinflusst ist - besondere Aspekte hat und von erstaunlicher Vielfalt ist. Korsika, die lichterfüllte und gastfreundliche Insel, ist zu allen Jahreszeiten ein Ort der Begegnung, des Erstaunens und Entzückens.

Bevor man die Umrisse seiner Ufer entdeckt, erscheint Korsika vom Meer aus wie eine Folge von - oft eingeschneiten - Gipfeln. Es ist mit 680 Metern Höhe durchschnittlich die höchste Insel des Mittelmeers. Eine richtige Alpenkette gipfelt bei mehr als 2700 Metern in den Monte Cinto und ungefähr 40 Gipfel sind mehr als 2 000 Meter hoch. Die Insel, die stark durch geologische Formationen und Erosion geprägt ist, charakterisiert sich durch spitze Gipfel, die in den Himmel ragen, weiße Bergkuppen, vom Wind bearbeitete Bergspitzen, Schluchten und prächtige Talkessel sowie grüne Bergkämme. Die Insel ist eine Welt aus Seen, Strömen, Wasserfällen und Bächen voller Forellen.

Alle Landschaften der Welt

Diese Berge haben lange Zeit den Einwohnern, die durch ausländische Eingriffe bedroht wurden, als Zufluchtsort gedient. Dadurch entstand ein richtiges Bergleben, in dessen Mittelpunkt der Schäfer stand, das Symbol der Insel. Heute sind sie von Almen- und Wanderwegen überzogen. Doch diese Berge haben nie vergessen, dass ihre Füße bis ins Wasser reichen. Korsika hat immer schon von seinem Küstenreichtum und seiner Küstenschönheit gelebt.

Korsika
Place Gaffori in Corte, der ehemaligen Hauptstadt Korsikas

Mit seiner 1 047 Kilometer langen Küste ist Korsika der Inbegriff aller Uferlandschaften der Welt: tiefe, mit duftendem Buschwald umgebene Meerbusen, weiße Klippen, die schwindelerregend steil sind, rotes und ockerfarbenes Vorgebirge, geheimnisvolle Buchten, die Maupassant begeisterten, Strände mit goldenem Sand, Dünen mit seltener und einzigartiger Vegetation.

Antoine de Saint-Exupéry, der viele schöne und grandiose Landschaften überflogen hat, schrieb im Frühjahr 1944 nach der Rückkehr einer Mission, die seine letzte sein sollte: "Korsika. Meine Augen hingen an seinen wunderschönen Meerbusen, seinen Stränden, seinen geheimnisvollen Buchten, seinen spitzen Hügeln voller Schnee, seinen Wäldern, seinem mysteriösen Buschwald, seinen Kaskaden und seinen tausend Wegen fest."

Der Ursprung der Inselbewohner ist mehr als 9 000 Jahre alt. Die Megalithkultur war damals auf der Insel sehr verbreitet. Dolmen, Menhire und bemerkenswerte Figuren aus Stein wie in Filitosa zeugen davon. Später errichteten Phöniker, Karthager und Griechen Handelsniederlassungen an der Küste und rodeten die Wälder, vor allem den von Tartagine, um ihre Boote zu bauen. Ab dem 3. Jahrhundert vor J.Chr. gründeten die Römer Städte wie Aléria. Korsika belieferte Rom mit Öl, Wein und Austern.

Jahrtausendalte Geschichte

Nach der Zeit der Vandalen und Byzantiner wird das Korsika des Mittelalters durch eine päpstliche Anordnung Pisa unterstellt. Auf der Insel werden Kirchen, Kapellen, Klöster und neue Dörfer gebaut. Genua wird auf die Insel aufmerksam und erobert sie Ende des 18. Jahrhunderts. Um ihre Spuren zu hinterlassen, erbauen die Genueser die wunderschönen Meeresfestungen: Calvi, Bonifacio, Bastia, Saint-Florent, Porto-Vecchio, Ajaccio. Wege werden gebaut und die wunderschönen gotischen Brücken. Etwas später errichten sie die großen Küstentürme, um die Insel vor Angreifern zu schützen. Der Anbau von Wein, Oliven- und Kastanienbäumen entwickelt sich schnell.

Korsika
Das Dorf Speloncato

Doch die Macht von Genua ist umstritten und die Revolten sind zahlreich, zumal die Spanier und Franzosen mehrmals versuchen, die Insel zu erobern. Im Jahr 1567 billigen die Genueser der Insel einen Sonderstatus zu. Der Friede kehrt für eineinhalb Jahrhunderte ein. La Balagne wird wie ein Garten gepflegt und die Meeresfestungen werden zu betriebsamen Häfen. Barocke Kunst ist selbst im kleinsten Dorf zu finden, in denen Bruderschaften herrliche Kapellen erbauen, die mit wunderschönen Gemälden verziert sind

Im 18. Jahrhundert strebt Korsika unter dem Einfluss einer großen Persönlichkeit der Insel, Pascal Paoli, nach Unabhängigkeit. Es prägt eigene Münzen, gründet eine nationale Druckerei und eine Universität in Corte. Doch der junge Staat ist nicht in der Lage, Steuern einzuziehen, Recht zu sprechen und eine Armee aufzustellen. Genua bittet Frankreich, bei der Verwaltung der Insel zu helfen. Im Jahr 1769 wird Napoléon Bonaparte in Ajaccio geboren. Nach den revolutionären Unruhen bindet die Insel Korsika ihr Schicksal an das Frankreichs. Ihre Kinder nehmen aktiv an den Ereignissen und dem Schicksal der Nation teil. Viele lassen ihr Leben. Die Auswanderung und das Blutbad der Kriege lassen die Dörfer verwaisen. Doch die Korsen halten an ihrem Kulturreichtum und ihrer Inselschönheit fest.

Ein außergewöhnliches Kulturerbe

Die Fauna und Flora auf der Insel ist die reichste im ganzen Mittelmeerraum. Die Pinienwälder von Laricio sind unvergesslich, die Düfte des Buschwalds, die Bergblumen, die Dünen und die Insel und Inselchen, die um Korsika liegen. Und was soll man erst über die Raubvögel sagen, die an den Klippen von Scandola fliegen und zum Weltkulturerbe der Menschheit gehören, den Mufflon auf den Spitzen des Bavella und die großen Wandervögel, die auf den Teichen an der Ostküste Zwischenstopp machen. Der Nationalpark und das Küstenkonservatorium bieten auf einem Drittel der Insel und einem Großteil der Küste botanische Spaziergänge und Beobachtungsmöglichkeiten von Vögeln und anderen Tieren an.

Und wie durch Zufall führen die kleinen Wege und einige Straßen zu einem Schafstall, einer alten Mühle, einer Brücke aus der Zeit der Genueser, einem Turm oder einem kleinen Fort am Rande des Meers, einer richtigen Flotte, einem Leuchtturm, einer Pisaner-Kapelle, einer barocken Kirche oder einem Viadukt von Gustave Eiffel oder natürlich zu dem einen oder anderen der 365 Dörfer der Insel. Das sind wunderschöne Etappen. Die Dörfer liegen auf der Höhe, auf Felsen, auf Bergkämmen und erlauben weite und herrliche Ausblicke. Sie sind gerade so groß, dass sich die Bewohner untereinander kennen, und dass sich in ihnen ein soziales, kommerzielles und kulturelles Leben organisieren konnte. Dort findet man die besten Käsesorten, die besten Wurst- und Backwaren. Jeder kann an den Liedern und Tänzen teilnehmen.

Korsika
Detail der San-Tommaso-Kapelle (15. Jahrhundert), in der Region Castagniccia

Der Insel ist es gelungen, Vergangenheit und Modernität zu vereinen wie die Festivals "Mediterranes Kino" (im November), "Musicales" (im Dezember) in Bastia, "Jazz" (Juni), "Vent" (Oktober) in Calvi, "Polyphonie" (Juli) in Balagne, "Rire" in Sartène und die großen Museen in Corte und Ajaccio beweisen. Das Museum der Ethnografie in der alten intellektuellen Stadt der Insel umfasst 3 000 Gegenstände, Werkzeuge, Instrumente, Kleider und erinnert an die Geschichte und das Alltagsleben vor vielen Jahrhunderten. Das Museum Fesch, das Erbe des berühmten Onkels von Napoléon, bietet Kunstliebhabern eine der weltweit schönsten Kollektionen von italienischen Primitiven: Botticelli, Tura, Boccati und einige Meisterwerke aus den jüngeren Epochen.

Das Paradies der Wanderer

Die Ankunft der großen, manchmal sehr schnellen, weißen Schiffe, die von Marseille, Toulon, Nizza, Genua und Livorno aus die Insel anfahren, beweisen, dass Korsika der Lieblingsort von Wanderern, Bergsteigern, Wassersportfans (Fluss oder Meer), Tauchern, Radfahrern, Drachenfliegern, Reitern und im Winter von Skifahrern ist.

Korsika
Die über den Kalkklippen gelegene Stadt Bonifacio (Südkorsika)

Große Sportveranstaltungen finden das ganze Jahr über statt: "Tour de Corse automobile", "Corsica Bike", "Tour de Corse en canoë-kayak", "Corsica Raid Aventure", etc. Vor allem die Jungen und weniger Jungen und Personen aller Sportniveaus führt es auf die Wege der Einsamkeit und Schönheit. Die meisten Wege sind leicht und gut ausgeschrieben, nur der GR 20 verlangt mehr körperliche Anstrengung.

Reitzentren, wie der Club des Deux-Sorru bieten unvergessliche Ausritte von ein oder mehreren Tagen an. Sie führen zu schönen Seen mit Unterkunft in kleinen Hütten. Und was soll man über die herrlichen Häfen und die Traumankerplätze sagen, die die kleinen und großen Segelschiffe empfangen.

Korsika, dieser kleine Zipfel Frankreichs im Mittelmeer, ist mit seinen Einwohnern, seiner Tradition und Gastfreundschaft, seiner Landschaft, Natur und Kultur eine Insel der Entdeckung und des wahren Glücks.

Informationen:
Korsisches Verkehrsbüro:

(33-4) 95 51 77 77

(Text: Label France / Jean-Marie Homet)
(Fotos: Korsisches Verkehrsbüro)

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