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Biennale Bonn: Bonn:Indien 2006
09.05.2006
Die Biennale Bonn:Indien 2006 bietet eine spannende Auswahl indischer Kunst. Theater, Literatur, Tanz lassen die Eindrücke von Indien wie in einem Kaleidoskop zu immer wieder neuen Bildern ineinander fließen. Das Festival öffnet „Neulingen“ Indien und gibt „alten“ Indienliebhabern neue Einblicke. „Auf der Suche nach Indien“ ist nicht nur der Titel einer Lesung aus Werken R. Kiplings und E. Forsters, sondern scheint auch das Motto der künstlerisch Verantwortlichen für die Biennale Bonn zu sein. Die Vielfalt, die Geschichte, die Widersprüche des Milliardenvolkes schlagen durch auf die Themenauswahl, auf die Auswahl der Formensprache. Gefunden wurde eine Vielfalt an Gegensätzen, die sich auch zu Paaren zusammenfinden.
Die Auseinandersetzungen mit „Tradition und Moderne“, klassisches Thema der Annäherung an Indien, ziehen sich wie ein roter Faden durch Theater- und Tanzstücke. Musikveranstaltungen und Politiksymposien, sozialkritisches bengalisches Theater und Urdu-Theater hinterfragen die Rolle der Geschlechter. Die aktuellen Spannungen, die durch religiöse Traditionen entstehen, wie auch der konstruktive Umgang mit ihnen, stehen im Mittelpunkt verschiedener Theaterstücke. Eines der großen Themen, die Hingabe an Gott, findet Raum in einer Lesung aus Rumis Werken - ein islamischer Mystiker des 13. Jahrhunderts - sowie der Tanzaufführung „Bhakti“, eine hinduistische Form der Gottesliebe. Die Wahrnehmung des „Westens“, vor allem der britischen Kultur, durch Indien findet sich wieder in diversen Theateraufführungen, die mit indischer und westlicher Formensprache und Formaten spielen. Das Stück „Othello“ handelt von einer Theatergruppe, die Shakespeares Tragödie aufführen will und wo die Hauptrolle wider Erwarten von einem Inder besetzt wird.
Die Wahrnehmung „Indiens“ durch den Westen spiegelt sich in diversen Kunstausstellungen und herausragend in der Oper „Satyagraha“ von Phil Glass, die sich mit Mahatma Gandhis Leben in Südafrika auseinandersetzt. Zwölf Theatergruppen, fünf Tanzproduktionen, eine Oper, vier Lesungen, fünf Konzerte und drei DJ-Sets laden das Publikum ein, sich der Vielfalt Indiens zu nähern. Fünf Ausstellungen in Kooperation mit Bonner Museen setzen sich mit Indien auseinander ebenso wie zwei Podiumsdiskussionen und ein zweitägiges Symposion in Kooperation mit der Universität Bonn. An mehreren Abenden werden zudem indische Dokumentar- und Spielfilme gezeigt.
(Text: Sangita Popat ) |
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