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Aktualisiert am 31.12.2011
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Jaguar X-CF: Neue Rasse

08.01.2007

Jaguar X-CF
Audi, Bentley, und jetzt auch Jaguar: ein großer Lufteinlass dominiert die Front
Doppelpfeil

Die auf der North American International Auto Show in Detroit gezeigte Studie C-XF einer viertürigen Limousine gibt die Design-Richtung für künftige Sportlimousinen aus dem Hause Jaguar vor. Nach Jahren der Stagnation und Mutlosigkeit im Hause Jaguar wagt man nun endlich den Bruch mit dem Retrodesign.

Sportlimousinen dürfen wieder ein aggressiveres Gesicht zeigen. Der schwarz verchromte Kühlergrill im Bug des C-XF, zurückversetzt in einer tiefen Aussparung., ähnelt dem Einlass eines Jet-Triebwerks und gibt reichlich Überholprestige. Auch bei den Frontscheinwerfern lösten sich die Designer von dem angestaubten Stil der letzten Baureihen. Anstelle des für die aktuellen Limousinen bindenden "Vieraugen"-Themas wählten sie einteilige, keilförmige und eckig geformte Einheiten. Ein zwischen den einzelnen Birnen gespannter blauer Lichtstreifen lässt an die Pupillen einer Katze denken. Unterhalb der Linsen ist im Stil einer Tätowierung ein springender Jaguar in vereinfachter Form dargestellt. Das Motiv wird auf den Einstiegsleisten der Türen und im Profil der Pirelli-Reifen wiederholt.

Jaguar X-CF
Eine lang gestreckte, gerade ansteigende Gürtellinie gibt der Seitenlinie Dynamik
Doppelpfeil

Eine ununterbrochene Schulter, die unterhalb der Seitenfenster entlang führt und in einem markanten Muskel über dem Hinterrad ausläuft, bildet die Haupt-Charakterlinie des Jaguar C-XF.Oberhalb der Schulterpartie sitzt eine flache, sportliche Kabine mit Zierstreben aus Aluminium, die die Fenstergraphik betonen. Sie unterstreichen die Coupé-artige Dachlinie des C-XF. Die in einem weißen Keramik-Finish gehaltenen seitlichen "Lüftungskiemen" bringen sportliche Attribute in die Seitenlinie des Fahrzeugs. Am Heck des C-XF geht die stark akzentuierte Schulter von der C-Säule in ein gedrungenes und betont verjüngendes Heck über. Hier paaren sich traditionelle Jaguar-Stilelemente mit einem Diffusor, der die Haftung bei höheren Geschwindigkeiten deutlich erhöht.

Für eine Sportlimousine muss die Betonung auf maßgeschneiderter Qualität anstelle von üppigem Luxus liegen. Die gewichtsoptimierten, skulpturartig geformten Schalensitze sind mit Semi-Anilin-Leder bezogen. Sie wirken sportlich, bieten aber dank ihres gepolsterten Lendenwirbelbereichs und spezieller Belüftungskanäle sehr guten Komfort. Auch die hinteren Passagiere nehmen in Einzel-Sitzschalen Platz. Da kein gemasertes Leder für die Sitze verwendet wurde, sehen diese aus, als wären sie mit Neopren überzogen. Zudem sind sie ohne sichtbare Steppnähte gefertigt. Tatsächlich ist im gesamten Innenraum des C-XF keine einzige Naht zu sehen, so dass der Eindruck entsteht, als sei er komplett in Leder gehüllt. Zwischen den Sitzen verläuft ein hoher Mitteltunnel. Hauptaugenmerk des Interieurs ist das aus gebürstetem Aluminium gefertigte Armaturenbrett, das sich mit einer linearen Grafik rund um die Kabine zieht und so Geschwindigkeit suggeriert. Als Gegengewicht zum kühlen Aluminium fungieren Dekore in Holz. Teile der Türinnenverkleidungen und des Mitteltunnels sind mit geflammtem Pappelholzfurnier verkleidet.

Jaguar X-CF
Die besondere Art der Lederverarbeitung sorgt für nahtlose Eleganz
Doppelpfeil

Vier unsichtbar in den Türen versteckte Sensoren reagieren, wenn eine Hand über sie streicht. Dann fahren zuvor verdeckte Türgriffe aus - und sind einsatzfähig. Ein fünfter Sensor befindet sich im Armaturenbrett und reagiert auf eine sich nähernde Hand mit der Freigabe eines Infotainment-Monitors, der bündig in der vorderen Aluminiumverkleidung sitzt. Als nächstes dreht sich der mittlere Teil des Instrumentenbretts um 90 Grad und gibt einen so genannten Dual View-Monitor frei, der verschiedene Darstellungen für Fahrer und Beifahrer anzeigt. So kann zum Beispiel der Beifahrer einen DVD-Film sehen, während der Pilot den Befehlen des Navigationssystems folgt. Das von Alpine entwickelte Dual View-System nutzt ein Bild-Trenngitter, das Licht separat in die einzelnen Sehkanäle für Fahrer und Beifahrer leitet. Es verwendet einen amorphen TFT-Silikonmonitor im 7-Zoll-Format (17,7 Zentimeter).

In der Heckablage und im oberen Bereich der Instrumententafel sind optisch sehr ansprechende Lautsprechergehäuse im Katzenaugen-Design.

Der Anlassvorgang des Motors beginnt mit dem auf dem Mitteltunnel platzierten roten, pulsierenden Starterknopf. Beim Druck auf die Taste weichen konzentrisch geformte Aluminium-Ringe nach unten und zur Seite und geben so den Wählhebel des Sechsstufen-Automatikgetriebes frei. Springt der Motor an, beginnt eine kleine Light-Show: Ein blauer Lichtring dringt aus der Mitte der Instrumententafel und dehnt sich über den gesamten Innenraum bis zu den Rücksitzen aus. Zusätzlich taucht eine im Dachhimmel integrierte elektro-lumineszente Konsole den Fahrgastraum in ein gedämpftes blaues Licht. Auch von außen wird der Startvorgang signalisiert - durch das Aufflammen eines blauen Lichts aus dem Bereich des Kühlergrills. Hinter dem Einspeichen-Lenkrad mit "schwebenden" Schaltwippen liegt ein Kombiinstrument. Die Hauptanzeige - der Drehzahlmesser - ist mit horizontalen Linien unterlegt, so dass der Eindruck eines künstlichen Horizonts entsteht. Die Anzeigen reagieren auch auf die vom Fahrer angeschlagene Gangart: Schaltet er das Getriebe in den sportlichen Dynamic-Modus, fährt der Drehzahlmesser wie die lange Linse einer SLR-Kamera weiter vor.

Jaguar X-CF
Karbonummantelung statt Kabelsalat. Der C-XF braucht keinen Plastikdeckel über dem Motor.
Doppelpfeil

Unter der Motorhaube werkelt der 4,2-Liter-V8, der mit Kompressor-Unterstützung auch schon im Jaguar XKR für Schub sorgt. Im C-XF leitet der Motor rund 420 PS und schöpft bis zu 500 Nm an Drehmoment. Über die Sechsstufen-Automatik mit am Lenkrad montierten Schaltwippen gelangt die Kraft an die Hinterräder. Damit erreicht der C-XF rund 290 km/h.

Auch bei der elektrischen Architektur setzt Jaguar auf innovative Zukunftstechnik. Als Weltpremiere kommt im C-XF ein Bordnetz aus Kohlefaser zum Einsatz. Der von Beru F1 Systems in England entworfene und hergestellte Kabelbaum im Spinnennetzformat ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch noch extrem funktional.

Der C-XF ist das erste Auto, das in den Genuss der neuen Wire in Composite-Technologie kommt, die von Beru F1 Systems in England entworfen und hersgestellt wurde. Jedes einzelne oder auch mehrere Kabel werden mit einer sehr flachen Kohlefasermanschette umschlossen, die nicht nur Schutz vor Beschädigungen, sondern auch Vorteile beim Package und Gewicht bietet. Zudem sieht alles auch noch sehr sauber und aufgeräumt aus, das Kabelgestrüpp im Motorraum wird bald Geschichte sein.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Jaguar )

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