|
|
|
|
Chevrolet Volt Concept: Mit Alkohol unter Strom
12.01.2007
Der Begriff Hybrid faßt mehrere Varianten der Kombination Verbrennungsmotor und Elektroantrieb zusammen. Chevrolets neue Studie Volt Conceptauto ist ein klassischer Hybrid, bei dem der Antrieb ausschließlich über batteriegespeiste Elektromotoren erfolgt. Der zusätzliche Benzinmotor treibt einen Generator an, der bei Bedarf die Batterien nachlädt und so die Reichweite deutlich vergrößert. Batteriegetriebene Autos sind bei Chevrolet nicht neu, in einem großen Feldversuch hatte man 1996 den EV1 in kleiner Stückzahl an ausgewählte Kunden gegeben. Dieses Auto hatte alle Vorzüge - geringe Emissionen, niedrigen Lärmpegel und niedrige Betriebskosten, aber auch die Nachteile eines reinen Elektroautos: Die Reichweite war zu gering, der Platz für Passagiere und Gepäck eingeschränkt, die Zuladung nicht ausreichend. Den Berg hinauf ging es nur mit einer vollen Batterieladung, eine Klimaanlage hätte die Reichweite auf die Fahrt um den Block reduziert und wenn der Strom alle war, kam man nicht nach Hause. Trotzdem hätten viele der Testkunden das Auto gerne behalten. Der Neue Volt Concept geht weg vom reinen Batterieantrieb und erhält, quasi als mitgeführtes Notstromaggregat, zusätzlich einen kleinen Benzinmotor. Da dieser aber dazu dient, Strom bereitzustellen, kann auch der neue Chevrolet als reines Elektroauto betrieben werden. Die Lithium-Ionen-Batterien können an jedem 110V-Anschluß, der üblichen Spannung in einem amerikanischen Haushalt, geladen werden. Der Ladevorgang dauert etwa sechs Stunden. Danach hat der Volt Concept genug Energie für rund 70 Kilometer.
Sind die Batterien entladen, treibt ein kleiner 1,0l-Dreizylinder-Turbomotor einen Generator an, der sowohl Energie für den weiteren Fahrbetrieb als auch für ein Nachladen der Batterien bereitstellen kann. Dieser Motor läuft mit einer konstanten Drehzahl, die auf geringe Emissionen und gute Treibstoffausnutzung hin optimiert ist. Im Hybrid-Betrieb, bei dem der Benzinmotor den Strom für den elektrischen Antrieb bereitstellt, kann als Treibstoff E85 eingesetzt werden. Mit dem kleinen Dreizylinder-Motor erhöht sich die Reichweite des Autos auf rund 1000km, mit einem Treibstoffverbrauch von unter 4 Liter auf 100km. Je nach Mix zwischen reinem Elektrobetrieb und zugschalteter Verbrennungsmaschine tendiert der Verbrauch deutlich weiter nach unten. Der reine Elektrobetrieb entspricht einem Treibstoffverbrauch von 1,6 l/100km. Ein passender Dieselmotor wird diese Bilanz noch weiter verbessern. Der Volt baut auf GMs E-flex-Konzept auf. Dabei kann die Wahl der Energiequelle im Fahrzeug an lokale Gegebenheiten angepaßt werden. Statt des E85-Benzinmotors sind auch reine Alkohol-Triebwerke denkbar, wie sie heute schon in Brasilien in Autos eingebaut werden, kleine Dieselaggregate können in Europa Biodiesel verwenden oder in sonnenreichen Gegenden kann per Solarstrom eine Wasserstoff-getriebene Brennstoffzelle genutzt werden.
Im Volt Concept finden vier Erwachsene Platz. Das Design der Außenhaut orientiert sich an der aktuellen Mode und zeigt ein Auto, das als sportlicher Viersitzer konzipiert wurde, mit hohen Schultern, einem niedrigen, coupéartigen Dachaufbau und einem kurzen hinteren Überhang. So könnte auch ein Konzeptauto für die nächste Generation einer kleinen Chevrolet-Sportlimousine aussehen. Hinweise auf das besondere Antriebskonzept finden sich nicht. Die Platzverhältnisse sind ordentlich, da die Batterien im Fahrzeugboden untergebracht wurden und der Dreizylinder im Motorraum Platz für alle zusätzlichen Module läßt, die ein Hybrid braucht. Über Fahrleistungen, Gewicht und Zuladung macht GM keine Aussagen. Einer Markteinführung steht, immer noch, die verfügbare Batterietechnologie im Wege. Lithium-Ionen-Batterien in der erforderlichen Größe sind zur Zeit noch zu teuer und nicht ausgereift.
(Text: Dieter Roßbach ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||