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BMW 5er: Leichtes Lifting
13.01.2007
Zur Halbzeit des Lebenszyklus spendiert BMW der 5er-Reihe eine Auffrischung. Der Schwerpunkt der Neuerungen liegt bei der Antriebstechnik und neuen Ausstattungsoptionen, das äußere Erscheinungsbild wurde nur in Nuancen verändert. Die Scheinwerfereinheiten sind nun in neuer Klarglasoptik ausgeführt. Transparente Lamellenverblendungen kaschieren die Blinkleuchten, Chromeinfassungen betonen die Rundscheinwerfer. Die Einfassungen der BMW Doppelniere liegen jetzt auf einer Ebene mit den Flächen der Frontschürze. Zum geänderten Gesamteindruck der Frontpartie trägt auch der Lufteinlass bei, dessen seitlicher Verlauf auf die Scheinwerferkontur abgestimmt wurde. Dadurch wirkt der überarbeitete 5er deutlich weniger aggressiv. Eine mittig angeordnete horizontale Zierleiste betont die Spur des Fahrzeugs. Eine zusätzliche Lichtkante für den Schweller lässt die Karosserie der Limousine und auch des Touring in der Seitenansicht gestreckter erscheinen. Am Heck unterstreichen horizontale Linien das Erscheinungsbild. Die Rückleuchten sind - analog zu den Frontscheinwerfern - ebenfalls in einer neuen Klarglasoptik gehalten und weisen nun LED-Blinkleuchten auf. Darüber hinaus wurde bei der neuen BMW 5er Limousine die Einfassung für das Kennzeichen geändert. Im Innenraum sind die zweifarbigen Türverkleidungen die auffälligste Änderung. Mit schwarzen Türbrüstungen und einem unteren Verkleidungselement in der jeweiligen Innenraumweltfarbe sowie mit den geänderten Dekorleisten werden Optik und Materialauswahl der Armaturentafel aufgegriffen. Die Tasten für Fensterheber und Spiegelverstellung sind nun in die Armauflage integriert, auch die Zuziehgriffe der Türen wurden ergonomisch optimiert. Die optisch stärker in die Verkleidungen integrierten Türtaschen weisen ein größeres Ablagevolumen auf. Zur Verbesserung der Ergonomie wurde iDrive weiter optimiert, neue Favoritentasten sorgen nun für eine intuitivere Bedienung. Acht frei belegbare Tasten erlauben einen besonders raschen Zugriff auf wichtige Funktionen.
Viel tiefer greifen die Änderungen unter dem Blech. Eine Neudeutsch Brake Energy Regeneration genannte Funktion konzentriert die Erzeugung von Strom für das Bordnetz auf die Schub- und Bremsphasen, besonders beim Beschleunigen steht so mehr Leistung zur Verfügung. Eine Schaltpunktanzeige, die das verbrauchsgünstige Fahren bei den Handschaltgetriebe-Versionen des neuen BMW 5er unterstützt, sowie die aktive Steuerung von Brems- und Kühlluftklappen zur Verbesserung der Aerodynamik-Werte, sollen die Verbrauchswerte verbessern. Die bedarfsorientiert gesteuerte elektrische Kühlmittelpumpe im neuen BMW 5er beansprucht erheblich weniger Leistung als eine herkömmliche Pumpe und sorgt dafür, dass der Motor früher seine Betriebstemperatur erreicht. Mit der Varioserv-Lenkhilfepumpe werden durch eine druck- und volumenstromabhängige Verstellung des Kurvenrings die mit der Motordrehzahl steigenden Antriebsverluste vermieden. Bei Nichtbenutzung der Klimaanlage wird ihr Kompressor abgekoppelt und dessen Schleppmoment so auf ein Minimum reduziert. Alle Motoren wurden teilweise deutlich überarbeitet, die Benziner kommen nun mit der zweiten Generation der Direkteinspritzung, was zu Leistungssteigerungen und reduziertem Benzinverbrauch führt. 5 Benziner stehen zur Auswahl, schon der kleinste, ein 2,5l-Reihensechszylinder mit 190 PS bringt den BMW 523i auf eine Spitzengeschwindigkeit von 237 km/h, das obere Ende bildet der 550i mit 367PS. Die Dieselpalette wurde nach unten durch den 520d ergänzt. Der 2,0l-Vierzylinder-Motor leistet 120 kW/163 PS, liefert ein maximales Drehmoment von 340 Nm und beschleunigt die Limousine in 7,6 Sekunden auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 223km/h, der Durchschnittsverbrauch soll bei 5,9l auf 100km liegen. Auch bei den anderen Dieselvarianten konnte die Leistung zum Teil deutlich gesteigert und der Durchschnittsverbrauch gesenkt werden. Das Spitzenmodell, der 535d mit 3,0 Liter Hubraum, variablem Twin Turbo und der Common-Rail-Einspritzung der dritten Generation leistet nun 210 kW/286 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 580 Newtonmetern, bei einem Verbrauch von 6,8l auf 100km im Durchschnitt. Neben der serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung steht nun ein Sechsgang-Automatikgetriebe zur Verfügung. Zur Unterstützung der Fahreraufmerksamkeit kommt in den Modellen der neuen BMW 5er Reihe ein neu entwickeltes Assistenzsystem zum Einsatz, das dazu beiträgt, ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur zu verhindern. Das System identifiziert Kursabweichungen und signalisiert diese dem Fahrer dezent aber spürbar am Lenkrad. Das System für die Spurverlassenswarnung besteht aus einer im Bereich des Innenspiegels an der Frontscheibe installierten Kamera, einem Steuergerät für den Datenabgleich und einen Signalgeber, der eine dezente Lenkradvibration auslöst. Hat der Fahrer seine Absicht zum Fahrspur- beziehungsweise Richtungswechsel durch Betätigen des Blinksignalgebers angezeigt, bleibt das Warnsignal aus.
Die neue aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion, die erstmals in der neuen BMW 5er Reihe bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe als Option verfügbar ist, umfasst zusätzlich eine automatische Abstandsregelung, die komfortables Dahingleiten im fließenden Autobahn- oder Landstraßenverkehr ermöglicht und außerdem auch bei stockendem Verkehr mit minimaler Geschwindigkeit für einen jederzeit situationsgerechten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug sorgt. Der Einsatz des Systems bei zäh fließendem Verkehr und geringem Tempo verhilft dem Fahrer auch in dieser zumeist als lästig empfundenen Situation zu einem deutlichen Komfortgewinn. Der Fahrer kann zwischen vier Abstandsstufen wählen. Wird der von ihm eingestellte Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten, passt das System die Geschwindigkeit durch Eingriffe in die Antriebssteuerung und den Aufbau von Bremsdruck an die Verkehrsverhältnisse an. Sobald die Fahrspur frei ist, wird das Tempo wieder an die eingegebene Wunschgeschwindigkeit angepasst. Das Fahrwerk bleibt weitgehend unverändert, nur die Fahrstabilitätsregelung DSC wurde mit neuen Funktionen ergänzt. Zusätzlich kompensiert das DSC System der neuen BMW 5er Reihe nun auch das Nachlassen der Verzögerungswirkung bei extrem hohen Bremsentemperaturen. Darüber hinaus stellt regelmäßiges Trockenbremsen die optimale Verzögerungskraft bei Nässe sicher. Mit dem Voranlegen der Beläge wird in Situationen, in denen beispielsweise das plötzliche Lösen des Fahrpedals auf eine bevorstehende Vollbremsung hinweist, die Verzögerungsbereitschaft erhöht. In Verbindung mit der aktiven Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion wird ein erhöhter Verzögerungsbedarf bereits frühzeitig mithilfe der Radarsensoren dieses Systems registriert. In diesem Fall wird das Bremssystem durch Herabsetzen der Auslöseschwellen des hydraulischen Bremsassistenten vorbereitet. Außerdem werden mit sofortigem Druckaufbau im Bremssystem die Bremsbeläge an die Scheiben herangeführt, ohne spürbare Verzögerung zu bewirken. Im Falle einer Notbremsung wird dank dieser Vorkehrungen wesentlich schneller die maximale Verzögerungsleistung erreicht. Auf diese Weise lässt sich der Anhalteweg deutlich verkürzen und eine wertvolle Sicherheitsreserve gewinnen. Ein Anfahrassistent rundet die Palette der Innovationen ab. Als Unterfunktion des Systems ermöglicht der per Tastendruck aktivierbare Modus DTC (Dynamic Traction Control) eine Heraufsetzung der DSC-Ansprechschwellen. So kann das Fahrzeug beispielsweise auf tiefem Schnee mit leicht durchdrehenden Rädern Fahrt aufnehmen. Außerdem erlaubt der Modus DTC eine intensivere Querbeschleunigung bis hin zu einem kontrollierbaren Kurvendrift. Darüber hinaus kann der Fahrer das DSC System im Einzelfall auch vollständig deaktivieren.
(Text: Dieter Roßbach )
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