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Aktualisiert am 31.12.2011
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Rallye Monte Carlo 2007: Neues Auto, alter Sieger

22.01.2007

pfeil  Ergebnis  

Citroen C4, Loeb
Selbst eine Zwangspause und ein neues Auto können Loeb nicht stoppen, der Sieg bei der diesjährigen Rallye Monte Carlo war ungefährdet.
Doppelpfeil

Schnee und Eis suchten Fahrer wie Zuschauer bei der diesjährigen Rallye Monte Carlo vergeblich: Der Klassiker in den französischen See-Alpen, sonst für seine wechselhaften Witterungsbedingungen gleichermaßen geliebt und gefürchtet, präsentierte sich unerwartet frühlingshaft mit Temperaturen bis 14 Grad Celsius. "Das ist dieses Mal eine reine Asphalt-Veranstaltung", schwante es alsbald dem Ford-Werksfahrer Mikko Hirvonen. Sollte heißen: Die bespikten Winterpneus konnten in den Transportern bleiben.

Neues Auto, einige Monate Pause, alles egal: Dass er bei der "Monte" das Maß der Dinge ist, dies stellte Sébastien Loeb schnell unter Beweis. Der amtierende Fahrerweltmeister glühte bereits am Donnerstagabend mit seinem neu entwickelten Citroën C4 WRC derart vehement über die ersten beiden, nach Einbruch der Dunkelheit gestarteten Wertungsprüfungen, dass der Konkurrenz beinahe Hören und Sehen verging. "Wir waren sehr gespannt, wie unser neues Auto im direkten Vergleich mit der Konkurrenz abschneiden würde", gestand Loeb vor den beiden besonders schnellen, teilweise von feuchten Passagen gekennzeichneten WP. Er durfte schon bald aufatmen: "Wir haben uns in puncto Reifen für eine härtere Laufflächenmischung entschieden, das war eine mutige Wahl", so der Titelverteidiger, der die Etappe bereits mit einem Vorsprung von rund 24 Sekunden beendete. "Doch sie hat sich ausgezahlt. Das Handling unseres neuen C4 war wirklich sehr gut." Pech dagegen für den amtierenden Markenweltmeister .

Der Freitagmorgen begann für Citroën, wie er am Abend davor aufgehört hatte: mit einer überlegenen Bestzeit. Dieses Mal jedoch war es nicht Loeb, sondern sein junger Teamkollege Dani Sordo, der auf dem über 46 Kilometer langen Klassiker "St. Pierreville - Antraigues" für Aufsehen sorgte und seinen Rückstand um 16 Sekunden verkürzte. "Die Straßen waren viel feuchter als erwartet, darum bin ich vorsichtig ans Werk gegangen", erläuterte Loeb, der weitere Zeit verlor, als er seinen Turbo-Allradler am Start der WP 5 abwürgte. Doch die Revanche folgte auf dem Fuß: Bei der zweiten "Antraigues"-Überquerung stellte der Elsässer die interne Hackordnung wieder her und verwies Sordo um 17,1 Sekunden auf die Plätze. "Wir haben attackiert, aber nicht zu viel riskiert", so der Champion kurz und knapp.

Citroen C4, Loeb
Grönholm sicherte sich den letzten Platz auf dem Podium.
Doppelpfeil

Auch in den Samstag startete Citroën mit einer Bestzeit - der neunten in Folge. Danach nahmen Loeb und Sordo jedoch Tempo raus und orientierten sich an den Zwischenzeiten ihrer Kontrahenten, vornehmlich also an Vorjahressieger Marcus Grönholm. Der Ford-Werkspilot verteidigte bequem den dritten Rang, konnte die beiden C4 WRC vor ihm jedoch nicht gefährden: "Wir haben im Vorfeld der Rallye mit kühleren Temperaturen und feuchteren Bedingungen gerechnet", so der Finne im Hinblick auf sein nominiertes Reifenkontingent. "Unsere Pneus waren durchgehend eine Nummer zu weich." Probleme mit dem Getriebe seines Focus RS WRC sorgten am Freitag zusätzlich dafür, dass sich der 38-Jährige frühzeitig mit Platz drei zufrieden gab. "Unsere Rallyes kommen noch", kündigt der zweifache Weltmeister vor den beiden bevorstehenden Schnee-Veranstaltungen in Schweden und Norwegen an. Auch sein Landsmann und Teamkollege Mikko Hirvonen klagte über eine Fehlentscheidung bei der Pneu-Frage sowie ein zu weich abgestimmtes Fahrwerk. "Dies ist eine reine Asphalt-Veranstaltung", analysierte der 26-Jährige. "Mir fehlte dadurch etwas Vertrauen ins Auto." Ein angepasstes Setup brachte jedoch schnell Verbesserung: "Ab Freitagnachmittag ging es deutlich besser", so der Finne. "Der Ford Focus ließ sich viel präziser fahren und baute mehr Grip auf." Mitsubishi erringt mit Gardemeister noch zwei WM-Punkte, den letzten Punkt bekommt Skoda. Peugeot ist ohne Werksunterstützung und mit den Vorjahreswagen chancenlos.

Subaru
Chris Atkinson musste sich nach hartem Kampf mit Rang vier begnügen.

Hinter Grönholm entbrannte zwischen Mikko Hirvonen im zweiten Focus RS WRC und Chris Atkinson im erstmals mit BFGoodrich bereiften Subaru ein spannendes Duell um die vierte Position. Die Änderungen des Setups erlaubten es dem Ford-Nachwuchstalent, einen Angriff auf den viertplatzierten Chris Atkinson zu starten – zur Freude der zahlreichen Zuschauer. Im Verlauf des Samstag wechselten die beiden Youngster wiederholt die Plätze. Vor der abschließenden Zuschauerprüfung auf einem 2,9-Kilometer-Rundkurs im Hafen von Monte Carlo lag Hirvonen die Winzigkeit von 0,8 Sekunden vorn. Das dabei ausgeloste direkte Duell mit Ex-Weltmeister Petter Solberg gewann der junge Finne zwar, doch das Talent aus "Down under" ließ sich nicht entmutigen und nahm Revanche: Er gewann mit seinem Subaru Impreza die Prüfung, nahm Hirvonen eine Sekunde ab und erkämpfte sich nach 328 WP-Kilometern um ganze 0,2 Sekunden den vierten Endrang. "Der Kampf mit Chris war toll" resümierte Hirvonen. "Natürlich bin ich enttäuscht, den vierten Platz noch verloren zu haben, aber auch so ist mir der solide Saisonstart gelungen, den ich mir gewünscht hatte."

(Text: dr )
(Fotos: Citroën, Ford, BFGoodrich )

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