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Peugeot 908 HDi FAP: Voller Einsatz
27.01.2007
2007 kehrt Peugeot in die internationale Prototypen-Szene zurück. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und in der Le-Mans-Langstreckenserie (LMS) kommt der neu entwickelte 908 HDi FAP in der LMP1-Klasse zum Einsatz. Wie die deutsche Konkurrenz von Audi verwenden die Franzosen ein Dieseltriebwerk. Bei diesem Motor handelt es sich um einen 12 Zylinder V-Motor mit einem Öffnungswinkel von 100 Grad und einem Hubraum von 5,5 Litern. Die Leistung liegt bei rund 700 PS, das maximale Drehmoment bei 1.200 Nm. Zwei FAP-Rußpartikelfiltersysteme befinden sich am Ende der Abgasstränge. Jeder der beiden sechs-in-eins-Krümmer führt über einen Garrett-Turbolader und den Partikelfilter in das seitlich vor dem Hinterrad gelegene Endrohr. Eigentlich sollte der 908 mit Bio-Kraftstoff betrieben werden. Der Automobile Club de l'Ouest, zuständig für das Regelwerk der 24 Stunden von Le Mans und Veranstalter der Le Mans Serie, durchkreuzte diesen Plan, da alle Konkurrenten den gleichen Treibstoff benutzen müssen. Der V12 TDI des Audi R10 TDI weist ähnliche Werte wie das französische Triebwerk auf: Der 90 Grad-V12 verfügt über vier Ventile pro Zylinder und zwei oben liegende Nockenwellen. Die Gemischaufbereitung erfolgt über ein Common Rail-System. Das Drehmoment des 5,5-Liters liegt bei etwa 1100 Nm und die Leistung bei ungefähr 650 PS. Von der Papierform werden in Le Mans also ebenbürtige Konkurrenten aufeinander treffen.
Selbst in der Länge (4,65 Meter) und in der Breite (zwei Meter) liegen die beiden Konkurrenten nahe beieinander. Größter Unterschied ist, dass Audi auf eine Spyder-Karosserie und Peugeot auf ein geschlossenes Fahrzeug setzt, von dem man sich aerodynamische Vorteile verspricht. Erstes Rollout des französischen Coupés war am 31. Dezember auf dem südfranzösischen Circuit Paul Ricard in Le Castellet. Der noch in jungfräulicher Carbon-Optik gehaltene Prototyp soll in der Saisonvorbereitung etwa 15 Tests sowie drei 24-Stunden-Simulationen bestreiten. Insgesamt sind 20.000 bis 30.000 Testkilometer vorgesehen, von denen die ersten im Vorfeld eines amerikanischen Klassikers, des 12-Stunden-Rennens von Sebring, gefahren werden. Im Gegensatz zu Audi liegt der Fokus von Peugeots Engagement nicht in Nordamerika, sondern in Europa. Das ist insofern erfreulich, da die europäische LMS-Rennserie attraktiven Motorsport bietet und durch das Peugeot-Engagement eine deutliche Aufwertung erfährt.
Der erste Einsatz steht am 15. April in Monza auf dem Programm, dann folgt Valencia. Diese beiden Läufe sind in erster Linie Probeläufe unter Rennbedingungen zur Vorbereitung der 24 Stunden von Le Mans. In Deutschland tritt der 908 beim 1000 Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring an, das am 16. Juli über die Bühne gehen wird. Leider gibt es keine Anzeichen, dass sich Porsche mit dem RS Spyder und Audi mit dem R10 der Herausforderung stellen werden. Als Piloten verpflichtete Peugeot die Franzosen Nicolas Minassian und Stéphane Sarrazin, den Portugiesen Pedro Lamy und den Spanier Marc Gené. Diese vier bestreiten die komplette Le-Mans-Langstreckenserie (LMS). Für den Klassiker an der Sarthe, der am 16. Juni um 16.00 Uhr gestartet wird, kommen der dreifache Champ-Car-Meister Sébastien Bourdais und der ehemalige Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve in einem dritten Prototypen zum Einsatz.
(Text: Rainer Roßbach)
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