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Devaux: Amour Fou
24.02.2007
Im australischen Melbourne hat sich eine interessante, experimentelle Szene etabliert: "Kraftwerkz" baut in der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria eine gelungene Replika des Porsche 917 und 150 Kilometer entfernt entsteht mit dem Devaux eine Hommage an die grossen französischen Coupés der Dreissiger Jahre. Der Industriedesigner David Clash ist der Mastermind hinter diesem Projekt, das sich am legendären Bugatti Atlantic und dem nicht weniger berühmten Talbot-Lago T150C mit der Karosserie von Figoni et Falaschi orientiert. Gleichwohl fehlt dem Devaux die Eleganz der französischen Originale: Kotflügel und Karosserie wirken eher massig und Details wie die grossen seitlichen Entlüftungsgitter in der Motorhaube sind wenig subtil. Trotz des niedrigen Gewichts von 1125 Kilogramm der Devaux trägt auf einem Gitterrohrrahmen ein Kleid aus Fiberglas ist der Zweisitzer von amerikanischem Format. Die wuchtigen Dimensionen gehen jedoch einen interessanten Dialog mit wohlgeformten Details wie Lampen aus Aluminium, Speichenrädern und der zweiteiligen Frontscheibe ein. Daraus entsteht eine reizvolle Mixtur, die ein wenig schräg wirkt. Aber es gibt von vielem etwas zuviel: geteilte Fenster oder Lüftungsgitter und Lampen.
Der amerikanische 5,7 Liter V8 aus der Corvette passt gut in ein Auto dieses Zuschnitts: 360 PS bei 5700 Umdrehungen und ein maximales Drehmoment von 470 Nm bringen das Coupé auf Trab. Was nach Aerodynamik aussieht muss aber nicht notwendigerweise windschlüpfrig sein eine Spitzengeschwindigkeit von wenig über 200 Stundenkilometer legt die Vermutung nahe, dass sich der Devaux dem Wind eher trotzig entgegenstellt. Innen ist die Atmosphäre gediegen. Ein zentral angebrachtes Armaturenbrett aus gedrilltem Aluminium nimmt klassische Smith-Instrumente auf, gesteuert wird mit einem klassischen Lenkrad aus Aluminium und Holz und die Sitze sind mit bestem Muirhead Aviation Leder bezogen. Einziger Stilbruch ist der Wählhebel des automatischen Vierganggetriebes. 140.000 Euro kostet das Devaux Coupé. Zweifellos viel Geld, für das man auch einen gut ausgestatteten Audi R8 oder einen Mercedes-Benz CL 600 bekommen kann. Diese bieten jedoch nicht eine so eindeutige Aussage und solch einen dramatischen Auftritt. Hier liegen die Vorteile zweifellos auf der Seite des Australiers.
(Text: Rainer Roßbach)
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