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Lancia Flaminia: Trapezkunst
02.05.2007
Auf dem Genfer Automobil-Salon im März 1957 überrascht Lancia mit der neuen Formensprache der neuen Luxus-Limousine Flaminia. Die nach einer römischen Heerstrasse benannte Neuschöpfung gilt als eine der bedeutendsten Design-Innovationen jener Zeit. Die flache, gerade Trapezlinie und der besondere Flankenknick bleiben bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts Vorbilder moderner Formen. Mit der Flaminia vollendete Battista Pininfarina die bereits 1955 - mit dem auf dem Turiner Salon vorgestellten Prototyp Lancia Florida - eingeleitete Wende in der formalen Interpretation großer Limousinen. Lancia, bekannt für seine innovativen und unkonventionellen Technikdetails, setzt diese Tradition natürlich auch bei seinem Neuling, der einzigen großen Limousine italienischer Provenienz jener Zeit, konsequent fort. Transaxle-Bauweise (Getriebe und Differential an der Hinterachse zur besseren Gewichtsverteilung), DeDion-Hinterachse sowie eine moderne Doppelquerlenker-Vorderachse sind charakteristische Merkmale der Neuentwicklung. Unter der Haube agiert ein Leichtmetall-V6-Aggregat mit 2,5 Liter Hubraum und dem idealen 60 Grad-Zylinderwinkel. Überraschende Detaillösungen wie ein geniales Heckscheibenwischer-System mit je zwei Wischerblättern innen und außen, über Unterdruck betriebene hintere Ausstellfenster sowie eine optional lieferbare Klimaanlage sind weitere Bonmots des Debütanten. Letztlich erscheint mit der Flaminia auch die erste italienische Limousine mit serienmäßig vier Scheibenbremsen zu einer Zeit, als auch hochkarätige Sportwagen noch mit Trommelbremsen rundum verzögern. Darüber hinaus bietet die 4,85 Meter lange Flaminia ein üppiges Raumangebot mit Platz für bis zu sechs Personen dank vorderer Sitzbank. Legendär wird der überragende Fahrkomfort des gekonnt abgestimmten Fahrwerks mit serienmäßigen Stahlgürtelreifen sowie einem unproblematischen Fahrverhalten. Ab Baujahr 1962 sorgt eine auf 2,8 Liter Hubraum und 129 PS aufgestockte Version für optimierte Fahrleistungen, die Flaminia-Besitzer erfreuen sich an einer sehr kultivierten Reiselimousine mit hervorragender Fertigungsqualität.
Korrespondierend mit der großen Lancia-Tradition erscheinen auch hier interessante Coupé- und Cabriolet-Versionen. Pininfarina kreiert mit seinem von der Limousine inspirierten Coupé eines seiner zeitlosesten Modelle, Carrozzeria Touring stellt seine Interpretation eines modernen Coupés mit Doppelscheinwerfern und ein daraus abgeleitetes Cabriolet auf die großen Räder. Design-Avantgardist Zagato produziert mit dem der aerodynamischen Effizienz verpflichteten Flaminia Super Sport einen der schnellsten Wagen Italiens. (2,8 Liter, 152 PS, 210 km/h). Queen Elizabeth II. erfährt 1965 in der Sonderversion Flaminia Presidentiale die architektonischen Schönheiten italienischer Metropolen – vier Jahre später endet die Ära einer eleganten, stilbildenden Limousine, deren einzigartige Grandezza die Automobilenthusiasten verzauberte.
(Text: Lancia,dr )
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