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Aktualisiert am 31.12.2011
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Toyota Hybrid X: Moderne Zeiten

29.03.2007

Toyota Hybrid X
Simpel: Schachtel mit Kurven

Designer machen immer Revolution: Weniger als aufregende, frische Formen gibt es selten. Etwas vollkommen Neues wird auch gerne genommen, auch wenn es sich im simplen One-Box-Look tarnt. Toyotas Konzept Hybrid X ist so ein Revoluzzer, der mit dem formalen Anspruch eines VW Sharan oder Chrysler Voyager den großen Aufbruch wagen will.

Jedenfalls nehmen die Formgeber des Hybrid-Toyota für sich in Anspruch, eine futuristische Karosserie mit einer ungewöhnlichen Synthese aus Kraft, Leichtigkeit und Emotion geschaffen zu haben – eine gedankliche Verbindung zwischen Außen- und Innendesign, die bewirkt, dass schon die äußere Form des Fahrzeugs vor dem geistigen Auge des Betrachters ein Bild von der Gestaltung des Fahrgastraums entstehen lässt.

Starker Stoff für eine simple Kiste. Zugegeben: Im südfranzösischen Designstudio setzten Toyotas Leute Dopingmittel ein, um der schmalbrüstigen Gestalt mehr Muskelmasse mitzugeben. Ausgestellte Räder, steile Linien hier und da, hinten ein wenig das Dach abgeschnitten und schon sieht der brave X schneller aus. Das runde, knubbelige Näschen gibt jedoch zu, dass alles nicht so ernst gemeint ist.

Große Neuerungen sind das nicht, genausowenig wie die großen Glasflächen im Dach, deren Funktion schlichterdings darin besteht, den geringen Lichteinfall durch die schmalen Seitenscheiben zu kompensieren. Der Zustieg auf die Rücksitze erfolgt über hinten angeschlagene Türen – auch nicht originell –, und dass man so etwas per Knopfdruck elektrisch öffnen kann, macht heutzutage fast jeder Kofferraum vor.

Toyota Hybrid X
Strömungsgünstig: Eine gute Aerodynamik stand im Pflichtenheft.

Über ein Touchscreen-Display in der Mittelkonsole lässt sich die Innenraum-Gestaltung steuern: Das LED-Beleuchtungssystem passt sich verschiedenen musikalischen Hintergründen an, ein Parfümzerstäuber à la Citroën C4 schwängert die Luft – der Innenraum ist in unterschiedlichen Materialien ausgeführt und soll dem Tastsinn eine Maximum an Abwechslung bieten. Eine auf die Türverkleidung aufgedruckte Kunstgrafik ist – ! – die menschliche Note bei der Innenraumgestaltung.

Das kann man mögen oder nicht, es wirkt – wie die Darstellung des Antriebsenergieflusses und des Kraftstoffverbrauchs auf einem weiteren Display – wie seichtes und gefühliges Kino. Dazu passt, dass die beiden separaten Rücksitze um zwölf Grad drehbar sind und die Mitfahrer sich einander zuwenden können.

Toyota Hybrid X
Originell: Die Frontleuchten sind in die Windschutzscheibe integriert.

Nichts Interessantes? Doch: Die Integration der Frontscheinwerfer im Bereich des Armaturenbretts und in die Frontscheibe ist gelungen, aber auch hier ist das Spiel Selbstzweck. Denn mit den LEDs lassen sich animierte grafische Symbole anzeigen, um Fußgänger oder andere Verkehrspartner über Sicherheitsabstände, Beschleunigungs- oder Bremsvorgänge zu informieren.

Ohne die technischen und ästhetischen Bauklötzchen ist Toyotas Hybrid X ein viertüriger Viersitzer mit einem offenen Raumkonzept. Seine Außenabmessungen entsprechen mit einer Gesamtlänge von 4.500 Millimetern, einem Radstand von 2.800 Millimetern, einer Breite von 1.850 Millimetern und einer Höhe von 1.440 Millimetern denen eines normalen Familien-Pkw. Wegweisendes Design zeigt er nicht – und es bleibt zu wünschen, dass der Stil der Studie keinen prägenden Einfluss auf künftige Modelle von Toyota haben wird.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Toyota)

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