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American Le Mans Series: 12h Sebring
26.03.2007
Neun Siege bei neun Renneinsätzen, die Bilanz des Audi R10 blieb auch beim Auftaktrennen der ALMS-Saison 2007 in Sebring ungebrochen. Um die Überlegenheit der Audi zu beenden, wurde für dieses Jahr die erlaubte Tankkapazität der LMP2-Renner auf 81 Liter begrenzt, 9 weniger als im letzten Jahr. Dadurch mussten die Audi fünf Runden früher tanken als die Konkurrenz. Da die LMP1 dünn besetzt war, ein Nebeneffekt der Erfolge der ingolstädter Truppe im letzten Jahr, rückten die LMP2-Fahrzeuge mehr ins Rampenlicht. Diese Klasse war ursprünglich als Spielwiese für Privatteams gedacht, aber mit Porsche und Acura treffen hier zwei ambitionierte Autobauer aufeinander. Begünstigt durch das neue Reglement haben sie inzwischen sogar Siegeschancen, sowoh Acura als auch Porsche lagen während der 12 Stunden zeitweise an der Spitze und konnten erst durch technische Probleme gestoppt werden.
Dabei begann das Rennen wie gewohnt. Marco Werner startete von der Pole Position und führte zwei Stunden lang vor dem zweiten Audi in den ersten Stunden, als ein Reifenschaden zwei Runden kostete und das Auto von McNish, Capello und Kristensen nach vorne brauchte. Nach einen Routinestopp in der fünften Stunde ließ sich deren Auto nicht mehr starten. Zwei Anlasser- und Batteriewechsel kosten viel Zeit. Jetzt schlug die Stunde der LMP2. Porsche hatte die Qualifikation mit einer neuen Bestzeit gewonnen und war entsprechend optimistisch ins Rennen gegangen. Immer in Schlagdistanz zu den Audis, konnte der RS Bernhard/Dumas-Spyder nun die Spitze übernehmen - um sie wegen Elektrikproblemen an den neuen Acura des Andretti-Teams weiterzureichen. Der zweite Penske-RS Spyder der Titelverteidiger Sascha Maassen, Ryan Briscoe und Emmanuel Collard verlor bereits in der ersten Stunde des Rennens durch einen langen Reparaturstopp 16 Runden. Trotzdem holte das Trio als Achter seiner Klasse noch Meisterschaftspunkte, wobei Ryan Briscoe bei seiner Aufholjagd die schnellste Rundenzeit seiner Klasse gelang.
Für die deutschen Hersteller war das Rennen inzwischen zu einer ungewohnt aufregenden Veranstaltung geworden. Der Werner R10 lief zwar wie ein Uhrwerk, zwei Zeitstrafen und eine Sto-and-Go-Strafe verhinderten immer wieder die Rückkehr an die Spitze des Feldes. Nach einem guten Start hatte auch das US-Privatteam Dyson Racing, das in Sebring erstmals zwei RS Spyder einsetzte, mit Problemen zu kämpfen. Der Wagen von Andy Wallace, Butch Leitzinger und Andy Lally belegte schließlich den fünften Platz in der Klasse LMP2. Chris Dyson und Guy Smith kamen als Klassensechste ins Ziel, nachdem sie durch eine unverschuldete Kollision und die dadurch notwendigen Reparaturarbeiten bereits in der Anfangsphase weit zurückgefallen waren.
Obwohl der R10 TDI das schnellste Auto auf der 3,7 Meilen langen Strecke war und einen neuen Rundenrekord erzielte, konnte sich Neueinsteiger Acura mit seinen 150 Kilogramm leichteren LMP2-Sportwagen des Andretti Green Racing Teams immer wieder an die Spitze setzen. Erst in der vorletzten Stunde bekam auch der bis dahin wie ein Uhrwerk laufende Acura Probleme, die Ölversorgung des Getriebes zwang den führenden Wagen für 6 Runden an die Box, jetzt übernahmen Frank Biela, Emanuele Pirro und Marco Werner endgültig die Führung. Biela stellte mit seinem vierten Sebring-Sieg denbestehenden Rekord von Tom Kristensen ein.
Im spannendsten Duell des gesamten Rennens musste sich Titelverteidiger Jörg Bergmeister im Kampf um den Sieg in der Klasse GT2 erst auf den letzten Metern vor dem Ziel geschlagen geben. Mit nur 0,202 Sekunden Rückstand belegte er nach vielen Führungswechseln zusammen mit Johannes van Overbeek und Marc Lieb im neuen Porsche 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports den zweiten Platz. Wie in den alten Zeiten der Sportwagenweltmeisterschaft lieferten sich Ferrari und Porsche einen 12-Stunden-Kampf. Dabei wurde das Ferrari 430 GT Team Melo/salo/Mowlem nicht vom Glück begünstigt: Start aus der letzten Reihe, eine 20-Sekunden-Zeitstrafe während des Rennens und ein Dreher in Kurve 19 kurz vor Sonnenuntergang kosteten die Zeit, die am Schluss zu einem Herzschlagfinale führten. Melo führte mit 11 Minuten vor Schluss mit 5 Sekunden Vorsprung auf den Porsche von Bergmeister, der allerdings schnell aufschloss und in der letzten Runde auf Schlagdistanz herangekommen war. In der letzten Kurve vor der Zielline sogar in Führung liegend, musste Bergmeister den Klassensieg dann doch an den Ferrari abtreten. Sebring ist Corvette-Land. Zum fünften Mal in den letzten 6 Jahren ginf die große GT-Klasse ging an die Amerikaner. Mit 17 Sekunden Vorsprung auf die zweite Corvette gewannen Oliver Gavin, Olivier Beretta und Max Papis, dritter wurde der Aston Martin DBR9 von Garcia/Turner/Halliday - mit 10 Runden Rückstand.
(Text: Dieter Roßbach )
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