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55. ADAC Westfalenfahrt: Generationskonflikt
01.04.2007
Viele Top-Teams der BF-Goodrich-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring haben über den Winter neue Fahrzeuge aufgebaut oder werden dies im Laufe der ersten Saisonhälfte noch fortsetzen. Durch die schneebedingte Absage der offiziellen Einstellfahrten am 24. März 2007 fehlte es jedoch an Testmöglichkeiten und so hatten viele der diesjährigen Neuentwicklungen mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Auch den Fahrern steckte die lange Winterpause wohl noch in den Knochen und so kam es bereits vor dem Rennen zu einigen Unfällen. Die höchsten Erwartungen ruhten auf dem Manthey Racing Team. Insgesamt acht Boliden werden von dem Team aus Meuspath betreut, mindestens vier sollten regelmäßig in den Top 10 fahren können. Im ersten Saisonrennen konnte die Truppe um Olaf Manthey dieses Potential noch nicht voll ausschöpfen. Die Speerspitze, der Porsche 997 GT3 RSR, blieb im Training mit Motorschaden stehen. Ähnlich erging es dem Porsche 996 GT3-MR aus dem letzten Jahr, der in diesem Jahr von Armin Hahne und Christian Haarmann pilotiert wird. Ausgangs Galgenkopf verlor Haarmann die Kontrolle über das Auto und schlug so stark in die Leitplanken ein, dass ein Einsatz beim nächsten Lauf am 14. April 2007 nicht möglich sein wird.
Viel Pech auch bei ProSports Racing um Teamchef Danny Berk. Nachdem vor wenigen Wochen der geplante Einsatz eines Mosler MT900 kurzfristig vom DMSB untersagt wurde, setzt das Team dieses Jahr wieder auf zwei Volvo S60. Aber auch diese beiden standen zu Rennbeginn schon wieder in den Werkshallen in Adenau. Im Freitagstraining verunfallte André Lips eingangs Hatzenbach, und am Samstag erwischte es Fredy Lienhard im zweiten Volvo S60 im Kesselchen. Beide Fahrer blieben unverletzt, aber die Fahrzeuge wurden erheblich zerstört. Im Training, welches Aufgrund der Unfälle zeitweise unterbrochen wurde, konnten sich Vater und Sohn Schall zusammen mit Opel-Sportchef Volker Strycek die Pole Position vor Vater und Sohn Mamerow sichern. Dahinter reihten sich der Getrag BMW M3, der Land Porsche und das Schubert BMW Z4 Coupé ein.
Das Rennen entwickelte sich, ähnlich wie das Training, zu einem Duell der Teams, die sich aus Vater und Sohn zusammen setzten. Am Ende hatten Peter und Christian Mamerow die Nase vorn und fuhren ihren ersten Gesamtsieg ein. Bereits in der Anfangsphase kollidierte Christian Mamerow im Wippermann mit einem überrundeten Fahrzeug. „Die Frontpartie wurde dabei beschädigt, zum Glück hatte dies kaum Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Ich hoffe, dass dies nicht unser letzter Sieg in diesem Jahr sein wird“, gab Peter Mamerow anschleißend zu Protokoll. Dahinter kämpften bis zum Schluss Ralf und Andreas Schall zusammen mit Volker Strycek im Opel Astra V8 Coupé gegen Claudia Hürtgen, Hans-Joachim und Johannes Stuck auf einem BMW Z4 Coupé des Schubert-Teams. Mit einem Vorsprung von 2,298 Sekunden hatte der Opel im Ziel das bessere Ende für sich. Vierter wurde das Schnitzer Team, dass ebenfalls ein Z4 Coupé einsetzte. Über weite Teile des Rennens konnten sich Jörg Müller und Andy Priaulx auf einem Podiumsrang halten, bevor gegen Rennende die Leistung des Z4 Motors nachließ. Aber auch mit dem vierten Platz war man bei BMW zufrieden. „Wir haben trotzdem eine Menge an wichtigen Daten gesammelt, die uns bei der finalen Entwicklung des BMW Z4 M Coupé helfen“, so Teamchef Charly Lamm. Leider ist zunächst keine weitere Teilnahme an den Rennen im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft geplant. Auch ein Einsatz beim 24-Stunden-Rennen ist derzeit nicht geplant.
Erfolgreich verlief die 55. ADAC Westfalenfahrt für das Meisterteam des Jahres 2006. Mario Merten und Wolf Sylvester konnten in der teilnehmerstärksten Klasse V2 an die Erfolge aus dem vergangen Jahr anknüpfen und den Sieg einfahren. Im BMW 318is liessen sie die Markenkollegen Marcus Giese und Rolf Scheibner sowie Rolf Derscheid und Michael Flehmer hinter sich. Damit ist der erste Schritt in Richtung Titelverteidigung getan, auch wenn die Ergebnisse in dieser Klasse aufgrund eines Protests vorerst unter Vorbehalt gelten. Weniger Glück hatten zahlreiche andere Teams. Nach 12 Runden musste Jürgen Alzen Motorsport den erstmals eingesetzten Porsche Cayman mit Kupplungsdefekt abstellen. Marc Basseng und Marc Hennerici schafften im weiterentwickelten Porsche 996 GT3 RSR nur 15 Runden, bevor das Getriebe streikte und den von Land Motorsport eingesetzten Porsche außer Gefecht setzte. Bereits frühzeitig gab es auch Probleme beim Eifelblitz. Der BMW M3 GTS von Johannes Scheid fuhr aber später noch einige Testrunden und bliebt den 28 000 Zuschauern wenigstens zeitweise erhalten.
Der zweite Lauf zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft, das 32. DMV 4-Stunden-Rennen, findet am 14. April 2007 statt. Eine weitere Attraktion erwartet die Besucher beim Rennen am 28. April. Im Rahmen des Aktionstages von BMW Motorsport wird Nick Heidfeld im BMW Sauber F1.07 einige Runden auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings drehen. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: „Hier geht es nicht um Rekorde Nicks Fahrt wird eine Hommage an eine einzigartige Rennstrecke, die untrennbar mit der Geschichte von BMW Motorsport verbunden ist.“ In den Aktionstag auf dem Nürburgring werden neben der Mannschaft des BMW Sauber F1 Teams auch Fahrer und Fahrzeuge aus der FIA World Touring Car Championship (WTCC) eingebunden. Fans können BMW Motorsport hautnah erleben, die Fahrer stehen für Gespräche und Autogrammstunden zur Verfügung, zusätzlich gibt es eine Fahrzeugausstellung mit BMW Rennwagen. Wer Losglück hat, den nehmen die BMW Werksfahrer als Passagiere im BMW M5 Ring-Taxi, einem BMW 320si WTCC oder dem Z4 M Coupé auf einen Ritt über die Nordschleife mit.
(Text: Michael Behrndt, Matthias Behrndt) |
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