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Rallye Portugal: Loeb siegt auf Schotter
02.04.2007
Der Siegeszug des Weltmeisters setzt sich auch in Portugal fort: Citroën-Pilot Sébastien Loeb hat nach seinem Erfolg in Mexiko auch die zweite Schotter-Rallye der WM-Saison 2007 gewonnen und damit seinen Rückstand auf den aktuellen Tabellenführer Marcus Grönholm weiter verkürzt. Der Finne musste sich am Steuer seines Focus RS WRC mit dem zweiten Rang vor seinem Teamkollegen Mikko Hirvonen begnügen. Für Loeb war es der dritte Sieg im fünften Saisonlauf und der 31. WM-Erfolg seiner beispiellosen Karriere. Für Marcus Grönholm und Sébastien Loeb begann die erste „echte“ Wertungsprüfung der Rallye Portugal gleich mit Problemen: Der Finne nahm eine der zahllosen Sprungkuppen in den Bergen oberhalb des Ferienparadieses Algarve zu optimistisch und demolierte bei der harten Landung den rechten vorderen Stoßdämpfer seines Focus RS WRC. „Der Aufschlag war wirklich brutal“, ärgerte sich der zweifache Weltmeister. „Auch die Windschutzscheibe ist dabei gesprungen. Ich habe mich über diesen Fehler so geärgert, dass ich auf der nächsten Prüfung gleich die Bestzeit gefahren bin. Dabei habe ich Glück gehabt, die erste Schleife überhaupt beenden zu können.“ Auch Loeb blieb nicht ungeschoren: Er handelte sich auf den ersten Metern gleich drei Plattfüße ein, verlor auf der fast 20 Kilometer langen WP damit aber gerade mal 5,1 Sekunden. Auf WP 4 schlug der Weltmeister dann erstmals mit einer Bestzeit zu und verkürzte den Rückstand auf Grönholm vor der mittäglichen Service-Pause auf nur noch 2,6 Sekunden. Dieser WM-Lauf, so viel stand bereits fest, würde erneut im Zeichen des Duells dieser beiden Ausnahme-Fahrer stehen.
Tatsächlich drehte Loeb auf der zweiten Schleife auf, entschied zwei der drei noch ausstehenden Freitags-Prüfungen für sich und übernahm auf den letzten Metern die Führung. „Ich hatte eigentlich keine Probleme“, wunderte sich Grönholm. „Mein Auto läuft wunderbar, aber Sébastien ist trotzdem schneller. Der harte Schotteruntergrund greift die Reifen hart an, aber noch ist nichts entschieden. Am Samstag musste Marcus Grönholm seinen Kontrahenten um den Sieg jedoch ziehen lassen: Nach überraschenden Regenfällen entschied sich der Skandinavier am Morgen für zu harte, vor der Wiederholung der drei Wertungsprüfungen am Nachmittag ließ er angesichts der abtrocknenden Bedingungen zu weiche Pneus aufziehen. „Wir wählten jeweils andere Reifen als Loeb“, so der Sieger der diesjährigen Rallye Schweden. „Dadurch haben wir Zeit verloren, die wir nicht wieder aufholen konnten. Aus diesem Grunde bin ich keine Risiken mehr eingegangen, um den zweiten Platz und damit meine Tabellenführung nicht zu gefährden."
So konnte der Franzose mit drei Bestzeiten auf den ersten drei Prüfungen in den Samstag starten. „Es dauerte etwas, bis ich meinen Rhythmus fand“, so der 33-Jährige später. „Schlammige Passagen und fehlender Grip zwangen mich dazu, mehr als üblich zu driften.“ Routiniert und gelassen fuhr der Rekord-WM-Laufsieger danach seinen dritten Saisonerfolg mit gebremstem Schaum ein. Platz drei ging erneut an Mikko Hirvonen, der die Attacken von Petter Solberg routiniert kontern konnte. Nachwuchstalent Dani Sordo im zweiten C4 WRC belegte Rang fünf vor einem herzerfrischend aufgeigenden Jari-Matti Latvala, der mit seinem Stobbart-Focus RS WRC nach individuellen Fehlern immer wieder unter den schnellsten Drei auftauchte. Im Anschluss an die Rallye Portugal wurden die BP-Ford-Werksfahrer Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen mit jeweils einer Fünf-Minuten-Zeitstrafe belegt. Damit verloren die beiden Ford Focus RS WRC-Piloten die Plätze zwei und drei und werden im korrigierten Ergebnis auf den Rängen vier und fünf geführt. Trotz dieser Bestrafung und dem damit verbundenen Verlust von insgesamt fünf WM-Punkten behauptet das Team BP Ford nach fünf von 16 Saisonläufen unverändert die Führung in der Markenwertung. Grund für die Strafe war, dass bei der technischen Nachuntersuchung die Offiziellen gestern Abend eine Abweichung bei der Dicke der hinteren Seitenscheiben an beiden Ford Focus RS WRC festgestellt hatten. Sie wiesen nicht die in der Homologation festgeschriebene Stärke auf. Die Angelegenheit wurde den anwesenden Vertretern der obersten Motorsportbehörde FIA zur Entscheidung vorgelegt. In den WM-Tabellen spitzt sich die Spannung nach dem fünften von 16 Saisonläufen zu: In der Fahrer-WM liegt Grönholm jetzt mit 37 Punkten einen Zähler hinter Sébastien Loeb auf Platz zwei, Hirvonen bleibt mit 30 Punkten Dritter. In der Markenwertung liegt Ford mit nunmehr 67 Zählern weiterhin vor Citroën (59).
(Text: rr/pt) |
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