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American Le Mans Series: St Petersburg
07.04.2007
Audi unter Druck, Porsches Revanche: Auch das zweite Rennen der American Le Mans Series war spannend bis zur letzten Runde. Das es diesmal für Audi nicht einfach werden würde, hatte sich schon im Zeittraining angedeutet. Keiner der R10 schaffte es in die erste Reihe. Die Penske Porsche RS Spyder waren auf den Stadtkurs in St.Petersburg (Florida) klar die schnellsten Fahrzeuge. Auf dem 2,925 Kilometer langen Kurs in Downtown St. Petersburg, einem beliebten Urlaubsziel am Golf von Mexico, genügten Romain Dumas zwei perfekte Runden zur absoluten Bestzeit. Dabei setzte er sich nicht nur gegen die leistungsstärkeren LMP1-Boliden durch sondern auch gegen Ryan Briscoe. Der neue Porsche-Werksfahrer lag im zweiten RS Spyder des Penske-Teams zunächst auf Pole-Position-Kurs, musste sich schließlich aber knapp um eineinhalb Zehntelsekunden geschlagen geben. Auch im Rennen dominierten die leichteren LMP2 an deren schnellsten Rundenzeiten kamen die Diesel-Audi zu keiner Zeit heran. Der Abstand war allerdings nicht so groß, daß der Kontakt zur Spitze nicht hätte gehalten werden können. McNish erwischte einen schlechten Start, er überholten den Porsche von Dumas schon vor der Startlinie und kassierte dafür sofort eine Stop-and-Go-Strafe, die ihn an die zehnte Stelle zurückwarf. Auch Romain Dumas hatte Pech und konnte aus seiner Starposition keinen Nutzen ziehen: Nachdem ihm ein Konkurrent ins Heck gefahren war, musste er kurz darauf wegen eines Reifenschadens an die Box. Er fiel auf den 22. Platz zurück. Ryan Briscoe konnte zunächst noch mit der Spitzengruppe mitfahren, bevor auch er durch einen Boxenstopp viel Zeit verlor: Ein herumfliegendes Spoilerteil hatte unter dem Auto den Lufteinlass verstopft und dadurch die Öltemperatur ansteigen und die Bremsen heiß werden lassen. So lag dann doch wieder ein Audi an der Spitze des Feldes.
Pirro/Werner gerieten allerdings schnell unter den Druck der Teamkollegen, die in der Anfangsphase bei glühender Hitze von ihrer Reifenwahl profitierten. Nur 15 Runden benötige McNish, um die Stop-and-Go-Strafe zu kompensieren und wieder an die Spitze des Feldes zu gelangen. Im weiteren Verlauf blieb das Rennen hart umkämpft, die Führung wechselt mehrfach zwischen den Prototypen von Audi, Acura und Porsche, denn insgesamt fünf Safety-Phasen schoben das Feld immer wieder zusammen. Dabei hatte Audi die glücklichere Hand und konnte alle Routinestopps unter Gelb durchführen. Trotzdem war der Sieg alles andere als einfach. In der kühleren Schlussphase in der Abenddämmerung waren Pirro/Werner besser bereift, was für ein packendes Fotofinish sorgte, das die Zuschauer von den Sitzen riss. Ganze 0,426 Sekunden lagen die beiden Audi R10 TDI im Ziel auseinander. Capellos Rennen war bis 20 Runden vor Schluss problemlos verlaufen, aber zwei zwei Gelbphasen hatten Pirro in Reichweite gebracht und sorgten für Probleme beim Führungsauto. Elf der letzten 18 Runden wurden unter Gelb gefahren, die schnell abkühlende Strecke verstärkte den Effekt noch Capello hatte große Mühe, die Reifen warm zu halten und ausreichend Grip aufzubauen. "Es war ganz schön beängstigend, den Wagen zu fahren, da ich keinerlei Grip hatte", sagte Capelli. "In den drei schwierigsten Runden meiner Karriere verlor ich den Wagen in zwei Runden, die man normalerweise voll fahren kann. Nur mit viel Glück konnte ich ihn halten und den Vorsprung über die Ziellinie retten."
Auch die beiden Porsche RS.Spyder hatten sich in einer tollen Aufholjagd im Verlauf des Rennens wieder nach vorne gekämpft. Das teaminterne Duell ging klar an den Titelverteidiger Sascha Maassen mit Copilot Ryan Briscoe Romain Dumas und Timo Bernhard mussten zwei Zeitstrafen in der Boxengasse wegstecken, durch die sie am Ende den Klassensieg verfehlten. Aber auch das Siegerduo blieb von Rückschlägen nicht verschont. Erst hatten auf der Strecke herumliegende Teile für Überhitzung gesorgt, dann gab es eine Strafe für einen Rempler gegen den Andretti-Green-Racing-Acura. In den letzten Runden profitierten sie dann von der klugen Rennstrategie von Penske Motorsports: Während die vor ihnen liegende Acura-Konkurrenten kurz vor dem Ziel noch einen Boxenstopp einlegen mussten, konnten sie durchfahren und Porsche den ersten doppelten Klassensieg in dieser Saison sichern. Am Ende fehlten nur 25 Sekunden auf den Gesamtsieger. Damit war die Revance für den Sieg der Japaner beim Auftaktrennen in Sebring perfekt. Die GT1 gewannen, wie schon in Sebring, Oliver Gavin und Olivier Beretta mit der Corvette von Corvette Racing, in der GT2 hielten Mika Salo und Jaime Melo mit ihrem Ferrari 540GT die Porsche in Schach. Zweite wurden Johannes van Overbeek und Jörg Bergmeister auf Porsche 911GT und dem Panoz-Team Joey Hand und Bill Auberlen. Wenn Porsche seine alte Dominanz in der kleinen GT-Klasse wiederfinden will, wird es nun Zeit für einige Verbesserungen am Fahrzeug.
(Text: Dieter Roßbach )
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