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Aktualisiert am 31.12.2011
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Spyker C12 Zagato: Eklektizist

04.05.2007

Spyker C12 Zagato
Wiederaufbereitet: Der Spyker C12 Zagato basiert auf dem Zagato Raptor von 1996.
Doppelpfeil

Als Eklektizismus (von griech. eklektós: „ausgewählt“) bezeichnet man Methoden, die sich verschiedener entwickelter und abgeschlossener Systeme (z.B. Stile, Philosophien, Religionen) bedienen und deren Elemente neu zusammensetzen. Der Begriff ist dann mit einer negativen Konnotation versehen, wenn der Künstler anstelle einer eigenen Kreation unschöpferisch Elemente aus anderen Werken auswählt und zu einem neuen Werk zusammenfügt.

Der Spyker C12 Zagato ist so eine Mixtur. Ob Zagato-"Double Bubble", Formel 1-Zitate oder 30er-Jahre Ambiente im Innern: Der Mittelmotorzweisitzer lässt keine Form aus. Mehr noch: Das Konzept, von den Initiatoren als innovatives und neuartiges Design betrachtet, stammt von der Lamborghini Raptor-Studie, die 1996 bei Zagato in Genf ihr Debüt hatte. Danach verschwand das Konzept, mangels Interesse von Seiten Lamborghinis, wieder in der Versenkung.

Spyker C12 Zagato
Trockenrasierer: Das Heck des Zagato aus Holland.
Doppelpfeil

Die Übereinstimmung von Spyker und Raptor sind enorm. Der vordere Kühleröffnung ist gleich, die Seitenlinie nahezu identisch und auch das Dach mit Doppelkuppel und darüber thronendem Lufteinlass ist lediglich eine Modifikation der Ursprungsform.

Originell ist der Spyker vor allem darin, Formel 1-Dekor über die Karosserie zu verstreuen: Die vordere Haube hat eine Nase im Stil des McLaren Mercedes SLR, auf den hinteren Kotflügeln sitzen kleine, ovale Abzugskamine und den Abschluß bildet eine quadratische LED-Bremsleuchte á la Monoposto. Vom McLaren Mercedes wiederum stammen die vorne angeschlagenen Flügeltüren, und aus der Spyker-Asservatenkammer die Felgen im Propellerdesign sowie die barocke Innenausstattung.

Spyker C12 Zagato
Keine Mätzchen: Der 96er Entwurf.
Doppelpfeil

Diese ganze Mixtur ist eine Hommage an das Engagement der Holländer in der Formel 1 und soll 495.000 Euro plus Steuern kosten. Dafür gibt es als technische Bass den C12 Spyder mit Zagato-Aluminiumkarosserie, einem 500 PS-Sechsliter-W12-Motor aus dem Regal von VW, ein wahlweise manuell oder automatisch zu betätigendes Sechsganggetriebe und im Innenraum zusätzlich Chronoswiss-Instrumente.

Der Spyker Zagato, so die Auskunft, ist eine "Designvision" mit Zukunft, die einen Blick auf künftige Modelle freigibt. Da möchte man abraten. Man mag die "Standard"-Sportwagen von Spyker mögen oder nicht: Originalität kann man ihnen nicht absprechen. Der Zagato aber entstaubt nur eine zehn Jahre alte Form. Das ist weder innovativ noch besonders aufregend, sondern eine banaler (und kostengünsiger) Weg, das Formel 1-Engagement zu Geld zu machen. Die Substanz der Formel 1-Weltmeisterschaft sind Höchstleistung und permanente Innovation. Von all dem transportiert der Spyker Zagato nichts.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Spyker, Zagato)

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