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SLR McLaren Roadster: Express-Purismus
08.05.2007
Tradition verpflichtet. Schon beim legendären 300SL wurde das Coupé 1957, um dem Verkauf neue Impulse zu geben, durch eine Roadsterversion ergänzt. Dieses bewährte Verfahren kommt nun auch beim SLR MCLaren zur Anwendung: Ab September kann man sich bei 332km/h die Haare vom Fahrtwind fönen lassen. Im Gegensatz zum normalen Roadsterprogramm gibt sich der offene SLR puristisch. Statt eines Blechdeckels wird der Zweisitzer mit einer Stoffmütze geschlossen. Und auch die Bedienung erfordert Mitarbeit. Zum Öffnen muss es manuell im Frontscheibenrahmen entriegelt und kurz angehoben werden, danach faltet es sich elektrisch in rund zehn Sekunden in den Schacht hinter den Sitzen. Da im vorderen Teil des Dachs eine Aluminiumkappe integriert ist, schließt es das abgelegte Verdeck elegant nach oben ab. Sein neu entwickeltes Dachmaterial, das in drei verschiedenen Farben erhältlich ist, garantiert nicht nur volle Alltagstauglichkeit in jeder Wettersituation, sondern ermöglicht dem Hochleistungs-Sportwagen auch eine Höchstgeschwindigkeit von 332 km/h, das liegt auf dem Level des Coupés. Viel wichtiger allerdings ist, dass Unterhaltungen dank günstiger Aeroakustik bei Open-Air-Fahrten auch noch bei weit über 200 km/h möglich sind. Wie die Coupéversion zitiert der Mercedes-Benz SLR McLaren Roadster die SLR-Rennsportmodelle aus den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Seitliche Kiemen, Sidepipes hinter den Vorderrädern und Flügeltüren mischen sich mit Stilelementen der aktuellen Formel 1. Im Windkanal wurde der Roadster für hohe Geschwindigkeiten hinsichtlich Handling, Aeroakustik und Aerodynamik optimiert. Er nutzt ebenfalls das bereits vom Coupé bekannte Aerodynamikkonzept mit einer im Kofferraumdeckel integrierten Airbrake und einem Diffusor im Heckstoßfänger für größeren Abtrieb an der Hinterachse. Die Karosserie des SLR Roadster ist, abgesehen von zwei aus Aluminium gefertigten Motorrahmen, vollständig aus Carbonfaser-Werkstoffen (CFK) gefertigt. Speziell für den Roadster wurde die Carbontechnik für das Monocoque weiterentwickelt. Das Ergebnis sind geringes Gewicht sowie eine bislang bei offenen Fahrzeugen nicht erreichte Torsionssteifigkeit. Sie ermöglicht herausragende Fahreigenschaften, wie sie sonst nur geschlossene Supersportwagen bieten.
Der offene Zweisitzer ist mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben ausgerüstet. Sein Front-Mittelmotor sorgt für optimale Gewichtsverteilung. Mit 460 kW/ 626 PS und einem maximalen Drehmoment von 780 Newtonmetern beschleunigt das mit einer AMG Speedshift-R-Fünfgangautomatik gekoppelte AMG-V8-Kompressortriebwerk den Roadster in 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Über den Benzinverbrauch und den CO2-Ausstoß schweigt man sich in Stuttgart zur Zeit noch aus. Zur Serienausstattung zählen unter anderem mit Semi-Anilinleder bezogene Carbon-Schalensitze, die für Fahrer und Beifahrer durch in der Größe unterschiedliche Sitzpads individuell angepasst werden, eine Zweibereich-Klimatisierungsautomatik, ein hochwertiges BOSE-Soundsystem, ein Multifunktions-Sportlenkrad mit Schaltpaddles sowie ein Navigationssystem mit integriertem Radio und CD-Spieler. Der neue Mercedes-Benz SLR Roadster wird wie das Coupé im britischen Woking bei McLaren gefertigt.
(Text: Dieter Roßbach )
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