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Rallye Argentinien 2007: Dritter Sieg für Loeb
11.05.2007
Mit einer souveränen Vorstellung sicherte sich Sébastien Loeb am Steuer seines Citroën C4 WRC seinen dritten Sieg bei der Rallye Argentinien und den vierten Erfolg im sechsten Saisonlauf. Loeb verwies am Ende einer Veranstaltung, die von massiven Problemen begleitet war, den Ford Focus RS WRC-Piloten Marcus Grönholm um 36,7 Sekunden auf den zweiten Rang. Damit baute er seine Führung in der Fahrer-Tabelle um zwei auf drei Zähler aus. Grönholm wiederum profitierte von einer starken Mannschaftsleistung und stärkte seine Position in der Team-Wertung. Mit Ausnahme von zwei Zuschauerprüfungen in den Fußballstadien von Buenos Aires sowie im rund 700 Kilometer entfernten Cordoba mussten sich die rund 1,4 Millionen Zuschauer am ersten Tag der Rallye Argentinien in Geduld üben - technische Probleme und widriges Wetter hatten den südamerikanischen WM-Lauf ins Chaos gestürzt. Eine der drei Charter-Maschinen, die Fahrer, Offizielle und Team-Mitglieder nach der Show-Wertungsprüfung in Richtung Rallye-Zentrum fliegen sollte, verspätete sich um mehr als 18 Stunden. Als Folge mussten die acht „echten“ Wertungsprüfungen der ersten Etappe abgesagt werden. Ford-Pilot Mikko Hirvonen, der die ersten Bestzeiten gesetzt hatte, nahm es mit Humor: „Damit habe ich alle Prüfungen der ersten Etappe gewonnen!“
Über seinen Spitzenplatz in der Zwischenwertung durfte sich der 26-jährige Finne jedoch nicht lange freuen. Kaum hatte die Rallye am Samstag in ihren eigentlichen Zeitplan zurückgefunden, übernahm der Citroën-Star wieder die Kontrolle: Mit einer Serie von fünf Bestzeiten am Stück setzte sich der amtierende Weltmeister in Szene und unverzüglich auf Platz eins fest. „Angesichts der deutlich verkürzten Rallye wollten wir keine Zeit verlieren“, sagte der 33 Jahre alte Franzose. „Ich habe mich am Steuer meines Citroën von Beginn an wohl gefühlt, die Zeiten passten auch. Also wusste ich, dass ich in diesem Rhythmus weiterfahren sollte.“ Im Gegensatz zum bislang sonnigen Wetter erschwerte Nebel und einsetzender Nieselregen die Bedingungen. „Die fünf Prüfungen am Morgen waren etwas rauer, das Auto hat immer wieder aufgesetzt“, erläuterte Ford-Pilot Grönholm, der sich vom vierten auf den zweiten Rang verbessern konnte und am Service härtere Federn einbauen ließ. „Dadurch fand ich am Nachmittag größeres Vertrauen in das Auto und konnte voll attackieren. Das Handling war perfekt, wir hatten sehr viel Grip.“ Effekt: Von den vier Wertungsprüfungen am Nachmittag gewann der 39-jährige Finne zwei, Loeb die übrigen beiden. Im Etappenziel lag der Franzose um 19,2 Sekunden vorn. Der Kampf um den Gesamtsieg endete früh am Sonntag: „Ich habe voll angegriffen", sagte Marcus Grönholm, " bin in einer Kurve jedoch etwas weit nach außen getragen worden und touchierte einen Stein. Danach fühlte sich das Auto eigenartig an. Ich verlor acht Sekunden und wusste, dass ich besser acht Punkte für den zweiten Platz nach Hause bringe.“
Sébastien Loeb konnte so von den fünf noch zu vergebenden Bestzeiten drei sichern. Sein Teamkollege Daniel Sordo, der letztendlich auf dem sechsten Platz landete, konnte zwei Prüfungen für sich entscheiden. Platz drei ging an den Ford-Piloten Mikko Hirvonen, der sich über sechs relativ ungefährdete WM-Zähler freute, aber dennoch nicht recht glücklich wirkte: „Das Ergebnis ist okay, auch mein Auto lief perfekt. Dennoch bin ich nicht zufrieden“, so der 26-Jährige. „Der Nebel war zeitweilig so dicht, dass wir nicht weiter als 20 Meter sehen konnten. Vermutlich fehlt mir noch Erfahrung und Streckenkenntnis. Beim jeweils zweiten Durchgang über diese Prüfungen konnte ich stets deutlich schneller fahren.“ Erfreulich für Ford: Mit Jari-Matti Latvala und Henning Solberg gingen auch die Positionen vier und fünf an Focus RS WRC. Während der Titelverteidiger seinen knappen Vorsprung auf Marcus Grönholm in der Fahrerwertung um zwei auf drei Punkte ausbauen konnte, verbesserte das Ford-Team seine Führung in der Konstrukteurs-Tabelle um einen Zähler auf neun Punkte.
(Text: rr/pt)
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