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WM-Rallye Italien: Grönholm übernimmt WM-Führung
24.05.2007
Mit einem Doppelsieg bei der Rallye Italien, dem 7. von 16. Läufen zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft, hat das Team BP Ford seine Führung in der Konstrukteurs-Wertung weiter ausgebaut und mit Marcus Grönholm auch wieder die Spitze der Fahrertabelle übernommen. Der Finne gewann die auf Sardinien ausgetragene Schotterveranstaltung zum ersten Mal in seiner Karriere. Da es jedoch bereits sein 27. WM-Laufsieg war, rückte er in der ewigen Bestenliste auf den zweiten Rang vor. Dritter wurde Dani Sordo im Werks-Citroën C4 WRC. Bei der anspruchsvollen Veranstaltung auf der Mittelmeerinsel sah es zunächst lange so aus, als könnte Sébastien Loeb seinen vierten Sieg in Folge feiern. Doch der amtierende Weltmeister schied nach einem Fahrfehler auf der ersten Prüfung des dritten Tages aus und wurde nur noch als 15. gewertet. In der Fahrer-WM musste der Elsässer (48 Punkte) die Führung damit an Grönholm (55 Punkte) abgeben. Gleichzeitig konnte BP Ford (99 Punkte) seinen Vorsprung in der Markenwertung gegenüber Citroën (78 Punkte) weiter ausbauen.
Für die Piloten der Weltmeisterschaft erwies sich die paradiesisch anmutende Mittelmeerinsel als besonders steinig. Besonders am ersten Tag der Rallye Italien bremsten auf der Strecke liegende Felsbrocken den Vorwärtsdrang der Rallye-Asse immer wieder ein. Davon profitierte am ersten Tag Jari-Mati Latvala. Der junge Finne aus dem Stobard-Ford-Team nutzte am Freitagvormittag seine achte Startposition optimal aus und lag - nachdem die vor ihm gestarteten Piloten die Piste von den gröbsten Brocken befreit hatten - von der ersten Prüfung an in Führung. In der fünften Wertung jedoch beschädigte er sich an einem Gesteinsbrocken die Vorderradaufhängung und fiel dadurch weit zurück. Ähnlich erging es dem zu diesem Zeitpunkt sechstplatzierten Chris Atkinson auf Subaru, der in der gleichfalls einen Stein touchierte. Beide beendeten die Rallye schließlich auf den Plätzen neun und zehn. Nachdem Latvala die Führung aus der Hand geben musste, übernahm am Freitagnachmittag Sébastien Loeb das Kommando. Nach den sechs Wertungsprüfungen des ersten Tages behauptete der Elsässer mit seinem Citroën C4 WRC einen Vorsprung von 22,4 Sekunden auf seinen grössten Rivalen in der Fahrer-Weltmeisterschaft, Marcus Grönholm. Loeb profitierte dabei auch davon, dass Grönholm ab der fünften Prüfung mit einem defekten vorderen linken Stoßdämpfer zu kämpfen hatte und so seinen 15-Sekunden-Vorsprung auf den Franzosen einbüßte.
Am Vormittag des zweiten Tages suchte Loeb die Vorentscheidung: Mit drei Bestzeiten auf den ersten drei Wertungsprüfungen verdoppelte er seinen Vorsprung gegenüber Grönholm auf über 40 Sekunden. Dabei ließ sich der Citroën-Pilot auch von einem ungewöhnlichen Hindernis nicht aufhalten: Der vor ihm fahrende Grönholm hatte in einer schnellen Kurve das unter dem Heck seines Ford Focus RS WRC befestigte Reserverad verloren, das anschließend mitten auf der Strecke liegen blieb und von Loeb nur knapp verpasst wurde. Mit 36,5 Sekunden Vorsprung auf Grönholm startete Loeb in den dritten Tag. Statt jedoch auf den sechs noch ausstehenden Prüfungen dem scheinbar sicheren Sieg entgegenzufahren, musste der Weltmeister die Sieghoffnungen bereits auf den ersten Kilometern begraben. Nach einem Fahrfehler fand sich Loeb im Straßengraben wieder, aus dem er mit seinem Citroën C4 WRC keinen Ausweg mehr fand. Grönholm übernahm die Spitze und behauptete sie bis ins Ziel. Hinter Grönholm rückte Mikko Hirvonen, der am Steuer seines Ford Focus RS WRC eine fehlerfreie Rallye bestritt, auf den zweiten Rang vor. Hinter Dani Sordo, den beiden Solberg-Brüdern Henning und Peter sowie Toni Gardemeister auf den Rängen drei bis sechs fuhr der Österreicher Manfred Stohl auf Position sieben und wiederholte damit sein Vorjahresergebnis.
(Text: rr/pt)
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