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Aktualisiert am 31.12.2011
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30 Jahre Fahrsicherheitstraining: BMWs zweiter Bildungsweg

28.09.2007

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Cooperate Identity?, Durchgestyltes Outfit? In den ersten bediente sich jeder nach Laune in der BMW Boutique, bis auf die Hüte
Doppelpfeil

Im Jahre 1977 bot BMW als einer der ersten Automobilhersteller seinen Kunden die Möglichkeit, ihr Know-how am Lenkrad zu optimieren. Damals begann man als "Fahrerschule" mit Fahrzeugen der ersten BMW 3er Serie. "Die optimale Verbindung des besseren Automobils mit dem besseren Fahrer" zu schaffen, lautete das Ziel, als die BMW Motorsport GmbH in den 1970er Jahren erstmals zur Teilnahme an einer "Fahrerschule" aufrief. Die Erkenntnis, dass neben dem Bau besonders sicherer Automobile auch die Förderung des fahrerischen Könnens zu einer Reduzierung des Unfallrisikos beitragen kann, war Auslöser für die Ausschreibung der ersten 15 Lehrgänge für jeweils 20 Teilnehmer, die innerhalb kürzester Zeit ausgebucht waren.

Der sichere Umgang mit dem Automobil ist gerade auch im Motorsport der Schlüssel zum Erfolg. Nicht umsonst gilt auf der Rennstrecke ein kontrollierter, und damit sicherer, Fahrstil als wichtigste Voraussetzung für einen Platz in der ersten Startreihe. Und seit jeher vollzieht sich die Suche nach der Ideallinie zunächst bei gemäßigtem Tempo. "Sicherheit vor Schnelligkeit" lautet die Trainingsmaxime. Unter dem gleichen Motto standen stets auch jene Lehrgänge, die BMW bereits lange vor dem Start des unternehmenseigenen Fahr-Sicherheitstrainings unterstützte. Schon 1958 kündigte BMW einen "Sport- und Rennfahrer-Lehrgang" auf dem Nürburgring an. Initiiert wurde er vom Gau Hansa-Hamburg des ADAC, prominentester Lehrmeister war der Weltrekordfahrer und Grand-Prix-Sieger Hans Stuck mit einem Sportwagen vom Typ BMW 507.

Damals ging es ausdrücklich um die Förderung des Motorsport-Nachwuchses. Doch der Wunsch nach professioneller Unterweisung war bald auch bei Privatfahrern geweckt. Der Verband der BMW Clubs reagierte darauf mit der Einführung eines Fahrerlehrgangs. Im April 1964 hieß es erstmals "Besser fahren auf BMW". In dieser "Fahrschule für Fortgeschrittene", wie es in einer Ausschreibung hieß, wurden die Autofahrer mit den Möglichkeiten und Grenzen der Fahrdynamik vertraut gemacht, um später auch auf der Straße problematische Situationen erkennen und sicher meistern zu können.

BMW E23 320, Altonen
Mit einem skeptischen Altonen auf dem Beifahrersitz ist der Pylonentanz noch anstrengender.
Doppelpfeil

Der enge Zusammenhang zwischen sportlicher Leistung und alltäglichem Können wird vor allem vom ersten Chefinstruktor des BMW Fahrer-Trainings verkörpert. Rauno Aaltonen, Rallye-Europameister und mehrfacher Gewinner der Rallye Monte Carlo, besaß schon in den 1970er-Jahren ein einzigartiges Einfühlungsvermögen nicht nur im Umgang mit seinen Fahrzeugen, sondern auch gegenüber seinen Schülern. Zwei Jahre nach dem Start des BMW Fahrer-Trainings fasste er dessen Inhalte auf ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Weise in einem Buch zusammen, das unter dem Titel "Revolution am Steuer" erschien und innerhalb kürzester Zeit vergriffen war. Darin schreibt Aaltonen über die Motive eines Motorsportlers, Autofahrer für den Verkehrsalltag zu schulen: "Wer gewohnt ist, stets in extremen Situationen zu fahren, besitzt im normalen Verkehr entsprechend mehr Reserven. Reserven, die idealerweise eigentlich jeder Autofahrer in der Hinterhand haben sollte. Und genau dazu möchte ich mit diesem Buch, wie auch mit dem BMW Fahrer-Training beitragen. Wir wollen das System Fahrer/Fahrzeug/Umwelt nicht nur durch gute Autos sicherer machen, sondern auch durch bessere Fahrer."

Aaltonens "Revolution" bestand vor allem darin, die Verbindung zwischen fahrphysikalischen Gesetzmäßigkeiten und dem Verhalten eines Automobils auf der Straße verständlich und einprägsam zu erläutern. Anhand eines "Regelkreises" zeigte er beispielsweise auf, wie sich das Wissen und Können des Fahrers, das Handling und die Leistung seines Fahrzeugs sowie die Umweltbedingungen wie Witterung und Straßenzustand gegenseitig bedingen und beeinflussen. Seine grundlegenden Betrachtungen beeinflussen bis heute den theoretischen Unterricht.

BMW E30 M§
Schon bald wurde mit richtigem Sportgerät trainiert: der BMW M3 E30 ist im Nassen eine Herausvorderung
Doppelpfeil

Als "Geburtsstunde" des BMW Fahr-Sicherheitstrainings gilt der 22. April 1977. An diesem Tag absolvierten Kunden erstmals Trainingsmanöver mit einem BMW 320i. Sechs Wochen zuvor hatten bereits Beamte der Münchner Polizei auf dem Flughafengelände Oberpfaffenhofen den Lehrgang durchlaufen: eine Generalprobe der besonderen Art, da gerade für Sicherheitskräfte eine professionelle und anspruchsvolle Fahrausbildung schon damals von großer Bedeutung war. Den Beschluss zur Gründung einer "Fahrerschule" hatte der BMW Vorstand bereits am 3. Februar 1976 gefasst. Und noch im gleichen Jahr waren die Kontakte für eine professionelle Umsetzung dieses Beschlusses geknüpft. Der damalige Geschäftsführer der BMW Motorsport GmbH, Jochen Neerpasch, und der langjährige Sportsekretär des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Börries von Breitenbuch, vereinbarten im August 1976 die gemeinsame Konzeption eines vielseitigen Trainingsplanes. Von Breitenbuch hatte - gemeinsam mit dem finnischen Rallye-Profi Rauno Aaltonen - zwei Jahre lang Erfahrungen mit der Durchführung von Fahrer-Trainings-Kursen gesammelt. Die anspruchsvolle Methodik des Duos deckte sich in idealer Weise mit dem BMW Anspruch an Professionalität. Die genaue Analyse von Fahrzuständen, die Autofahrern im Alltag Probleme bereiten, wurde um die Vermittlung von Fähigkeiten, die im Motorsport zum Erfolg führen, ergänzt. Dazu zählt die richtige "Linie" mit Brems-, Ein- und Auslenk-Punkten. Für Neerpasch war es daher nur folgerichtig, Börries von Breitenbuch als Trainingsleiter und Rauno Aaltonen als Chefinstruktor zu gewinnen.

Trainingsplan anno 1977: Ernährungstipps, Dauerlauf, Pannenhilfe. Die personellen Weichen waren damit gestellt. Was folgte, war die Suche nach einem geeigneten Gelände, die Auswahl und Bereitstellung von Fahrzeugen und die Aufstellung eines Trainingsplans. Bei der Ausarbeitung der Lehrgangsprogramme wurden auch wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde gelegt, beispielsweise die Untersuchungen des Freiburger Sportmediziners Prof. Joseph Keul über Stresssituationen im Automobilsport und im Verkehrsalltag. Entsprechend vielfältig gestaltet sich der Trainingsplan. Vorträge über "Stress am Steuer" und gesunde Ernährung sowie verkehrspsychologische Lektionen waren vor 30 Jahren fester Bestandteil jedes Lehrgangs. Ebenso gehörten gemeinsame Dauerläufe am frühen Morgen, Fitness-Übungen unter der Leitung eines Diplom-Sportlehrers und ein Pannenhilfe-Kursus zum Trainingsprogramm.

Im Debütjahr des Fahr-Sicherheitstrainings wurde eine Flotte von BMW 320i an den Start geschickt. Die 125 PS starken Fahrzeuge der ersten BMW 3er Generation waren mit einem speziell abgestimmten Fahrwerk, einer Differenzialsperre mit 40-prozentiger Wirkung sowie einem Sportschalensitz für den Fahrer ausgestattet.

Innerhalb weniger Jahre wuchs nicht nur die Nachfrage, sondern auch die Vielfalt im Trainingsangebot rasant an. Schon in den 1980er Jahren nutzten mehr als 2 000 Fahrer die Möglichkeit, ihr fahrerisches Potenzial zu erweitern. In den 1990er Jahren wurde sowohl der Aufbau einer modularen Struktur von Lehrgängen mit unterschiedlich hohen Anforderungen als auch die Internationalisierung des Angebots forciert. Heute kann man in Schweden das Fahren auf Eis, in Namibia im Gelände und auf dem Nürburgring den sportlichen Einsatz eines M3 trainieren. Und auch für die Motorradfahrer gibt es eine breite Palette von Kursen.

(Text: BMW AG, dr )
(Fotos: BMW AG )

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