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Mille Miglia 2007: 80 Jahre Faszination
31.05.2007
Zwei Jubiläen in einem Jahr, denn 80 Jahre Mille Miglia bedeuten auch 25 Jahre Mille Miglia Storica. Ab 1927 bis 1957 wurde mit Ausnahme der Kriegsjahre auf wechselnden Strecken das härteste Rennen seiner Zeit ausgetragen. Von Brescia nach Rom und zurück führte die 1600 Kilometer lange Schleife über Ferrara, Assisi, San Marino, Siena, Florenz, Bologna, Modena und Cremona. Eine Herausforderung an die besten Piloten der Zeit und Stoff für ungezählte Legenden. Wolfgang von Trips, Piero Taruffi, Hans Herrmann, Juan Manuel Fangio oder Stirling Moss haben auf den Strassen Nord- und Mittelitaliens Strophen ihres Heldenlieds komponiert. Selbst der unglückliche Ferrari-Pilot Alfonso de Portago, durch dessen Unfall 1957 zehn Zuschauer das Leben liessen und der zum Anlass wurde, die "Mille" zu verbieten, hat sich hier unsterblich gemacht.
Seit der Wiederbelebung im Jahr 1982 geht es gelassener zu. Es geht um Gleichmässigkeit, präzise Berechnungen und fahrerische Disziplin. Teilnehmen dürfen aber nur solche Renner, die schon die historische Tour unter die Räder genommen haben: Gutachter des Weltverbandes der Oldtimer-Clubs (FIVA) nehmen die Kandidaten unter die Lupe und nur, wenn der Originalitätsnachweis erbracht ist, ist die Teilnahme sicher. Und diese Genauigkeit ist Gewähr für eine unvergleichliche Atmosphäre: Auch wenn der Zuschauerstrom mehr und mehr anschwillt, entstehen in der Stadt immer wieder neue Bilder, die sich im Bereich zwischen Gestern und Heute materialisieren. Für den, der sehen will, enstehen Zeitfenster, in denen die Mythen der Vergangenheit in frischen und lebendigen Farben wiederauferstehen Ein vollkommener Genuß.
(Text: Rainer Roßbach )
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