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Rallye Akropolis: Ford baut WM-Führung aus
06.06.2007
Mit dem 60. Sieg bei einem Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft hat das Werksteam BP Ford heute in Griechenland seine Führung in der Konstrukteurswertung auf 28 Punkte ausgebaut. Marcus Grönholm/Timo Rautiainen entschieden alle drei Etappen des achten von 16 Saisonläufen für sich und gehen dadurch mit einem neun-Punkte-Vorsprung in die Sommerpause. Ihre Teamkollegen Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen beendeten die „Akropolis“-Rallye auf der vierten Position. Bereits die Freitags-Etappe bewies, dass der griechische Rallye-Klassiker seinen Ruf als härteste Veranstaltung der Saison zu Recht trägt. Tabellenführer Grönholm musste als erster auf den noch staubigen Strecken starten. „Keine leichte Aufgabe, da die Pisten von losem Schotter bedeckt waren, die wir für die Nachfolgenden beiseite gefegt haben“, erläuterte der Finne, der den Mittagsservice auf Rang vier und mit 13 Sekunden Rückstand ansteuerte. „Wir hatten Mühe, Grip zu finden. Nur die erste Prüfung, die wir gewonnen haben, bot bessere Bedingungen.“ Auch am Nachmittag, als es nochmal über die Wertungsprüfung des Vormittags ging, konnte Grönholm eine weitere Etappe gewinnen. Bis ins Ziel hatte sich der Ford Focus RS-Pilot die Führung in der Gesamtwertung zurück erkämpft und lag um 8,3 Sekunden vorn. Sein Teamkollege Mikko Hirvonen übernachtete auf Rang fünf gerade Mal zwei Sekunden vom zweitplatzierten Sébastien Loeb getrennt.
Dennoch sollte der Freitag kaum mehr als ein Aufwärmen sein für die zweite Etappe mit ihren beiden Durchgängen über die mit 48,88 Kilometern extrem langen Wertungsprüfungen „Agii Theodori 1“ und „2“ aus denen der besonnene Marcus Grönholm jeweils als Sieger hervorging. Alles, was davor und danach kam, erscheint im Vergleich nur als lockeres Aufwärmenn auch wenn sich die Rallye-Cracks speziell am Freitag harte Duelle lieferten. Diese Wertungsprüfung weist einen Untergrund auf, der jede Laufflächenmischung bis zum Äußersten strapaziert. „Das Schlimmste sind die verborgenen Felsstücke, die nur mit einer Kante aus dem Boden hervor ragen und auf gut 33 Kilometern typisch sind“, analysiert Patrick Letort, der Rallye-Cheftechniker von BFGoodrich. „Sie beschleunigen den Verschleiß der Reifen enorm. Aber auch die groben Steine und Brocken sowie der lose Schotter sind nicht zu verachten.“ Nach der ersten Etappe führte Ford Focus-Pilot Marcus Grönholm vor Petter Solberg und Chris Atkinson in den beiden überraschend starken Subaru Impreza sowie Titelverteidiger Sébastien Loeb im Citroën C4 WRC, Mikko Hirvonen im zweiten Focus und Citroën-Youngster Dani Sordo. 10,7 Sekunden knüpfte Grönholm seinen Kontrahenten bei der ersten Passage ab, 19,9 Sekunden folgten am Nachmittag. „Dabei konnte ich auf meinem Display ablesen, dass Loeb bei der ersten Zwischenzeit schneller war als ich“, so der 39-Jährige. „Aber dies hat mich nicht beeindruckt, denn ich wollte meine Reifen angesichts des rauen Untergrunds nicht zu früh verschleißen.“ Die Taktik ging auf: Während seine Konkurrenten durch Defekte viel Zeit verloren, brachte Grönholm seinen robusten Ford Focus RS WRC ungeschoren ins Ziel und baute damit seinen Vorsprung auf 43,3 Sekunden aus.
Obwohl die Bodentemperaturen in der Zwischenzeit auf nahezu 50 Grad Celsius geklettert waren, und auch die Streckenbedingungen sich drastisch verschlimmert hatten, blieb Marcus Grönholm seinen weichen Pneus vom Vormittag treu Loeb und Solberg hatten auf Nummer sicher gesetzt und sich für härtere Mischungen entschieden. „Wir sind ganz bewusst ein kalkulierbares Risiko eingegangen“, erläuterte der 39-jährige Finne seinen Schachzug später. „Ich wusste ganz genau, wo ich angreifen konnte und in welchen Passagen ich meine Reifen schonen musste - auch wenn einige Abschnitte wirklich ganz übel und brutal waren.“ Dabei förderten die Zwischenzeiten auf der Wertung Erstaunliches zutage: Statt zu bummeln ließ es Grönholm forsch angehen nie trennten ihn mehr als fünf Sekunden von Loeb. Der bis dahin nur drittplatzierte Franzose seinerseits wollte sich die Chance nicht entgehen lassen, das Ruder noch herumzureißen und nicht nur Solberg, sondern auch den Führenden noch abzufangen. „Ich wollte mir unbedingt einen Vorsprung herausfahren“, gestand der dreimalige Weltmeister später. „Dabei habe ich meine Pneus bereits auf den ersten Kilometern überfordert und mir schnell zwei Reifenschäden vorn eingehandelt. Subaru-Pilot Solberg erwischte es noch schlimmer. Zwar büßte der Norweger „nur“ 19,9 Sekunden auf Grönholm ein, doch er hatte sich auf den letzten Metern den vorderen linken Stoßdämpfer seines Subaru Impreza beschädigt ein Defekt, der erst beim abendlichen Service behoben werden konnte und ihn für die folgenden Wertungsprüfungen einbremsen sollte. „Ohne dieses Problem wäre für uns deutlich mehr möglich gewesen“, meinte der 32-Jährige vor der Übernachtpause. Die Entscheidung jedoch war erst nach der Wertungsprüfung 14 gefallen: Grönholm konnte seine Führung auf Loeb auf nahezu 50 Sekunden ausbauen. Nach zwei Siegen bei den beiden zurückliegenden Rallyes geht damit das Ford-Team als Führende in beiden WM-Wertungen in die Sommerpause.
(Text: rr/pt) |
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