|
|
|
|
25. Oldtimer Festival: Nürburgring-Zeitreise
25.06.2007
Die Zeitreise begann beim Betreten des alten Fahrerlagers. In den engen Garagen und auf dem quadratischen Innenraum standen sie dicht an dicht: Legendäre Rennfahrzeuge, die auch auf dem Nürburgring Rennsportgeschichte geschrieben haben. Vier Fahrzeuge waren schon 80 Jahre früher beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings am Start, darunter ein Amilcar CS Biplace, ein Bugatti 35B und der Mercedes, mit dem Rudolf Caracciola seinen ersten Sieg auf der Nordschleife errang. Etwa 1000 Teilnehmer waren angereist aus Deutschland, den Niederlanden, den Benelux-Staaten, Frankreich, Italien, der Schweiz, Großbritannien und Schweden, sogar aus den USA, Südafrika und Japan, um dem DAMC 05 bei seiner Jubiläumsveranstaltung ebenso die Ehre zu geben, wie dem Eifelkurs, dessen 80. Geburtstag am Montag nach dem Oldtimer-Festival begangen wurde.
Die Akteure boten den Zuschauern des 25. Internationalen Oldtimer Festival auf dem Nürburgring spannende Rennen und sehenswerte Demonstrationsfahrten. Wie in den Vorjahren nahmen die Teilnehmer der Vintage auch die Nordschleife und die verbliebenen Streckenteile der Südschleife unter die Räder. Zahlreiche Markenclubs nutzen das Wochenende zu einem gemeinsamen Treffen und rundeten das Programm ebenso ab, wie Verkaufsstände mit Ersatzteilen und Zubehör. Im Formel-1-Starterfeld waren Fahrzeuge aus den Jahren 1971 bis 1985 am Start. Neben mehreren Tyrrell, Lotus und Williams war auch ein bildschöner McLaren-Ford M19 zu bewundern, den Denis Hulme 1972 noch beim Großen Preis von Deutschland auf der Nordschleife des Nürburgrings fuhr. Sein Helmdesign hatte sich der Besitzer Roberto Crippa vom Amerikaner Peter Revson abgeschaut, der 1972 und 1973 ebenfalls für das McLaren-Team fuhr. Auch der einzige erfolgreiche Formel-1-Rennwagen mit sechs Rädern, der Tyrrell P34, war am Start.
Etwas jünger, aber ebenso spektakulär zeigte sich das Feld der Langstreckenfahrzeuge der früheren Gruppe C und der IMSA-Serie. Ehemalige Joest- und Kremer-Porsche 962 beeindruckten das Publikum mit ihrer Optik und ihrem Sound ebenso wie der feuerspeiende Mazda 757 oder die Jaguar XJR. Die Begeisterung des Publikums für diese Art des Motorsports zeigte sich ungebrochen. Ein Wiedersehen gab es auch mit vielen kleinen Stars früherer Jahre. GT- und Tourenwagen lieferten sich ebenso heiße Duelle wie über 30 Jahre alte Mini Cooper oder Fiat Abarth. In einem eigenen Rennen fuhren die stolzen Besitzer britischer Klassiker mit alten MG, Austin Healey und Triumph um den Sieg. Auch die Freunde des Motorradsports kamen auf ihre Kosten. Klassische Solo-Maschinen von Ducati, BMW und MV Agusta begeisterten die Besucher ebenso wie die Gespannfahrer, die ihre betagten Gefährte noch sehr sportlich bewegten.
Den einzigen Wermutstropfen des Wochenendes erzeugten Teilnehmer, die ihre Rennfahrzeuge nach den Rennen nur zu rasch hinter eilends herunter gelassenen Boxentoren verbargen und die Besucher des Fahrerlagers oftmals vor verschlossenen Türen stehen ließen. Aber solche Probleme sollten sich künftig lösen lassen und täuschen nicht darüber hinweg, dass der Besuch des Oldtimer-Festivals wie gewohnt in jeder Hinsicht lohnend war. Der veranstaltende Düsseldorfer-Automobil-Club 05 freute sich am Ende über den Rekordbesuch von 12.200 Zuschauern. Das rundum attraktive Programm, im Übrigen hervorragend organisiert, hätte aber durchaus noch vollere Tribünen verdient gehabt.
(Text: Michael Behrndt) |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||