Festival of Speed 2007: Viel Vergnügen
30.06.2007
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Im zentralen Display von Goodwood illustrierten Celica GT-Four, TS010 Le Mans, TS020 GT One, Champ Car und der Formel 1 TF107 die wechselhafte Renngeschichte von Toyota .
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Ferrari feiert den 60sten - und Goodwood gab Toyota die Ehre. Statt in den konfektionierten Jubelchor für die einheitsroten Pininfarina-Uniformen einzustimmen - die Zeiten von Vignale, Boano oder Scaglietti sind schließlich schon lange Vergangenheit - würdigte man beim diesjährigen Festival of Speed die fünfzigjährige Renngeschichte des japanischen Konzerns. Und da gibt es einiges zu entdecken: Jenseits des aktuell wenig erfolgreichen Formel 1-Engagements etwa die Rallye-Celicas, die Anfang der Neunziger Jahre den Titel holten, der bullige Toyota 7 für das japanische CanAm-Pendant Ende der Sechziger oder der Toyota-Eagle Mk II, mit dem Juan Manuel Fangio II die US-amerikanische IMSA-Serie 1992/93 überlegen gewann.
Runde Geburtage gab in diesem Jahr reichlich: Le Mans feiert den 80sten, die Gruppe C ist jugendliche 25 geworden, Brooklands wurde vor 100 Jahren gebaut und das Konzept des Monoposto fand zum erstenmal vor 75 Jahren Anwendung. All das wurde dann mit anregenden Nebenthemen gewürzt.
Eine kleine, schöne Reihe brachte Rennwagen, die die zu ihrer Zeit gängigen Konstruktionsprinzipien gegen den Strich bürsteten, wie etwa den innovativen Chapparal-Chevrolet 2J mit infernalisch klingendem ILO-Zweitakt-"Staubsauger"-Motor, den 68er Howtek TX mit Pratt&Whitney-Hubschrauberturbine und das kuriose Milliken MX1 Camber Car mit 45-Grad-Sturz, Motorradbereifung und 1,25-Liter-Zweitakt-Sechszylinder, zusammen.
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Der Dallenbach PV03 "Pikes Peak Special" verlor 2006 nur knapp das legendäre amerikanische Bergrennen.
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Dank Le Mans und Gruppe C bestimmten jedoch zweisitzige Langstreckenrenner die Szenerie: Von den berühmten "Lastwagen" der Bentley-Boys über Jaguar D-Type, Ford F3L, Matra MS 650, Porsche 917, Mirage-Ford GR7, Aston Martin Nimrod C2B, Rondeau, Jaguar XJR12 und Peugeot 905 bis zum diesjährigen Sieger in Le Mans, Audis R10 TDI, waren durchweg faszinierende Exemplare auf der Strecke. Gerade Porsche war mit dem legendären 917, dem 956, dem erfolgreichen Dauerläufer 962 sowie dem aktuellen RS Spyder besonders breit aufgestellt.
Faszinierend auch die Protagonisten der Brooklands-Geschichte. In der Zeit zwischen 1907 und 1939 wurden im "Home of British Motorracing" viele Rekorde gebrochen. Wahre Monster waren zu jener Zeit auf dem Oval unterwegs: So brachte es der W12-Motor des brachial-eleganten Napier Railton-Special von 1933 auf üppige 24 Liter Hubraum.
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Auf dem Audi Sport Quattro S1 wurde der Schwede Stig Blomqvist 1985 Vize-Rallye-Weltmeister.
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Historische Formel 1 ein besonders rares Exemplar war der italienische Serenissima M1AF aus dem Jahr 1967 , Motorräder, die hundert Jahre Tourist Trophy-Geschichte geschrieben haben, sechs Bugatti Royale oder Spezialkonstruktionen für das traditionelle Bergrennen am amerikanischen Pikes Peak die Liste liesse sich noch eine Weile fortsetzen.
Bei der Fülle an exquisiten Themen und Rennwagen stand der drei Kilometer lange Rallye-Kurs durch den Wald neben dem Zielbereich der Bergstrecke ein wenig im Abseits. Zu Unrecht, denn hier lieferten sich Ford Escort RS, Fiat 124 Abarth, die Quattros von Audi, Lancia Stratos, Rally 037 und Delta mit Austin Metro 6R4, Subaru Impreza WRC, Ford Focus WRC oder Mitsubishi Lancer WRC in den aktuellen Spezifikationen ernstgemeinte Duelle. Sprünge, wilde Drifts und schnelle Passagen zwischen den Bäumen vermittelten viel von der packenden Spannung des Rallye-Sports.
Der imme neue Blick auf die Geschichte des Motorsports ist typisch für das Festival in Südengland. Dazu kommt trotz 150.000 Besuchern über das Wochenende eine unvergleichlich gelassene Atmosphäre, die auf die aufgeregten und gespreizten, elitären Posen vergleichbarer Veranstaltungen verzichtet. Ein Muss.
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Trotz Überlegenheit konnte der Toyota TS020 GT One weder 1998 noch 1999 Le Mans gewinnen. Danach war für die Japaner Schluss mit dem Langstreckensport.
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Spass an der Arbeit: Die Toyota F1-Mechaniker bringen Reifen zum Startplatz.
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Der Toyota 7, von einem 7, 5-Liter großen V8 angetrieben, bestritt 1969 die japanische Gruppe 7-Serie.
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Der Toyota 7 Bi-Turbo von 1970 realisierte 800 PS. Wegen Änderungen im Reglement kam es nie zum Einsatz.
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Toyotas 2000 GT erschien 1965 und war der erste japanische Supersportwagen.
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Mit dem Eagle-Toyota Mk III gewann Juan Manuel Fangio II die IMSA-Meisterschaften 1992 und 1993.
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Mythos: Neben der Markenmeisterschaft 1970 gewann der Porsche 917K auch das für die Stuttgarter so wichtige Rennen in Le Mans.
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CanAm-Seriensieger 1972: Mark Donohue gewann mit dem Porsche 917/30 nach Belieben.
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Stefan Bellof wurde 1984 auf dem Porsche 956 C Langstreckenweltmeister - hier ein Exemplar von 1982.
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Wurde 1977 innerhalb von zwei Monaten gebaut: Porsche 935 "Baby" mit 1.4-Liter-Sechszylinder-Turbo-Boxer.
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Mit dem RS Spyder gelang Porsche 2006 die bravouröse Rückkehr in den Prototypen-Sport.
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Ferrari-Pferde im Heck: Lancia LC2 aus dem Jahr 1984.
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Achtungserfolg: Thompson/Heppenstall fuhren 1968 den Howmet TX bei den sechs Stunden von Watkins Glen auf einen guten dritten Platz.
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Zusatzscheinwerfer und Beifahrersitz: Matra MS 650 für die Tour de France 1969.
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Superschnell, aber unzuverlässig: Ford F3L mit Cosworth-Dreiliter für die Saison 1968.
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Der Jaguar XJR6 wurde 1986 von Tom Walkinshaw vorbereitet.
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Erfolglos: Aston Martin Nimrod C2B mit 5,3-Liter-V8 aus dem Jahr 1984.
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Der Jaguar XJR12 siegte 1990 in Le Mans.
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Wiederbelebungsversuch: Mit dem radikalen Allard J2XC aus dem Jahr 1992 sollte die englische Traditionsmarke neu belebt werden.
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Mit 3:36.9 die schnellste Rundenzeit bei der 1982er Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans: Rondeau-Cosworth M382.
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Ein ILO-Zweitakter saugt den Chapparal-Chevrolet 2J an den Boden.
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Petermax Müller baute zwischen 1946 und 1949 insgesamt sechs Rennwagen, darunter diese Stromlinie mit 1,1-Liter-Vierzylinder-Boxer aus dem Jahr 1949.
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Siegte von 1955 bis 1957 nach Belieben in Le Mans: Jaguar D-Type.
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Konnte nicht gegen die überlegenen Ferrari 312 PB und Matra-Simca 670 bestehen: Mirage-Ford GR7 von 1972.
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Feierte 1974 und 1975 Weltmeisterschaftserfolge: Fiat 124 Abarth.
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Gesamtsieg bei der Rothmans Manx Rallye 1980 durch Tony Pond/ Fred Gallagher: Triumph TR 7 V8.
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Walter Röhrl feierte bei der San-Remo-Rallye 1985 den einzigen Sieg eines Sport quattro E2 bei einem Weltmeisterschaftslauf.
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Weltmeister: Der Lancia Rally 037 gewann 1983 den Titel.
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Der Austin Metro 6R4, Baujahr 1986, wird von einem Dreiliter-V6 befeuert.
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Sieg in Monte Carlo 1990: Lancia Delta HF Integrale .
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Auf dem Sprung: Subaru Impreza WRC im Wald von Goodwood.
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Quertreiber: Mitsubishi Lancer WRC auf der Bergstrecke.
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Waldläufer: Der Subaru Impreza WRC wedelt durch die Bäume.
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Art Deco-Renner: Benz 200 "Blitzen-Benz" von 1909.
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Zwölf Zylinder in W-Anordnung und 24 Liter Hubraum bringen den Napier Railton-Special des Jahres 1933 auf Touren.
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Aerodynamische Anfänge: Bentley "Birkin Single Seater" 4,5-Liter-Vierzylinder von 1929 mit windschlüpfrigem Kühler.
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Replica: Audi brachte den perfekten Nachbau des Auto-Union Typ C/D von 1939 nach Goodwood.
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America, the beautiful; Miller-Ford V8 3,6-Liter V6 des Jahres 1935.
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Frühwerk: 1957er BRM Type 25 mit 2,5-Liter-Vierzylinder-Motor.
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Experimentell: Milliken MX1 Camber Car mit 1,25-Liter-Zweitakt-Sechszylinder aus dem Jahr 1960.
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Blaue Mauritius: Der Serenissima M1AF von 1967 blieb ein Unikat.
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Die Kunst des Einfachen: Der berückend schöne Ferrari 312 von 1968.
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Erfolgsmodell: Der Lotus-Cosworth 49 war von 1967 bis 1970 konkurrenzfähig.
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Indy-Veteran: Vollstedt-Offenhauser 2,6-Liter-Vierzylinder-Turbo von 1973.
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Mit dem Tyrell 006 gewann Jackie Stewart 1973 seinen letzten WM-Titel.
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Erfolgreich mit sechs Rädern: Tyrell P34 aus dem Jahr 1976.
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Aktuelles Modell: Red Bull-Renault RB3 für die Saison 2007.
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McLaren-Mercedes war mit einem MP4/21 aus dem Vorjahr am Start.
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Amerikanisches Urgestein: Chevrolet Camaro Z IROC 1977.
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Jochen Mass brachte den Dodge Charger von 2005 an den Start.
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Harald Ertl pilotierte 1977 den Schnitzer-BMW 2002 Turbo, der aus 1426 ccm Hubraum 400 PS mobilisierte.
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Angeschoben: Singer 3HP von 1910.
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Diese schöne Ferrari 375MM Berlinetta mit 4.4-Liter-Sechszylinder wurde 1954 gebaut.
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Zu modern: Der Morgan Plus Four Plus von 1959 kam nur auf 25 Exemplare.
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(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Rainer Roßbach)

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