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Jaguar D-Type: Le Mans-Legende
16.07.2007
Vor 50 Jahren feierte Jaguar den dritten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans in Folge. Nach Erfolgen in den Jahren 1955 und 1956 dominierte Jaguars D-Type mit der markanten, aufrecht stehenden Heckflosse das Rennen von 1957 dank seiner Zuverlässigkeit und Schnelligkeit fast nach Belieben: Die fünf gestarteten Wagen kamen auf den Plätzen 1, 2, 3, 4 und 6 ins Ziel. Mechanisch basierte der zweisitzige Rennwagen auf dem XK 140. Die Radaufhängungen und der Motorblock waren vom Serienmodell übernommen. Erstmals aber verwendete Jaguar beim D-Type ein Monocoque innovativ für die Zeit waren auch die Dunlop-Scheibenbremsen an allen vier Rädern sowie die leichten Räder aus Aluminium, die die ungefederten Massen verringerten. Der Motor, im Verhältnis 9:1 verdichtet, wies eine Trockensumpfschmierung auf und wurde von drei Weber-Doppelvergasern mit zündfähigem Gemisch versorgt das Ergebnis war eine Leistung von 245 PS bei 5750 Touren. Dazu kamen noch eine hydraulisch betätigte Kupplung sowie ein selbst entwickeltes, voll synchronisiertes Viergang-Getriebe.
Ron Flockhart, Sieger von 1956 und 1957 äußerte sich gegenüber Lord Montagu of Beaulieu begeistert über den Rennwagen aus Coventry: "Dank der vertikalen Heckflosse wurde der D-Type mit zunehmender Geschwindigkeit immer richtungsstabiler. Auf der Mulsanne-Geraden konnte ich vorausgesetzt, es war nicht zuviel Verkehr die Hände vom Lenkrad nehmen und meine Finger und Arme entspannen, während sich der Jaguar bei Tempo 275 wie von selbst steuerte. Eine besondere Mutprobe war es für mich und Ivor Bueb, den leichten Rechtsknick am Ende der Geraden voll zu nehmen. Das waren beim 3,8- Liter-Motor von 1957 ehrliche 5.800 Umdrehungen pro Minute. Es ging so gerade. Bei Seitenwind ließen wir es aber bleiben, denn dann wurde der vorher so gutmütige Jaguar deutlich nervöser." Nach hartem Kampf gegen die Konkurrenz von Aston Martin, Maserati und Ferrari sah diese Fahrerkombination im Juni 1957 nach 24 Stunden auf einem von der Ecurie Ecosse genannten D-Type mit 3,8 Liter-Motor als Erste die Zielflagge. Platz zwei belegte das zweite Auto der Schotten mit 3,4 Liter-Reihensechszylinder unter Ninian Sanderson und John Lawrence. In einem weiteren Jaguar liefen die Franzosen Jean Lucas und Jean-Marie Brussin („Mary“) auf Platz drei ein, gefolgt vom Journalisten Paul Frère und dessen Partner „Freddy“ Rousselle im gelben D-Type der Equipe National Belge. Hinter dem besten Ferrari rundeten Duncan Hamilton und Masten Gregory im zweiten „Jag“ mit 3,8-Liter-Triebwerk das makellose Resultat ab fünf Jaguar gingen an den Start und fünf kamen ins Ziel. Es war erst das zweite Mal in der Le Mans-Geschichte, dass ein Hersteller einen Vierfach-Sieg verbuchen konnte zuvor war dies nur Bentley im Rennen von 1929 gelungen.
Dass es überhaupt dazu kam, verdankte Jaguar der von David Murray geleiteten Ecurie Ecosse. Schon 1956 hatten die Schotten trotz des frühen Ausfalls des Werkswagens für ein Happy End aus Jaguar-Sicht gesorgt. In der Saison 1957 vertrat das Privatteam nach dem Rückzug des Werkes die Jaguar-Interessen dann allein. Der Sieg von 1957 war für die damals noch relativ kleine Marke Jaguar ein Meilenstein. Die Le Mans-Erfolge, die 1951 und 1953 mit dem C-Type ihren Anfang nahmen, machten die Marke weltweit bekannt. Jaguar wurde zu einem festen Begriff im Motorsport und in der Automobilindustrie. Insgesamt konnte der D-Type zwischen 1954 und 1957 17 Siege und viele gute Platzierungen herausfahren. Nach den erfolgreichen Fünfzigern sollte es bis 1988 dauern, ehe Jaguar mit dem XJR-9 LM und den Fahrern Andy Wallace/Jan Lammers/Johnny Dumfries zum sechsten Mal bei den „24 Stunden von Le Mans“ gewinnen konnte. Zwei Jahre später ließen John Nielsen, Price Cobb und Martin Brundle im XJR 12 mit 7,0 Liter großem V12-Motor dann den siebten und vorerst letzten Gesamtsieg für Jaguar folgen.
(Text: Rainer Roßbach/pt) |
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