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Porsches Cayenne S Transsyberia: Asien-Express
04.08.2007
Nachdem zwei Privatteams letztes Jahr erstmals mit dem Gelände-Porsche an der Transsyberia Rallye teilgenommen und die ersten beiden Plätze belegt hatten, wurde man in Zuffenhausen auf den Wettbewerb aufmerksam. Für die diesjährige Langstreckenfahrt, die aktuell am 2. August in Moskau gestartet wurde, legte man eine Kleinserie von 26 Fahrzeugen auf, die für den mehr als 7.000 Kilometer langen und harten Wettbewerb in vielfältiger Weise verändert wurde. Gegenüber dem Serienmodell des Cayenne S wurde die Rallye-Version in vielen Punkten modifiziert, die in erster Linie die Sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen sollen. Der Motor entspricht weitgehend dem des Serien-Cayenne S. Der 4,8-Liter-V8-Saugmotor mit Benzindirekteinspritzung leistet 385 PS bei 6.200 Umdrehungen pro Minute. Bereits bei 3.500/min liegt das maximale Drehmoment von 500 Newtonmetern an. Die VarioCam Plus-Ventilsteuerung sorgt für eine gleichmäßige Kraftentfaltung über den gesamten Drehzahlbereich. Je nach Drehzahl schaltet die Motorsteuerung den Hub der Einlassventile zwischen 3,6 und zehn Millimeter um. Auch die Länge des Saugrohres lässt sich umschalten und sorgt so für ein fülliges Drehmoment bereits bei niedrigen Drehzahlen. Im Vergleich zum Vorgänger-Motor konnte der Verbrauch um 15 Prozent reduziert werden, womit sich die Reichweite verbessert. Durch die automatische Erkennung der Kraftstoffqualität kann der Motor auch mit Kraftstoff betrieben werden, der 91 Oktan aufweist gleichzeitig ist die Beimischung von bis zu 25 Prozent Ethanol möglich. Eine gewichtsreduzierte Sportabgasanlage und ein Tiptronic-S-Getriebe mit verkürzter Achsübersetzung sind weitere Anpassungen an den Wettbewerb. Die Getriebesteuerung wurde gleichfalls für den Geländeeinsatz optimiert.
Antriebsseitig verfügt der Cayenne S Transsyberia über einen permanenten Allradantrieb, der im Grundmodus 62 Prozent des Motor-Drehmoments an die Hinterräder und 38 Prozent an die Vorderräder überträgt. Über eine elektromotorisch betätigte und elektronisch geregelte Lamellenkupplung kann das Verteilungsverhältnis je nach Fahrsituation variiert und bei Bedarf auch 100 Prozent der Motorkraft nach vorn oder hinten geleitet werden. Die kennfeldgeregelte Längssperre und die Differentialsperre an der Hinterachse reagieren nicht nur auf mangelnde Traktion an Vorder- oder Hinterachse. Sensoren messen auch die Fahrzeug-Geschwindigkeit, die Querbeschleunigung, den Lenkwinkel und die Gaspedalstellung. So kann stets der erforderliche Sperrgrad für beide Achsen berechnet und das jeweils benötigte Antriebsmoment an die Achsen verteilt werden. Zusätzlich gibt es eine Quersperre, die aus der Serie stammt. Porsches Dynamic Chassis Control (PDCC) erhöht in Verbindung mit der Luftfederung und dem Porsche Active Suspension Management (PASM) die Traktion. Aktiviert der Fahrer per Schaltwippe die Geländereduktion des Sechsgang-Automatikgetriebes, wechselt das System in den Offroad-Modus, das die maximal mögliche Achsverschränkung zulässt. Die maximale Wattiefe bei Wasserdurchfahrten beträgt im Sondergeländeniveau der Luftfederung etwa 75 Zentimeter. Karosserie und Türen sind dazu bis zur Höhe der Seitenfenster gegen Wassereinbruch abgedichtet. Die Luftansaugung wurde mit Hilfe eines flexibel einsetzbaren Luftfilter-Schnorchels auf Dachhöhe verlegt, damit auch die bei Wasserdurchfahrten üblichen Bugwellen nicht in den Ansaugtrakt gelangen können.
Räder und Fahrwerk des Cayenne wurden der Dauerbelastung durch steinige Pisten angepasst. Die Doppellenkervorderachse weist verstärkte Querlenker auf, die Spurweite wuchs um 34 Millimeter. Reifen mit grobstolligem Geländeprofil in der Dimension 255/55 R 18 sind auf 18 Zoll große, 15-speichige Leichtmetallräder aufgezogen und deren Felgensterne sind in orange lackiert. Auch der Karosseriesteifigkeit und der passiven Sicherheit galt ein besonderes Augenmerk. Über 60 Prozent der Rohkarosserie besteht aus hochfesten Stählen. Die Bodenlängsträger, Schweller und der Tunnelbereich sowie die A- und B-Säulen sind zur Verbesserung des Überrollschutzes aus höchstfestem Stahl gefertigt. Zusätzlich ist ein Sicherheitskäfig mit der Fahrgastzelle verschraubt. Der Fahrer wird zusätzlich durch einen Airbag geschützt. Um das Zusatzgewicht des Sicherheitskäfigs sowie der Rallye-Ausrüstung zu egalisieren und den Fahrzeugschwerpunkt abzusenken, wurden die Rücksitzbank, die serienmäßigen Karosserieverkleidungen und Dämmmaterialien entfernt. Die Zentralverriegelung ist einem manuellen Türentriegelungsmechanismus für die vorderen Türen mit orangefarbenen Schlaufen gewichen. Die Heckscheibe sowie die hinteren Seitenscheiben sind aus Polycarbonat gefertigt. Die vorderen Seitenscheiben sind mit einer hydrophoben Beschichtung versehen. Diese lässt Wasser abperlen. Fahrer und Beifahrer sitzen in Leichtbau-Sportsitzen mit Kunstleder-/Alcantara-Bezug.
Optisch unterscheidet sich der Cayenne S Transsyberia durch die neu gestalteten Front- und Heckpartien. Vorne gibt es groß dimensionierte Lufteinlässe, auf der Heckklappe ist ein Dachspoiler mit feststehendem Doppelflügel-Profil montiert. Alle Cayenne S Transsyberia sind standardmäßig mit einem Navigationsgerät ausgerüstet, das die Routenplanung auch abseits befestigter Straßen ermöglicht und vom Beifahrer bedient wird. Anstelle des Handschuhfaches ist ein Tripmaster montiert, der dem Co-Piloten bei der Ermittlung der Wegstrecken zwischen einzelnen Navigationspunkten hilft. Ein Großteil der Steuergeräte wurde im Innenraum montiert, alle elektrischen Leitungen neu verlegt. Die Bordelektrik kann mittels eines Zentralschalters rechts unten am Fahrersitz mit einem Handgriff ein- oder ausgeschaltet werden, damit ein Reset der Elektronik auch während der Fahrt erfolgen kann. Eine verstärkte und erweiterte Unterbodenverkleidung aus Aluminium und eine zusätzliche Verkleidung aus Edelstahl für die Auspuff-Endtöpfe schützen vor Beschädigungen. Statt der serienmäßigen Fußfeststellbremse ist eine Handbremse verbaut, mit der das Auto in engen Kehren zum Übersteuern gebracht werden kann. Auf dem Dach sind vier Zusatzscheinwerfer montiert. Daneben gibt eine Seilwinde, die im Bedarfsfall leicht montiert werden kann und im Kofferraum mitgeführt wird. Im Laderaum sind darüber hinaus zwei 20 Liter große Reservekanister, ein Hydraulik-Offroad-Wagenheber, zwei Feuerlöscher, zwei Sandbleche, zwei Reserveräder und zwei Transportboxen für Werkzeug montiert. Ebenfalls serienmäßig an Bord sind zwei Zwei-Mann-Zelte, zwei Isomatten, vier Spanngurte, ein neun Meter langer Bergegurt mit Schäkel, ein Klappspaten, eine Klappsäge, eine Axt, ein Arbeitsscheinwerfer, vier Abschleppösen und ein Hazet-Werkzeugset.
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