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Aktualisiert am 31.12.2011
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Neuer Renn-Mini: John Cooper Works Challenge 2008

16.08.2007

Mini John Cooper Works Challenge
Dicke Schminke: Die traditionellen Mini-Rennfarben sind mit einem dicken Pinsel aufgetragen.
Doppelpfeil

Für die Saison 2008 der Mini Challenge, die in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Australien und Neuseeland ausgetragen wird, hat der englische BMW-Ableger einen neuen Rennwagen vorbereitet. Der "Mini John Cooper Works Challenge" bietet mehr Drehmoment, einen besseren Antritt und eine höhere Endgeschwindigkeit sowie höhere Querbeschleunigungswerte und eine optimierte Traktion.

Unter der Haube arbeitet ein aus Leichtmetall gefertigter 1,6 Liter großer Vierzylinder, der mit einem Twin-Scroll-Turbolader und einer Benzin-Direkteinspritzung ausgestattet ist. Er mobilisiert 175 PS bei 5.500 U/min und entwickelt eine spezifische Leistung von 109,5 PS pro Liter Hubraum. Sein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern steht zwischen 1.600 und 5.000 Touren nahezu konstant zur Verfügung. Beim Beschleunigen kann das Drehmoment darüber hinaus mit Hilfe einer Overboost-Funktion durch eine kurzzeitige Erhöhung des Ladedrucks auf bis zu 260 Nm angehoben werden.

Seine 16 Ein- und Auslassventile werden von zwei obenliegenden Nockenwellen, reibungsoptimierten Rollenschlepphebeln und hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichselementen gesteuert. Die Auslassventile sind mit Natrium gefüllt, um den bei Turbomotoren besonders hohen Kühlbedarf zu decken. Die Einlassnockenwelle verfügt über eine stufenlose Phasenverstellung, mit der die Ventilsteuerzeiten der jeweiligen Leistungsanforderung angepasst werden. Der zweiteilige Bedplate-Aufbau des Kurbelgehäuses stellt eine aus dem Motorsport stammende Technologie dar. Zylinderblock und Lagergehäuse sind aus einer Aluminiumlegierung gegossen. Außerdem sind die Nockenwellen gebaut anstatt gegossen, was zur Gewichtsreduzierung beiträgt. Im Gegensatz zum konventionellen Gussverfahren werden dabei Nockenringe aus hochfestem Edelstahl auf die eigentliche Welle geschrumpft. Die Kolben, die in gusseisernen Buchsen laufen, sind spritzölgekühlt und damit auch hohen thermischen Belastungen gewachsen.

Mini John Cooper Works Challenge
Mehr als Aerodynamik: Ein wenig Brutalität kleidet jeden Rennwagen.
Doppelpfeil

Der Twin-Scroll-Turbolader, der schon ab 1.400 U/min anspricht, bietet eine besonders spontane Leistungsentfaltung. Im Abgaskrümmer und im Turbolader sind die Kanäle von jeweils zwei Zylindern zusammengeführt. Diese Anordnung führt durch die Reduzierung des Abgasgegendrucks bei niedrigen Drehzahlen dazu, dass die Dynamik der pulsierenden Gassäulen im Krümmer besser genutzt wird. Dieser Effekt begünstigt das Ansprechverhalten des Turboladers. Sein Ladedruck wird von einem Überdruckventil (Wastegate) auf 0,8 bar begrenzt.

Für die Kraftstoffversorgung sorgt eine Benzin-Direkteinspritzung nach dem Common-Rail-Prinzip. Von einer Hochdruckpumpe wird die für alle Zylinder gemeinsame Edelstahl-Speicherleitung mit Kraftstoff gefüllt, der anschließend durch die seitlich im Zylinderkopf positionierten Einspritzventile exakt dosiert in die Brennräume eingespritzt wird. Vier Ventiltaschen und eine mittig angeordnete Brennraummulde in jedem Kolben sorgen für eine optimale Ladungsschichtung des homogenen Benzin-Luft-Gemischs.

Für den Wettkampfeinsatz wird noch einmal draufgelegt. Trotz der mit 210 PS nominell exakt gleichen Leistung des aktuellen Rennfahrzeugs wurde die Motorcharakteristik weiter optimiert. Gegenüber dem Serienmodell wurde das maximale Drehmoment um 20 Newtonmeter angehoben, es beträgt nun 260 Nm, und im Overboost sind es kurzzeitig sogar 280 Nm. Dazu wurde das Gewicht um 30 auf 1150 Kilogramm (einschließlich Fahrer) reduziert, die Aerodynamik optimiert sowie das Fahrwerk verbessert. Die speziell entwickelte Rennsport-Bremsanlage und ein rennspezifisch abgestimmtes Antiblockiersystem bieten bei der Verzögerung Bestwerte.

Mini John Cooper Works Challenge
Innen begegnen sich Rennsport-Funktionalität und Mini-Manierismus.
Doppelpfeil

Der neue "Mini John Cooper Works Challenge" beschleunigt in 6,1 Sekunden von null auf 100 km/h. Im Gegenzug genügen 3,1 Sekunden (31 m), um aus diesem Tempo wieder zum Stehen zu kommen. Die Höchstgeschwindigkeit des Clubsport-Rennwagens liegt bei 240 Stundenkilometern.

Das Fahrwerk besteht aus verstellbaren Stoßdämpfereinheiten, die ebenfalls speziell für den Rennsporteinsatz konzipiert wurden. Bodenfreiheit, Dämpferdruck (Zug-Druckstufe) und Ansprechverhalten lassen sich den Anforderungen verschiedener Rennstrecken entsprechend anpassen. Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt über das serienmäßige Sechsgang-Handschaltgetriebe. Die 17 Zoll großen Leichtmetallfelgen sind mit Dunlop-Rennreifen ausgerüstet.

Nicht zuletzt wurde auch die Karosserie überarbeitet. Sie basiert auf dem John Cooper Works Aerodynamik-Paket und umfasst einen vom Rennsport inspirierten Frontspoiler, einen Heckdiffusor und einen verstellbaren Heckflügel.

Der neue "Mini John Cooper Works Challenge" wird rennfertig einschließlich aller für Performance und Sicherheit erforderlichen Ausstattungsdetails an die Kunden ausgeliefert. Für Privatkunden, die nicht an der Challenge teilnehmen, ist der 210 PS starke Mini ab Sommer 2008 lieferbar. Der Preis beträgt in Deutschland 49.900 Euro.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: BMW)

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