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McLaren M6GT: Kiwi-Charisma
18.08.2007
Angesichts des großen Erfolgs des McLaren Gruppe 7-Sportwagen M6 in der nordamerikanischen Can-Am-Serie bekundete der Rennstall des Neuseeländers die Absicht, 1969 mit einem Gruppe 4-Sportwagen an der Internationalen Markenmeisterschaft teilzunehmen. Die Klasse war attraktiv besetzt: Porsche und Ferrari duellierten sich mit Alfa Romeo, Lola und Ford auf europäischen und amerikanischen Rennstrecken um den Titel. Die Kiwis setzten dem Chassis des offenen M6 eine geschlossene, aerodynamisch geformte Karosserie auf das Ergebnis war absolut sehenswert. Unglücklicherweise änderte die FIA dann kurzfristig das Reglement: Wo vorher lediglich Einsatzfahrzeuge produziert werden mussten, sollten nun für die Homologation mindestens 50 Fahrzeuge gebaut werden. Später reduzierte man die Stückzahl auf 25 - aber auch die Finanzierung dieser kleinen Produktion überstieg die Möglichkeiten der kleinen englischen Manufaktur bei weitem. Das Projekt wurde also zurückgestellt. Schon bei der Konzeption des Projekts war beabsichtigt, die Chassis ohne Motor auszuliefern: Der Kunde sollte die Wahl haben. Angesichts der sprunghaften FIA-Politik verzichtete die Firma notgedrungen auf den Bau der Rennversion ein M6GT aber wurde komplettiert und von Bruce McLaren auf seine Eignung als Strassenfahrzeug getestet. Falls genügend Geld in die Kasse käme, wollte man das Projekt zum Straßensportwagen fortentwickeln. Dieser sollte das schnellste, fortschrittlichste und sicherste Mittelmotorcoupé seiner Zeit werden. 250 Einheiten wollte man pro Jahr auf die Räder stellen. Als Motor war ein serienmäßiger Siebenliter-V8 aus dem Ford-Regal vorgesehen: Einerseits würde so der Anschaffungspreis im Rahmen bleiben, andererseits versprach ein amerikanisches Triebwerk auch Vorteile bei Wartung und Lebensdauer. Bruce McLaren war zu keiner Zeit nur Rennfahrer, sondern verfügte über beachtliche Fähigkeiten als Entwickler, Designer und Motivator. Seine Firma und seine Rennwagen gehörten Ende der Sechziger Jahre zu den besten der Welt. Der M6GT baute auf dieser reinrassigen Renntechnik auf, und man zählte darauf, dass dies für potentielle Kunden von besonderem Reiz sei. Die Hoffnung ging auf einen guten Erfolg in den USA, wo der englische Rennstall aufgrund seiner beispiellosen Überlegenheit in der Can-Am ohnehin in aller Munde war. Letztlich wurden aber nur drei M6GT gebaut. Der erste war Bruce McLarens Privatwagen, den er bis zu seinem Tod 1970 in Goodwood fuhr. Zwei weitere entstanden bei Trojan. Zusätzlich wurden fünf M6 und M12 mit Coupé-Karosserien versehen, von denen später zwei wieder zurückgerüstet wurden.
(Text: Rainer Roßbach) |
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