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Rallye Deutschland: Loeb nicht zu schlagen
23.08.2007
Spannung bis zur letzen Minute: Hinter dem souverän führenden Sébastien Loeb tobte bei der Deutschland Rallye ein heftiger Kampf um die Popdestplätze. Neben dem Meisterschaftführenden Marcus Grönholm und seinem Teamgefährten Mikko Hirvonen kämpfte auch WM-Rückkehrer François Duval mit Leidenschaft um die vorderen Positionen. Und als Tabellenführer Grönholm in der letzten Prüfung den sicher geglaubten zweiten Platz durch einen gewaltigen Ausritt verspielte, war dies noch nicht das Ende des Dramas - der kaputte Ford Focus WRC zitterte sich bis zum Ziel, der Porta Nigra in Trier. Als Sieger aber wurde zum sechsten Mal in Folge Sébastien Loeb gefeiert; Duval und Hirvonen komplettierten das Podium. Der Elsässer hatte das Geschehen von Anfang an unter Kontrolle. Nur die die letzte Prüfung der ersten Etappe gewann François Duval im Vorjahres-Citroën Xsara WRC: Der Weltmeister hatte bei den Reifen daneben gegriffen. Nach trockenem Auftakt hatte es über Mittag rund um Trier geregnet. Loeb erwartete weitere Schauer und setzte auf besonders weiche BFGoodrich Pneus. Mehr Gespür fürs Wetter hatten Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen: Beide Ford-Piloten wählten für die Nachmittagsprüfungen leicht nachgeschnittene Trockenreifen, was sich als perfekt für die überwiegend trockenen Straßen erwies, die im Schatten aber oft matschig und von den ersten Durchfahrten mit Schmutz bedeckt waren.
Hinter den vier Führenden Duval, Loeb, Grönholm und Hirvonen konnten sich aber auch die Außenseiter in Szene setzten. So fuhr der zweite Citroën-Werkspilot Dani Sordo zwischenzeitlich auf Rang drei, musste seinen Citroën C4 WRC aber mit Motorproblemen abstellen. Den fünften Platz des Spaniers erbte Toni Gardemeister im Vorjahres-Xsara. Jan Kopecky gelang im nicht mehr ganz taufrischen Skoda Fabia WRC 05 der Sprung auf Zwischenrang sechs. Subaru-Pilot Chris Atkinson beeindruckte mit einer Bestzeit am Freitag, hatte zuvor aber bereits acht Minuten verloren, als sein Impreza WRC rückwärts eine Böschung hinuntergerutscht war. Teamkollege Petter Solberg fiel am Ende der ersten Etappe auf Rang neun zurück, weil der Norweger auf der vorletzten WP des Tages einen Stein getroffen und seine Lenkung beschädigt hatte. Als es am Samstag ins St. Wendeler Land und auf die berüchtigte „Panzerplatte“ des Truppenübungsplatzes Baumholder ging, stellte zumindest das Wetter kein Problem mehr dar: Es blieb durchgehend trocken. Überraschungs-Spitzenreiter François Duval leistete sich zum Auftakt erst einen Ausflug in den Acker, dann einen Verbremser - 20 Sekunden Zeitverlust und ein neuer alter Führender namens Sébastien Loeb waren die Folge. Mikko Hirvonen griff gleichfalls die Position des Belgiers mit zwei Bestzeiten an, doch Duval konnte die Attacken des Finnen erfolgreich abwehren. Er festigte seine dritte Position hinter dem WM-Führenden Grönholm, der am Samstag seine einzige Prüfung bei der Deutschland-Rallye gewann.
Petter Solberg kam trotz seiner Lenkprobleme nun besser in Schwung genau wie sein Teamkollege Atkinson, der sich mit zwei Bestzeiten zurückmeldete. Petters Bruder, Ford-Privatier Henning Solberg, erging es dagegen schlechter: Er schied mit gebrochener Aufhängung aus. Auch Manfred Stohl im privaten Citroën Xsara WRC musste nach einem Motorschaden die Waffen strecken. Vorne sorgte Sébastien Loeb mit drei Bestzeiten und einem Vorsprung von 37,8 Sekunden für klare Verhältnisse. Hart bis zum Ende blieb hingegen der Kampf um Platz zwei: Duval attackierte derart, dass Grönholm an eine geruhsame Heimfahrt nicht einmal denken durfte. Auf der Jagd nach dem Tabellenführer holte sich der Belgier im Vorjahres-Citroën Xsara des Kronos-Teams alle fünf Bestzeiten des Tages. Dem gehetzten Grönholm verblieben von 13 Sekunden Vorsprung nach der zweiten Etappe gerade noch fünf vor der 19. und letzten Wertungsprüfung. Und dort übertrieb es der Finne: Bei hoher Geschwindigkeit rutschte er mit seinem Ford Focus WRC 07 in die Botanik und beschädigte eine Radaufhängung schwer. Bis zur letzten Zeitnahme hatte er anderthalb Minuten eingebüßt. Um auf dem knapp geretteten vierten Rang wirklich gewertet zu werden, musste er den angeschlagenen Focus aber noch bis ins Ziel schleppen. Das Kunsstück gelang, aber der Sieger stand fest: Loeb siegte zum sechsten Mal in Folge in Deutschland, Duval feierte ein tolles WM-Comeback, Hirvonen und Grönholm verteidigten die WM-Führung von Ford.
(Text: rr/pt)
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