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1000 Kilometer Silverstone: Rennen gewonnen, überlegene Führung verspielt
20.09.2007
Vom Resultat her bot das fünfte Rennen der 2007er Le Mans Endurance Serie wenig überraschendes: Der Werks-Peugeot von Nicolas Minassian und Marc Gené fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Bis dieses Resultat stand, mussten allerdings einige Favoriten Federn lassen. So verlor der zweite Peugeot von Pedro Lamy und Stephane Sarrazin seinen lange sicher geglaubten zweiten Platz kurz vor Ende des Rennens. Ein defekter Reifen beschädigte die Karosserie so stark, dass ein längerer Boxenstopp von Nöten war. Dieser zog sich dann derart in die Länge, dass das französische Coupé aus der Wertung fiel und seinen Platz an den schnellen Pescarolo-Judd von Emmanuel Collard und Jean-Christophe Boullion abtreten musste. Diese Fahrerpaarung war in dieser Saison immer konstant schnell unterwegs und konnte einige beachtliche Resultate erzielen. Mittlerweile hat Pescarolo so viele Punkte gesammelt, dass ihnen vor dem letzten Rennen im brasilianischen Interlagos in der Teamwertung nur noch zwei Punkte auf das favorisierte Peugeot-Werksteam Marc Gené/Nicolas Minassian fehlen.
Vor allem Collard fuhr ein brillantes Rennen. In der letzten Rennstunde übte er mit seiner aggresiven Fahrweise imensen Druck auf den vor ihm liegenden Charouz-Lola aus, der von dem Deutschen Stefan Mücke pilotiert wurde. Mücke war in der Box am Pescarolo vorbeigezogen, weil man darauf verzichtet hatte, die Reifen zu wechseln. Im dichten Verkehr konnte sich der Lola etwas absetzen, aber als die Reifen aufgrund des Drucks von hinten nachliessen, kam Collard wieder vorbei. Lange hatte es für das tschechische Charouz-Team nach einem sicheren dritten Platz ausgesehen und nachdem Lamy an die Box musste, war sogar der zweite Platz in Reichweite. Durch die Reifenprobleme fiel man aber hinter den Pescarolo auf den vierten Platz zurück, bis 15 Minuten vor Ende die Lenkung entzwei ging und man alle Hoffnung auf eine gute Platzierung entschwanden. Nachdem der Lamy-Peugeot die Box ansteuern musste, fand sich der gut aufgelegte Collard auf dem zweiten Platz wieder und der Rollcentre-Pescarolo von Joao Barbosa und Stuart Hall staubte einen glücklichen dritten Platz ab.
Vierter wurde der Creation Zytek von Jamie Campbell-Walter, Hiroki Kurosawa and Felipe Ortiz, der in der zweiten Stunde zeitweise das Feld anführte. Bemerkenswert war der sechste Platz des Arena Motorsport Zytek: Der LMP1-Prototyp aus englischer Produktion wurde von Tom Chilton und seinem erst 16jährigen Bruder Max pilotiert. Die Wertung der LMP2-Klasse ging an die Equipe von Barazi Epsilon, gleichfalls auf Zytek, die auf dem fünften Gesatrang einliefen. Die Fahrer Michael Vergers, Juan Barazi und Karim Ojjeh zeigten eine einwandfreie Leistung und kamen eine Runde vor Tom Kimber Smith und Danny Watts (LNT Zytek) ins Ziel. Diese Mannschaft wollte erst geschlagen sein sie lag in den ersten Runden direkt hinter den Peugeots und konnte den dritten Platz eine ganze Weile verteidigen. Der schnelle LMP2 von Quifel ASM, dessen Lola B05/40 AER wieder von Amaral, de Castro und Burgeno gesteuert wurde, fuhr anfangs ganz vorne mit. Aber auch sie verloren viel Zeit an der Box. Die Stewards forderten das Team nach einem Unfall auf, die vorderen Windabweiser, die bei einem Unfall zu Bruch gegangen waren, instand zu setzen. Zwei Runden verlor das portugiesisch-spanische Team und nur ganz knapp konnte man den dritten Platz der Klasse gegen den Lola von Erdos/Newton verteidigen. Bei den LMGT1 dagegen lief alles wie gewohnt: Stephane Ortelli und Soheil Ayari auf Saleen S7R gewannen ihr Rennen vor dem Modena Aston Martin von Darren Turner und Antonio Garcia. Bei den kleinen GT fuhren Rob Bell und Gianmaria Bruni auf Ferrari F430 GT ganz nach vorn. In der LMP1-Wertung führt jetzt der Gené/Minassian-Peugeot mit 34 Punkten vor Collard/Boullion (Pescarolo-Judd, 32 Zähler) und dem zweiten Peugeot (28 Punkte). Erdos/Newton liegen mit 36 Punkten an der Spitze der LMP2-Klasse, genau wie Stephane Ortelli/Soheil Ayhari bei den LMGT1 (40 Zähler). Rob Bell auf Ferrari F430 GTC (42) dagegen ist der GT2-Titel schon nicht mehr zu nehmen,
(Text: Rainer Roßbach)
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