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Ford Verve: Über-Schwung
28.08.2007
Mit der Studie Verve stellt Ford auf der IAA die künftige Kleinwagen-Designphilosophie vor. Das Konzeptfahrzeug zeigt, wie etwa die neue Kleinwagen-Familie der Marke aussehen könnte. In Europa für den Weltmarkt konstruiert und entwickelt, soll sie in Frankfurt Reaktionen des Publikums testen. Falls diese wie erwartet ausfallen, sollen Elemente des Autos in der nächsten Kleinwagen-Generation von Ford Einzug halten. Das Design des Ford Verve wurde von Teams in Dunton (England) und Köln gestaltet. Die Idee eines sportlichen Gesichts und ein Kühlergrill im Audi-Format formen die Front. Über der trapezförmigen Öffnung befindet sich eine horizontale Chromleiste, die das ovale, blaue Ford-Logo aufnimmt. Seitlich der behutsam konturierten Motorhaube liegen schlitzförmige Scheinwerfer.
Die Seitenansicht ist zeittypisch: Deutlich ausgeprägte Radhäuser werden durch eine dynamisch nach oben gezogene Sicke betont. Der allgemeine Trend zu deutlich kleineren Seitenscheiben wird durch eine verblendete B-Säule sowie eine Chromumrandung kaschiert. Durch diesen Kunstgriff wirkt das Profil sportlich Ford nennt das "Kinetic Design". Nachteile haben vor allem die hinten Sitzenden, die mit minimalen Fensterflächen auskommen müssen. Gleiches gilt für das Heck: Der integierte Dachspoiler schließt eine Fensterfläche ab, die schmal geraten ist, was der Übersichtlichkeit nach hinten nicht zuträglich sein dürfte. Angesichts der hohen, ansteigenden Gürtellinie und der schmalen seitlichen Verglasung griffen die Ford-Designer zum üblichen Kunstgriff und gönnten der Studie ein Dach aus Glas.
Den funktionalen Nachteilen versuchen die Ford-Leute Emotionales entgegen zu setzen. Ein Stoßfänger mit angedeutetem Diffusor und zentralem Auspuff-Endrohr, Chromzierleisten in den Tügriffen sowie aus gebürstetem Aluminium gefertigten Einfassungen des unteren Kühlergrills, der Kennzeichenhalterung und der Unterkante des Nebelscheinwerfers geben der Studie eine gewisse Wertigkeit. Auch wenn Ford betont, dass die Designer völlig freie Hand hatten, ist etwa ein neuer Fiesta in einer ähnlichen Verpackung recht realistisch. Sollte solch ein Fahrzeug in Serie gehen, dürften die schicken Materialien und Anbauteile, die den sinnlichen Reiz des Verve ausmachen, jedoch dem Rotstift des Controllers zum Opfer fallen. Auch wenn die Hülle einen gewissen Chic hat angesichts des Marktsegments, in dem der Kleinwagen konkurrieren müsste, blieben da nur die konstruktiven Nachteile des Entwurfs übrig.
(Text: Rainer Roßbach)
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