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Aktualisiert am 31.12.2011
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WRC Rallye Neuseeland: Herzschlagfinale im Südpazifik

03.09.2007

pfeil  Ergebnis  

Groenholm focus wrc 07
Nervenstark: Marcus Grönholm holte sich seinen fünften Neuseeland-Sieg.

Finale Furioso bei der Rallye Neuseeland, dem elften Lauf zur Rallyeweltmeisterschaft: Nie zuvor fiel die Entscheidung um den Sieg knapper, selten zuvor hing sie aber auch so sehr von der richtigen Reifenwahl ab. Nach mehr als 353 Kilometern über schnelle und flüssig geschwungene Schotterprüfungen konnte Ford-Pilot Marcus Grönholm seinen größten Rivalen Sébastien Loeb um gerademal 0,3 Sekunden auf den zweiten Rang verweisen - ein Vorsprung, der nicht einmal zwei Fahrzeuglängen entspricht.. Für den finnischen Ford Focus RS WRC-Piloten ist der fünfte Saisonsieg ein wichtiger Schritt in Richtung Titel. Der 39-Jährige verteidigt in der Fahrerwertung jetzt einen Vorsprung von zehn Punkten auf den amtierenden Weltmeister Loeb.

Mal nass, mal trocken, mal matschig: Mit unstetem Winterwetter stellte die Rallye Neuseeland die Rallye-Piloten vor schwierige Aufgaben - speziell, wenn es um die Wahl der Reifen aus dem Arsenal von WM-Ausrüster BFGoodrich ging. „Alles hängt davon ab, die richtigen Pneus für die bevorstehenden Bedingungen auszuwählen“, erläutert Marcus Grönholm. „Doch dies ist nicht einfach, wenn du die Entscheidung zwei Stunden vor dem Start der nächsten Prüfungen treffen musst, die auch noch 100 Kilometer entfernt war.“

loeb c4 wrc
Wimpernschlagfinale: Sébastien Loeb musste sich um winzige 0,3 Sekunden geschlagen geben.

Am schönsten Ende der Welt kam dem 39-jährigen Finnen seine Erfahrung zugute: Bereits vier Mal hat der WM-Führende den neuseeländischen WM-Lauf gewonnen. Vor dem Beginn der ersten Etappe hatte er in punkto Reifenwahl den besseren Riecher: Er ließ für die nassen, teilweise sogar matschigen Freitags-Prüfungen eine weiche Mischung aufziehen, während Loeb sich für einen superweichen Reifen entschied. Das gab den Ausschlag für einen fast 15-sekündigen Vorsprung, den er sich in den ersten zwei Etappen herausarbeiten konnte.

Am Samstag, auf trockener Piste, schlug der französische Titelverteidiger zurück. Im Reifenpoker hatte diesmal der Elsässer den besseren Instinkt. Speziell in der zweiten Hälfte der langen Prüfungen konnte er auftrumpfen. Nach elf von 18 Wertungsprüfung eroberte der Citroën-Pilot erstmals die erste Position - auch wenn ihn nur 1,7 Sekunden von Grönholm trennten.

Was folgte war eine der aufregendsten Siegentscheidungen, die es in der WM je gegeben hat. Bereits auf der ersten Prüfung des Sonntagmorgens holte sich der Finne den Spitzenplatz wieder zurück.

Atkinson Subaru
Kämpfernatur: Durch eine starke Leistung am Sonntag sicherte sich Chris Atkinson den vierten Platz.

Doch der amtierende Weltmeister auf seinem Citroën C4 WRC drehte den Spieß mit zwei Bestzeiten sofort wieder um. Am Nachmittag gewann Grönholm dann die folgenden drei Wertungsprüfungen. Zwischenstand vor der abschließenden, lediglich 3,14 Kilometer langen Zuschauerprüfung rund um den Service-Park: 0,7 Sekunden zugunsten des Ford-Manns. Zwar drehte Loeb noch einmal groß auf, mehr als vier Zehntel konnte er seinem Titelkonkurrenten aber nicht mehr abnehmen. Marcus Grönholm gewann die Rallye Neuseeland mit 0,3 Sekunden Vorsprung - nach mehr als 353 Kilometern auf Zeit entspricht dies einem Abstand von kaum mehr als 7,5 Metern!

Während Mikko Hirvonen am Steuer des zweiten Ford Focus RS WRC bereits am Freitag durch eine ungünstige Reifenwahl aus dem Kampf um den Sieg ausschied, aber fortan praktisch ohne Gegenwehr den dritten Rang verteidigen konnte, lieferten sich dahinter mit Dani Sordo (Citroën C4 WRC), Chris Atkinson (Subaru Impreza WRC) und Jari-Matti Latvala (Ford Focus RS WRC) gleich drei Fahrer ein erbittertes Duell um Platz vier. Während sich Sordo schnell mit Position sechs anfreundete, drehte Atkinson noch auf der letzten Etappe einen 10,5-Sekunden-Rückstand auf Latvala in einen 4,6-Sekunden-Vorsprung um.

In der WM-Zwischenwertung baute Marcus Grönholm vor den beiden Asphalt-Rallyes in Spanien und Korsika - wo Loeb als klarer Favorit gilt - auf zehn Punkte aus. In der Markenwertung liegt BP Ford nun mit 46 Zählern vor Citroën Total.

(Text: rr/pt)
(Fotos: Ford, BFGoodrich)

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