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VLN 6-Stunden-Rennen: Favoritensterben beim ADAC-Ruhr-Pokal
18.09.2007
Mit strahlendem Eifelwetter, einer Kulisse von 46.000 Zuschauern sowie den maximal möglichen 230 Teilnehmern im Training und 210 Startern entwickelte sich das 6-Stunden-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen zum erwarteten Saisonhöhepunkt der BF-Goodrich-Langstreckenmeisterschaft. Wie schon im Vorjahr, als die drei führenden Porsche der Teams Manthey, Land und Alzen in der zweiten Runde auf einer Ölspur im Bereich Flugplatz verunfallten, wurde auch das diesjährige Rennen zu einer Ausfallorgie für die Top-Teams. Nur der trainingsschnellste Porsche 911 GT3 RSR des Manthey Racing Teams, pilotiert von Marcel Tiemann, Romain Dumas und Arno Klasen, überstand die sechs Stunden Renndistanz problemlos. Bereits in der dritten Rennrunde stellten sich Probleme am Aston Martin DBRS9 des Phoenix-Teams ein, der mit Klaus Ludwig, Robert Lechner und Christian Abt am Steuer zu den Favoriten gezählt hatte. Ein Defekt an der Kardanwelle zwang Ludwig schließlich zur Aufgabe. Nur eine Runde weiter kamen die vierfachen Saisonsieger Marc Basseng und Marc Hennerici von Land Motorsport. Der Porsche 911 GT3 RSR, von Position fünf gestartet, strandete im Bereich Hatzenbach mit einer defekten Antriebswelle. Als nächstes erwischte es in der achten Runde das Team Schubert. Claudia Huertgen, Johannes Stuck und Hans-Joachim Stuck hatten sich von Startplatz neun schon in die Top 5 vorgearbeitet, als ein Schaden an der Antriebswelle den Vorwärtsdrang des Teams aus Oschersleben beendete. Unterdessen lag der Manthey Porsche weiterhin an der Spitze, gefolgt von der Zakspeed Racing Dodge Viper GTS-R von Duncan Huisman, Patrick Simon und Tom Coronel. Nach einer eher enttäuschenden achten Startposition war man bereits in den ersten Rennrunden durch das Feld gepflügt und auf der Jagd auf den führenden Porsche. Dahinter folgte der Opel Astra V8 von Vater und Sohn Schall, die einmal mehr von Opel Sportchef Volker Strycek unterstützt wurden.
Nach dem Debüt der Kissling Corvette beim letzten Rennen, erwartete die Zuschauer auch in diesem Lauf ein neues Fahrzeug, welches in der Saison 2008 für einen Gesamtsieg in Frage kommen dürfte. Das im Vorjahr beim 6-Stunden-Rennen siegreiche Getrag-Team um Michael Bäder, Tobias Hagenmeyer und Marcus Gedlich brachte ein neu aufgebautes BMW-Z4-M-Coupé an den Start. Im Training ließ diese Mannschaft mit Rang sechs sogar das etablierte Schubert-Z4-M-Coupé hinter sich. Im Rennen gab es allerdings Kupplungsprobleme und Marcus Gedlich verlor nach einer Berührung und anschliessendem Dreher im Bereich Galgenkopf viel Zeit, bis der neue BMW in der Box repariert und zu weiteren Testrunden wieder auf die Strecke geschickt werden konnte. Zur Halbzeit war die Reihenfolge an der Spitze unverändert: Manthey Racing vor Zakspeed Racing und Schall Motorsport. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Uwe Alzen den von Jürgen Alzen und Thomas Messer auf Platz sieben liegenden Hankook-H&R-Spezialfedern-Porsche-Cayman, nachdem er zuvor per Helikopter vom Porsche-Supercup-Training aus Spa-Francorchamps eingeflogen worden war. Aber auch hier sollte es, genau wie im Vorjahr, nicht für eine Zielankunft reichen. Nach 28 Runden war das Rennen für den Porsche Cayman vorbei. Nur acht Runden später blieb auch die Zakspeed Viper wegen Ölverlust auf der Strecke und so konnten sich Andreas und Ralf Schall sowie Volker Strycek auf die zweite Position schieben und diese bis ins Ziel halten. Mit einem Vorsprung von 8:19.778 Minuten schafften es die Manthey-Piloten Tiemann, Dumas und Klasen, nach dem ADAC 24h-Rennen auch das zweite Highlight des Jahres für sich zu entscheiden. Dritte wurden Georg Weiss, Peter-Paul Pietsch, Michael Jacobs und Dieter Schornstein auf dem ebenfalls von Manthey Racing eingesetzten Wochenspiegel-Porsche.
Trotz dieses tollen Rennerfolgs kam im Manthey-Team keine Freude auf, war doch Marcel, der 18-jährige Sohn von Teamchef Olaf Manthey, fünf Tage vor dem Rennen bei einem Verkehrsunfall unweit des Nürburgrings ums Leben gekommen. Für die Gesamtführenden der Meisterschaft, Andreas Mäder und Reinhold Renger, genügte ein vierter Platz in der Klasse der der VLN-Specials bis 2.000 ccm, um die Tabellenführung zu behaupten. Mit dem fünften Klassensieg der Saison in der Klasse V2, der Serienwagen bis 1.850ccm, konnten sich Wolf Sylvester und Mario Merten auf die zweite Gesamtposition vorarbeiten. Bei noch drei ausstehenden Rennen geht der Kampf um die Meisterschaft beim nächsten Lauf, dem 39. ADAC Barbarossapreis, am 29.09.2007 in die entscheidende Phase. Bis zu diesem Rennen werden die Arbeiten an den neuen Sicherheitszäunen entlang der Nordschleife weiter fort schreiten. Am Wehrseifen und am Flugplatz stehen sie bereits und riefen ein geteiltes Echo hervor. Als Sicherheitsmaßnahme durchaus respektiert stört viele Besucher nun, dass die Zäune die Aussicht und die Möglichkeiten zum Fotgrafieren stark einschränken.
(Text: Matthias Behrndt, Michael Behrndt)
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