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Aktualisiert am 09.09.2010
© 2010 virto GmbH
Fiat Grande Punto Abarth: Weißer Skorpion

20.10.2007

Fiat Grande Punto Abarth
Auffallen erwünscht! Abarths Traditionsfarben dominieren: weisse Karosserie, rote Rückspiegel und Rallyestreifen.
Doppelpfeil

Die Renaissance der Kultmarke Abarth nimmt Formen an: Mit dem Grande Punto Abarth kommt die erste Straßenversion der wiederbelebten Marke im Oktober in Italien in den Verkauf, der Skorpion zeigt wieder seinen Stachel.

Carlo Abarth, in Wien geboren, gründete 1947 die Sportwagenfirma Abarth & Co. Sie war auf den Bau kleinvolumiger Sportwagen spezialisiert und demütigte damit die arrivierten Rennställe in zigtausenden Flugplatz-, Berg- oder Straßenrennen. Sein Credo: ein großes Herz und die richtigen Teile. Abarth war der Stachel der Unterlegenen. Beim Einsatz am Nürburgring ebenso wie beim Prestigeduell an der Kreuzung. Bis zum Verkauf seiner Firma 1971 an Fiat baute Carlo Abarth über 200 verschiedene Modelle, die alle eins verband: die Leidenschaft seines Schöpfers für sportliche Fahrzeuge. Auch wenn die meisten Modelle auf Fiat-Technik aufbauten, erlaubte sich der Meister Flirts mit anderen Herstellern, wenn es Erfolg versprach. Die Kleinauflage des Porsche Carrera Abarth war Garant für Siege in der GT-Klasse, Simca-Technik trieb einige Sportcoupes an.

Für die Wiederbelebung der Marke wählte Fiat den Grande Punto als Basis. Der kompakte Dreitürer trägt einen 1.4 Liter Vierzylinder-Turbomotor unter seiner Haube. Das Vierventil-Triebwerk mobilisiert aus einem Hubraum von 1.368 Kubikzentimetern 114 kW / 155 PS bei 5.500 1/min, das maximale Drehmoment beträgt 206 Nm bei 2.000 1/min. Es kann im "Power Boost"-Modus, der über eine Taste am Armaturenbrett aktiviert werden kann, kurzfristig auf 230 Nm bei 3.000 1/min angehoben werden.

Herzstück des 1.4-Liter-Motors ist ein IHI Turbolader mit fester Geometrie, der zusammen mit einem Wastegate-Ventil samt Intercooler und der auf die Motorsteuerung abgestimmten Software für die sportlichen Eigenschaften des drehfreudigen Vierventil-Triebwerks sorgt. Eine Kurbelwelle aus geschmiedetem Stahl, Kolben mit Ölkühlung, eine Zweimassenschwungscheibe sowie auf die Leistungsanforderung abgestimmte Einlass- und Auslassnockenwellen runden das Paket ab. Der sportlich ausgelegte Turbo-Benziner ist mit einem Sechsgang-Getriebe mit doppelter Seilführung gekoppelt und beschleunigt den Grande Punto Abarth in 8,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, maximal können es 208 km/h werden.

Fiat Grande Punto Abarth
Die Heckansicht ist ausgesprochen brav geraten.
Doppelpfeil

Der sportlichen Leistung angepasst sind Fahrwerk und Bremsen. An der Vorderachse wurde die McPherson Einzelradaufhängung beibehalten, die Torsionsachse hinten bekam einen vergrößerten Stabilisator (Durchmesser 19 mm), und härtere Federn. Das Fahrwerk ist um zehn Millimeter tiefer gelegt, die Spur um sechs Millimeter verbreitert. Die Bremsanlage wurde den höheren Fahrleistungen angepaßt: Vorn sind die Scheiben innenbelüftet und mit Zweikolben-Festsätteln von Brembo ausgestattet, 17-Zoll-Leichtmetallräder mit Reifen der Größe 215/45-17 schaffen Platz dafür.

Dezentes Auftreten war den alten Abarths fremd, der Grande Punto Abarth folgt dieser Tradition ohne Hemmungen. Das beginnt vorn mit einer eigenständigen Stoßstange samt integrierten Fernscheinwerfern und Lufteinlässen in exklusivem Abarth-Design, setzt sich über Kotflügelverbreiterungen rundum und seitliche rote Streifen mit Abarth-Aufschrift fort und endet bei den Seitenschwellern und Radlaufblenden. Sie erhöhen zusammen mit der Unterbodenverkleidung aus schwarzem Kunststoff gezielt die Aerodynamik des neuen Modells. Das Abarth Markenzeichen, das mittig an der Fahrzeugfront und der Heckklappe und zu beiden Seiten in Höhe des Türgriffes den Grande Punto Abarth ziert, unterstreicht den aggressiven Auftritt noch.

Auch im Innenraum ist der Skorpion allgegenwärtig. Er prangt auf einer Seite des Armaturenbretts, das mit speziell gestalteten Instrumenten und einer Mittelkonsole mit Kohlefasereffekt und Würfelmuster. Das Lenkrad und der Schaltknauf sind mit schwarzem Leder samt roten Nähten verkleidet. Speziell geformte Sitze mit integrierten Kopfstützen runden die sportliche Ausstattung ab.

Wem das alles noch nicht reicht, der kann ab dem kommenden Jahr den Nachrüstsatz "essesse" (Super Sport) bestellen. Er kann mit dem Neuwagen geordert oder nachträglich innerhalb eines Jahres ab Kauf oder bis zu einer Laufleistung von 20.000 Kilometern eingebaut werden. Beides erfolgt ausschließlich über ein offizielles Abarth-Tuningcenter. Mit dem "essesse"-Nachrüstsatz steigt die Leistung des 1.4-Liter-Vierventil-Vierzylinder-Turbomotors auf 132 kW/180 PS bei 5.750 1/min an und das maximale Drehmoment erreicht 272 Nm. Der Grande Punto Abarth "essesse" absolviert in 7,7 Sekunden den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Komplettiert wird der "essesse"-Nachrüstsatz durch 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein im Vergleich zum Grande Punto Abarth um 20 Millimeter abgesenktes Fahrwerk und eine Bremsanlage, die mit gelochten Scheibenbremsen vorn und Hochleistungs-Bremsbacken der gestiegenen Leistung angepasst wurde. Aufkleber mit dem Schriftzug "essesse" sowie der Flagge mit Schachbrettmuster schaffen zusätzlichen Erkennungswert.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: FIAT )

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