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Nissan GT-R: Gewagte Mischung
07.11.2007
Optisch ist der neue Nissan Supersportler GT-R ein wenig zu kurz gekommen. Der wie eine gechoppte Limousine geformte Sportwagen bietet allenfalls durch den aggresiv geformten Lufteinlass hinter den Vorderrädern sowie den dunkel gefärbten Kühler so etwas wie sportlichen Biss. Schon der Heckflügel wirkt wie aus dem Tunerregal. Mit einer Rundenzeit von 7:38 Minuten ist der neue Nissan GT-R aber bereits Rekordhalter bei den Produktionswagen auf der Nürburgring-Nordschleife: Das Leistungspotential stimmt also. 300 Stundenkilometer ist der Sportwagen schnell und mit einem fortschrittlichen Allradsystem versehen. Ein neues Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ist in Transaxle-Bauweise an der Hinterachse eingebaut. Das erhöht, aufgrund der harmonischer verteilten Gewichte, die Agilität. Dazu gesellt sich ein neuer 3,8 Liter-V6-Motor mit Bi-Turbo-Aufladung, der 480 PS leistet und dessen Drehmoment bei 588 Nm liegt. Die brav geratene Karosserie ist in Leichtbauweise angefertigt und besteht aus Aluminium-Druckguss, Kohlefaser sowie hochfesten Stählen. Mit einem cw-Wert von 0,27 weist sie eine bemerkenswerte Windschlüpfrigkeit auf. Das Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad sorgt für schnelle Gangwechsel, bietet aber zugleich auch einen Automatik-Modus für gelassenes Fahren. Groß dimensionierte und innenbelüftete Brembo-Bremsen garantieren eine hohe Verzögerung.
Nissan sieht den GT-R als technologisches Flaggschiff, das die Begeisterung des japanischen Herstellers fürs Auto unterstreichen soll. Vor allem die spezielle Kombination aus Geschwindigkeit, Komfort, universellem Einsatzbereich, unverwechselbarem Design und exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis werden von Nissan als Stärken genannt, die Kunden zum Kauf bewegen sollen. Auf der funktionellen Seite unterstreichen die Japaner die Allroundtalente des neuen Sportwagens. Bei High-speed-Tests im heißen Arizona, auf den Kurven der Nürburgring-Nordschleife und den verschneiten Straßen des US-Bundesstaats Michigan wurde der GT-R ausgiebigen Abstimmungen unterzogen. So ist er laut Hersteller der einzige Sportwagen, der sich auf trockenem Asphalt ebenso zuhause fühlt wie im Schnee und auf nassem Untergrund. Technisch klingt das alles überzeugend. Bedauerlich ist, dass es beim Design nur für ein Gemisch aus beliebigen und langweiligen Formen gereicht hat, die zudem noch uninspiriert zusammen gesetzt wurden. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wird der GT-R als Links- und Rechtslenker erstmals auch weltweit also auch in Nordamerika und Europa angeboten.
(Text: Rainer Roßbach)
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