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Mil Milhas Interlagos: Le Mans Series-Titel für Peugeot
17.11.2007
Um 12 Uhr Ortszeit startet am 11. November 2007 der letzte Lauf der Le Mans Series auf dem Autodromo Jose Carlos Pace im brasilianischen Interlagos. Erst hier fällt die Entscheidung der Meisterschaft, denn die Führenden in der Tabelle liegen gerade mal zwei Punkte auseinander. Pedro Lamy und Stéphane Sarrazin im Peugeot mit der Nummer Acht kämpfen gegen Jean Christophe Boullion im Pescarolo um den Titel. Bouillon hat jedoch nur Außenseiterchancen, da sein mit Judd-angetriebener LMP1-Prototyp in diesem Jahr gegen die Diesel kein Land sieht. Das Reglement gibt den Benzinern keine Chance. Vielen Teams ist die Anreise nach Südamerika zu teuer: Nur vier LMP1-Fahrzeuge gehen an den Start. Daher gibt es für den Sieg nur fünf statt der sonst üblichen zehn Punkte. Das heißt für das Peugeot-Team mit der Acht auf der Haube, dass sie mindestens auf dem dritten Rang einlaufen müssen, um den Pokal zu holen. Am Start läuft es für die Favoriten nicht gut: Lamys Auto hat eine defekte Kupplung und muss deshalb dem Feld hinterherfahren. Der Peugeot erweist sich als so überlegen, dass er schon in der 37. Runde auf dem zweiten Platz auftaucht direkt hinter den führenden Teamkollegen Nicolas Minassian/Marc Gené auf dem 908 mit der Nummer sieben. Damit sind die Schwierigkeiten für das Lamy/Sarrazin-Auto aber noch nicht aus dem Weg geräumt. Drei Runden kostet die Reparatur der Rücklichter im 198ten Umlauf und nach Runde 338 gibt es Probleme mit der rechten vorderen Aufhängung.
In der Endabrechnung bedeutet das einen Verlust von zwölf Runden auf das siegreiche Schwesterauto der Doppelsieg ist allerdings nie wirklich gefährdet. Und Pescarolo? Schon nach 15 Runden hat das Auto von Bouillon/Collard/Primat eine halbe Minute Rückstand auf den Führenden und nach der 25. Runde fällt das Team auf den dritten Platz hinter Jamie Campbell-Walter, Felipe Ortiz und Stuart Hall zurück. Das Creation-Judd-Team wird in der Endabrechnung Dritter. Für das Pescarolo-Team bleibt nur der undankbare vierte Rang. Juan Barazi, Michael Vergers und Karim Ojjeh gewinnen auf dem Gulf-farbenen Zytek 07S überlegen die LMP2-Klasse. Gregor Fisken, Steve Zacchia, Roland Berville und Fernando Rees fahren den Aston Martin DBR9 des Labre-Teams auf einen sehr guten sechsten Rang und gewinnen das GT1-Klassement, während das deutsch-österreichische Felbermayr-Proton-Team auf dem siebten Platz einläuft und damit die GT2-Wertung für sich verbucht. Was bleibt von der Saison? Die europäischen Rennen hatten volle Felder und boten faszinierenden Motorsport. Nur die reglementbedingte Dominanz der Peugeot-Renner trübt das Bild die benzingetriebenen LMP1-Prototypen sind deutlich unterlegen. Hier ist Handlungsbedarf: Das Reglement sollte so ausgestaltet sein, dass auch die kleinen Teams mit benzingetriebenen Wagen vorne mitfahren können. Wenn Audi wo über einen LMS-Einsatz des R10 TDI im nächsten Jahr nachgedacht wird mitfahren sollte und privat gemeldete Porsche RS Spyder an der Serie teilnehmen, ist eine spannende Saison 2008 zu erwarten.
(Text: Rainer Roßbach)
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