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Mazda Taiki: Windspiel
15.12.2007
Die Konzeptstudie des japanischen Ford-Ablegers zeigt die mögliche Designrichtung für einen künftigen Mazda Sportwagen und möchte Fahrdynamik und Fahrspaß mit Umweltverträglichkeit in Einklang bringen. Als viertes Modell der 2006 begründeten „Nagare“-Serie kombiniert sie die neue Formensprache mit aktuellen Technologien wie der neuesten Generation des Renesis Kreiskolbenmotors und einer guten Aerodynamik. Die Karosserie der Studie symbolisiert den schützenden Mantel der Erdatmosphäre, japanisch Taiki genannt. Bei der Entwicklung der Form orientierten sich die Designer an einem Paar „Hagoromo“. Darunter versteht man schöne, fließende Gewänder, die einer japanischen Legende zufolge einer himmlischen Jungfrau Flügel verleihen und es ihr ermöglichen, auf die Erde hinunterzufliegen. Neben der Anfertigung von Entwurfsskizzen versuchten die Designer auch völlig neue Ansätze: So weichten sie Stoff in Gips ein, hingen ihn anschließend zum Trocknen in den Wind und studierten das durch die Luft geformte Endergebnis. Mit Hilfe solcher Tests entstand ein Design, das durchweg aus fließenden Konturen besteht.
Die Grundproportionen des Hecktrieblers werden durch eine gestreckte Coupé-Form, den vorne liegenden Motor, den ungewöhnlich langen Radstand von drei Metern, entsprechend kurze Überhänge und ein Glasdach bestimmt. Die untere Partie führt von den vorderen Kotflügeln in die Seitenpartien, fließt um den unteren Teil der Karosserie und steigt in Richtung Heckpartie wieder an. Die obere Lage zieht von der Motorhaube durch die Schulterlinien in die auffällig geformten hinteren Radverkleidungen und betont die Krümmung der Heckpartie. Durch das Zusammenführen der fließenden oberen und unteren Flächen erzielten die Formgeber nicht nur die Abbildung eines Luftstromes, sondern auch eine Reduktion des Karosserievolumens. Der leichte Eindruck wird durch die Lackierung in „Ozonic Silber“ verstärkt. Die äußeren Paneele der schräg nach vorne und oben klappenden „Flügeltüren“ tragen ein furchenartiges Relief, das die Wirkung beschleunigter Luft widerspiegelt. Verschalungen im Stil seitlicher Ausleger tragen dazu bei, möglichst viel Anpressdruck zu erzeugen. Sie befördern die von den vorderen Kotflügeln zurückströmende Luft über tunnelartige Schächte in Richtung Heck. Die Summe dieser Maßnahmen mündet in einem Cw-Wert von 0,25. Zugleich entsteht beim Mazda Taiki weder an der Vorder- als auch an der Hinterachse Auftrieb. Das transparente Dach hat die Form eines Regentropfens. Es wird von einem Fachwerk-Rahmen mit fließenden Konturen überspannt, der als verstärkendes Element der Karosseriestruktur fungiert. Das gleiche Designthema taucht an der Lenksäule und am Rahmen des Fahrersitzes erneut auf. Um die Konturen des Rahmens besonders gut sichtbar zu machen, bestehen das Sitzkissen und die Lehne des Fahrersitzes aus einem klaren, elastischen Silikon-Kunststoffmaterial.
Die Vorgabe bei der Gestaltung des Innenraumes lautete, ein Design im Stil einer Luftröhre zu formen und dadurch sowohl die Ströme der Luft zu visualisieren als auch dynamische Leichtigkeit zu erzeugen. Zugleich sollten die Zonen für den Fahrer und den Beifahrer unterschiedlich gestaltet sein. Daher trennen die Farben und Materialien das Cockpit in einen schwarzen (Fahrer-) und weißen (Beifahrer-) Bereich. Auf der Fahrerseite umfasst der Instrumententräger das Lenkrad und zieht auf der linken Seite nahtlos bis in das Kissen des Fahrersitzes hinunter. Schwarze Oberflächen beherrschen das Bild, sie sollen dem Fahrer helfen, sich auf das Fahren zu konzentrieren. Ganz im Gegensatz dazu wirkt der Beifahrerraum dank großzügiger Beinfreiheit wie eine Entspannungs-Zone. Der Sitz hat die Form eines Clubsessels und seine weiße Polsterung setzt sich in der Türverkleidung fort. An den Kanten der bogenförmig um das Lenkrad herumgeführten Instrumentenkonsole sitzen zu beiden Seiten rote LED-Leuchten. Sie übernehmen die Funktion des Drehzahlmessers mit steigenden Motorumdrehungen leuchten immer mehr von ihnen auf.
(Text: Rainer Roßbach)
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