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Aktualisiert am 31.12.2011
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Toyota Yaris TS: Bonsai Tourismo

03.03.2007

pfeil  Technische Daten  

Toyota Yaris TS
Der TS hat Nebelscheinwerfer und eine andere Frontschürze, sonst ist alles Yaris pur.
Lupe

Der Yaris ist Toyotas Bestseller in Deutschland, noch vor dem Corolla und weit vor dem Prestigebringer Prius. Da bietet es sich an, die Modellpalette weiter auszubauen und in jede denkbare Nische einzudringen. Der neue Yaris TS schließt eine Lücke, die seit dem Modellwechsel offen geblieben war. Schon beim Vorgänger gab es eine üppig motorisierte Version, die Leistungshungrigen Spass versprach. Mit der Neuauflage soll nun, natürlich, alles noch besser werden.

Der Auftritt des Yaris TS ist vergleichsweise dezent: Alles ist Yaris pur, die neue Front- und Heckschürze fallen nur im direkten Vergleich zu den schwächeren Brüdern auf, die Seitenschweller strecken den rundlichen Aufbau etwas und die großen 17-Zoll-Räder geben ihm stramme Beine, aber von aufdringlicher Sportlichkeit gibt es keine Spur. So kann auch ein etwas veredelter Yaris Diesel aussehen. Innen gibt es ebenfalls Yaris pur, nur einige Kohlefaser-Applikationen geben dem TS einen Hauch von Sportlichkeit. Der Materialmix der Inneneinrichtung ist recht hochwertig, nur die Plastik-Applikationen an den Türverkleidungen fallen etwas ab. Die Sportsitze geben guten Halt, die Sitzflächen sind auch für Menschen mit langen Beinen ausreichend. Überhaupt kann der Yaris TS in der ersten Sitzreihe mit einem guten Platzangebot punkten. Da Fahrersitz und Lenksäule höhenverstellbar sind, findet jeder eine passende Sitzposition. Beim TS wurde zusätzlich der Spielraum der Längsverstellung der Sportsitze vergrößert. Hinten sind die Platzverhältnisse für ein Auto dieser Größe überraschend gut. Die Kopffreiheit profitiert durch den hohen Aufbau, der am Heck steil abfällt, hier können auch Erwachsene transportiert werden. Zumindest wenn die hintere Sitzbank, die um 150mm verschoben werden kann, ganz nach hinten rückt und der Fahrer nicht zu weit nach hinten wandert, gibt es sogar recht viel Beinfreiheit.

Toyota Yaris TS
Die Rundinstrumente gibt es nur im TS, aber auch hier sind sie nicht im direkten Blickfeld des Fahrers
Lupe

Die wichtigste Änderung zeigt sich erst, wenn das Auto gestartet wird. Da, wo sonst ein großes Digitaldisplay aufleuchtet, gibt sich der TS besonders traditionell: Zwei analoge Halbrund-Instrumente informieren über Drehzahl und Geschwindigkeit.

Die Ausstattung orientiert sich am Klassenstandard:eine manuell regelbare Klimaanlage, ABS, Front- und Seitenairbags, drei Kopfstützen hinten, elektrische Fensterheber, integrierte Nebelscheinwerfer, ISOFIX-Kindersitzvorrichtung auf den beiden äußeren Rücksitzen, beheizbare und elektrisch verstellbare Außenspiegel in Wagenfarbe, ein Multi-Info-Display mit Verbrauchsrechner und Digitaluhr und Außentemperaturanzeige sind im Serienpaket enthalten. Damit ein zusätzlicher Kaufanreiz geboten wird, legt Toyota noch eine Zentralverriegelung mit einer Fernbedienung, ein Audiosystem mit CD-Spieler und LED-Bremslichter drauf.

Das klingt soweit ganz gut, aber ein TS muss sich vor allem daran messen lassen, wieviel Fahrspass er liefert. Die Leistungsdaten wecken Erwartungen. Bei einem Leergewicht von 1190kg sollte der 1,8l-VVTI-Motor mit 133PS leichtes Spiel haben. 194km/h Höchstgeschwindigkeit und 9,0 Sekunden aus dem Stand bis 100km/h sind dann auch durchaus akzeptable Werte. Der Wagen hängt gut am Gas und dreht leichtfüßig hoch. Und auch die Tonalität ist, besonders bei höheren Drehzahlen, prägnanter als in den zivileren Versionen, ohne allerdings lästig zu werden. Trotzdem fehlt der Bums, den man sich von einer Sportversion erwarten würde. Ähnliche Fahrleistungen erreichte auch das Vorgängermodell, mit rund 26PS weniger Leistung. Das grüne Gewissen läßt sich auch nicht beruhigen: 170g/km sind weit von den Bestwerten eines Prius entfernt. Das Getriebe ist Japan-Standard: die Gänge lassen sich präzise und knackig schalten.

Toyota Yaris TS
Die Chromblende am Auspuffrohr ist der einzige dezente Blickfang am Heck.
Lupe

Die Neuausrichtung des TS gegenüber dem Vorgänger stellt das T (für Touring) stärker in den Vordergrund als das S (für Sport). Diese Auslegung führt dazu, daß sich der TS nun eher als gut motorisierter Yaris präsentiert und damit eine deutlich breitere Zielgruppe anspricht.

Dem trägt auch die Auslegung des Fahrwerks Rechnung. Zwar hat Toyota dem TS eine etwas breitere Spur gegeben und die 17-Zoll großen Schuhe lassen ihn satter auf der Straße stehen, aber die Grundauslegung orientiert sich mehr an Komfortmassstäben als an schnellen Rundenzeiten. Natürlich ist der Yaris TS keine Sänfte, eine gewisse Grundhärte ist bei den vorgegebenen Fahrzeugparametern nicht zu vermeiden, aber er rollt leise ab, fällt nicht in jedes Schlagloch und wird bei hohem Tempo durchaus komfortabel. Dabei bleibt die Präzision nicht auf der Strecke und die Lenkung ist recht direkt und mit ausreichender Rückmeldung – Grand-Tourismo-Qualitäten also.

Die vier großen Scheibenbremsen haben keine Probleme mit der Leistung und dem Gewicht, elektronische Helfer wie Bremsassistent, Fahrstabilitätsprogramm und Antischlupfregelung sind serienmäßig.

Der Yaris TS ist weniger ein Sportmodell als ein gut motorisierter Kleinwagen, er macht auf der Landstrasse Spass und hat, zumindest wenn man zu zweit unterwegs ist, Reisequalitäten. Das alles gibt es als Dreitürer ab 17.180 Euro, aber der Preis läßt sich mit Klimaautomatik, Komfortpaket, DVD-Navigation, weiteren Türen und anderen Optionen deutlich steigern.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: Toyota )

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