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Porsche Boxster S: Ausgewogen und Leistungsbereit
05.07.2007
Zwei Jahre sind seit der Renovierung des Boxster vergangen: Andere Schweller an Heck und Front, sichelförmige Lufteinlässe in den hinteren Kotflügeln sowie eine neu gestaltete Inneneinrichtung verleihen dem Zweisitzer die Qualität, die man von einem Porsche erwartet. Vor allem die optionale Lederausstattung in Verbindung mit dem jetzt mehr klassisch interpretierten Cockpitlayout hat die Wertigkeit des Mittelmotorsportler deutlich verbessert. Die Struktur der Karosserie war schon bisher über jeden Zweifel erhaben: sie gehört zu den verwindungssteifsten, die bei einem Roadster zu haben sind. Gerade die Verbesserung der Materialqualitäten im Innenraum und die traditioneller wirkende Front machen den signifikanten Unterschied zum Vorgängermodell aus. Die ovalen Frontscheinwerfer geben dem Boxster ein neues und doch vertrautes Gesicht. Das gefütterte Stoffdach ist jetzt mit einem Glasfenster versehen und lässt sich jetzt innerhalb von zwölf Sekunden automatisch versenken. Das Klappverdeck ist stabil und hochwertig verarbeitet, so dass man gut auf das optionale Hardtop verzichten kann.
Auch bei der Ergonomie hat sich was getan: Der Sitzverstellbereich ist gegenüber dem Vorgänger verlängert, größere Scheiben verbessern die Übersicht und die Seitenfenster sind wasserabweisend beschichtet. Zudem läßt sich das Lenkrad nun auch in der Höhe verstellen. Die zwei Kofferräume bieten viel Raum für Gepäck (280 Liter), so dass man ohne große Einschränkung auf längere Reisen gehen kann. Bauartbedingt heizt sich das hintere Gepäckabteil jedoch auf man muß also genau überlegen, was man wohin packt. Für kleine Dinge, die man im Innenraum aufbewahren möchte, gibt es nun ein abschließbares Handschuhfach. Kleines Manko des Roadsters ist zumindest für Puristen die recht hohe Gürtellinie, die den Fahrtwind nachdrücklich aussperrt. Aber das ist eigentlich unbedeutend, denn Fahrdynamik und Leistungsfähigkeit machen den zweisitzigen Porsche faszinierend und unverwechselbar. Der Wagen gehorcht dem Fahrer aufs Wort wie auf Schienen folgt der Mittelmotorsportwagen den Vorgaben der Lenkung. Das angenehm straffe Fahrwerk klebt den Stuttgarter Sportwagen förmlich auf die Strasse und gibt präzise Rückmeldungen über deren Beschaffenheit, ohne durch Härten zu belästigen. Selbst im Grenzbereich verhält sich der Boxer berechenbar und für den Fall, dass es der Fahrer übetreibt, bringt das Porsche-eigene Stabilitätsprogramm PSM den Wagen zuverlässig zurück auf Kurs.
Herzstück eines Porsche ist natürlich der Motor. Der Aluminium-Sechszylinder-Boxer der S-Version verfügt über reichlich Drehmoment und dreht turbinenartig weich hoch. Das maximale Drehmoment von 340 Nm liegt von 4.400 bis 6.000/min an. Der Boxster S schüttet seine 295 PS locker aus nach 5,5 Sekunden liegt Tempo 100 an und in der Spitze sind 268 Stundenkilometer drin. Begeisternd ist auch der Sound, den die Zuffenhausener für das Triebwerk komponiert haben. Vor allem im Bereich zwischen 5000 und 7000 Touren hat die Geräuschkulisse suchtauslösendes Potential. Hilfreich für das Abspielen der rauhen Musik erweist sich das präzise zu schaltende Sechsgangetriebe. Es ist sehr gut abgestuft und unterstützt die mühelose Leistungsentfaltung bereitwillig. Über die Vierkolben-Bremsen mit Alu-Monobloc-Bremssätteln bleibt nicht viel zu sagen: Aus dem Bereich der Höchstgeschwindigkeit braucht der Boxster bis zm Stillstand nur 160 Meter. Ein absoluter Spitzenwert, der mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit realisiert wird. Der Treibstoffkonsum des "S" beträgt bei moderater Fahrweise, dank der Nockenwellen-Verstellung „Variocam“, durchschnittlich 10,4 Liter Super plus, was für einen Sportwagen diesen Zuschnitts wenig ist. Für den Boxster S in der Grundausstattung verlangt Porsche 45.800 Euro inklusive Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung und eine Alarmanlage. Serie sind auch das elektrische Verdeck, Wildledersitze mit Vinyleinlagen, höhenverstellbare Sitze, elektrische und beheizbare Spiegel, vier Airbags, Zentralverriegelung sowie Leichtmetallfelgen. Wer weitere Zusatzausstattungen ordert braucht natürlich reichlich Luft nach oben. Als Gegenwert bekommt man einen Allrounder, der alle Bereiche zwischen Alltagstauglichkeit und überlegener Sportlichkeit perfekt beherrscht.
(Text: Rainer Roßbach)
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