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Aktualisiert am 31.12.2011
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Fiat 500: In aller Freundschaft

03.11.2007

Fiat 500
Der 500er ist ein freundlicher Charakter, der auch funktional überzeugt.
Doppelpfeil

Nur wenigen Fahrzeugen wird so offensichtliche Sympathie entgegen gebracht wie dem neuen 500: freundliche Neugier und lächelnde Gesichter allenthalben. Man hat das Retrodesign schon für beerdigt erklärt. Die Reaktionen des Publikums auf den kleinen Fiat scheinen aber zu zeigen, dass, wenn der Produktmix aus Preis, Größe und Aussehen stimmt, es einen stabilen Markt für Autos diesen Zuschnitts gibt.

Für Fiat ist das wirtschaftliche Risiko gering, da der neue Fünfhunderter auf der Panda-Plattform aufbaut. Das hält die Kosten für Neuentwicklungen gering und erlaubt ein Produkt, dass der Individualisierung und dem Marketing neue Möglichkeiten an die Hand gibt.

Fiat verspricht 500.000 Varianten, die aus der Kombination von Ausstattungslinien, Farben, Felgen, Motorisierungen und allerlei Aufkleber und Labels entstehen könnte. Das ist soweit schön, benötigt aber auch eine Basis, die sich ästhetisch diesem Riesenangebot gewachsen zeigt.

Fiat 500
Fürs Heck werden spezielle Trägersysteme angeboten, etwa für Snowboards oder Koffer. Das Dach ist für Lasten tabu.
Doppelpfeil

Und hier haben die Fiat-Designer ziemlich genau ins Schwarze getroffen. Mit der klassischen 60er Jahre-Front, den freundlich lächelnden, runden Augen und den kurzen Überhängen versprüht der 500er so viel augenzwinkernden Charme, dass man manche stilistische Übertreibung verzeihen wird. Und innen wartet eines der erfreulichsten Cockpits der letzten Jahre. Ergonomie-Puristen werden einwenden, dass das zentrale Instrument zu verschachtelt ist. Aber das ist ein klassisches Autotester-Problem: Der reale Käufer dagegen hat sich spätestens nach zwei Tagen an die Bedienung gewöhnt und freut sich an dem schönen Anblick. Das hübsche Armaturenbrett ist farbig lackiert und die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet. Was heutzutage besonders gefällt – weil selten geworden – sind die großzügige Verglasung und die gute Rundumsicht.

Das Platzangebot auf den bequemen Vordersitzen ist für ein 3,55 m kurzes Auto beachtlich und auch Großgewachsene haben Luft nach oben. Im Fond haben dagegen bauartbedingt nur kleinere Menschen Platz. Der Kofferraum fasst in der Standardkonfiguration 185 Liter. Legt man jedoch die Lehne der Rückbank um, passen bis zu 550 Liter hinein.

Fiat 500
Einsteigen macht Spaß: Freundliche Farben und schöne Instrumente im Innenraum.
Doppelpfeil

Die Konstruktion der Karosserie ist modern. Ein genau berechnetes System aus Trägern und Verstärkungen macht die kompakte Front möglich. Gleichzeitig aber ist sie so stabil, dass fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest erreicht werden. Das geht natürlich aufs Gewicht: Ein durchschnittlich ausgestatteter Fünfhunderter wiegt etwa 1100 Kilogramm. Mit Konsequenzen beim Temperament und beim Verbrauch: Selbst das 1,4 Liter große und 100 PS starke Benzintriebwerk wirkt müde und bei niedrigen Drehzahlen durchzugsschwach. Eine Höchstgeschwindigkeit von 182 Stundenkilometern erscheint unter diesen Umständen optimistisch. Selbstverständlich aber reicht die Leistung für den täglichen Bedarf.

Insgesamt ist der kleine Fiat agil. Trotz der etwas indirekten Lenkung kommt man schnell um die Ecken und das leichtgängige Getriebe läuft wie selbstverständlich durch die Gänge. Die Haftungsgrenze des untersteuernd ausgelegten Fahrwerks kündigt sich rechtzeitig an und wer hier Unterstützung nötig zu haben glaubt, kann für 400 Euro zusätzlich ein ESP bestellen.

Fiat 500
Lichte Höhe: Der kuppelartige Innenraum und große Fenster schaffen Wohlbefinden.
Doppelpfeil

Der Grundpreis des kleinen Viersitzers liegt bei etwa 10 500 Euro. Dafür bekommt man sieben Airbags, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber und ein CD/MP3-Radio serienmäßig – und ein Auto mit Kultcharakter. 14.500 Euro kostet die Topversion mit manueller Klimaanlage und einem Lederlenkrad mit Radio-Fernbedienung.

Bleibt noch die Frage nach der Qualität. Hier hat Fiat einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Das Auto kombiniert hochwertige Materialien und ist mit Sorgfalt zusammengebaut. Die Turiner glauben so sehr an ihr Produkt, dass die Garantiezeit bis auf fünf Jahre oder 500.000 Kilometer ausgedehnt werden kann.

2007 sollen hierzulande 2500 Einheiten verkauft werden, im nächsten Jahr rechnet man mit 15.000. Ein bescheidenes Ziel angesichts eines so sympathischen und überzeugenden Autos.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Fiat)

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