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Porsche Cayenne GTS: Schlüsselerlebnis
18.11.2007
Der spezielle Reiz des Cayenne GTS erschließt sich schnell: Eine Umdrehung am Zündschlüssel und der V8 meldet sich mit einem gedämpften und süchtig machenden Ton. Der kraftvolle und ästhetische Akkord kommt aus der Tiefe von 4,8 Litern Hubraum und wird schöner und auch rauher, je höher die Drehzahl steigt. Der Klang ist perfekt gemixt aus dem brabbelnden Ansauggeräusch großer amerikanischer V8-Motoren der 1970-er und der kultivierten Aussprache zeitgenössischen europäischen Maschinenbaus. Es ist natürlich nicht nur die Musik, die gefällt. Auch die lineare und turbinenartige Kraftentfaltung sowie die Selbstverständlichkeit, mit der die Leistung ausgeschüttet wird, ist grandios. Gegenüber dem Cayenne S, dem der großvolumige Motor entnommen ist, hat der GTS ein Leistungsplus von 20 PS. Nicht viel scheint es, aber der stärkere V8 atmet frei und agiert spontan. Das liegt sowohl an der neuen Benzin-Direkteinspritzung wie auch am modifizierten Ansaugsystem, die das Leistungshoch von 405 PS verantworten. Die Achsübersetzung ist verkürzt und das maximale Drehmoment von 500 Newtonmetern liegt bei 3500 1/min an. Kombiniert mit dem manuellen Sechsganggetriebe das leider etwas unpräzise geführt ist wird der über zwei Tonnen schwere GTS in 6,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 253 km/h.
Der um 24 Millimeter tiefergelegte und permanent an vier Rädern angetriebene Cayenne steht satt auf dem Asphalt und besticht durch Agilität und Leichtfüßigkeit: Ein Verdient der neuen Fahrwerkskomposition aus Stahlfedern und aktiver Dämpferregelung (Porsche Active Suspension Management), die die Härte des Fahrwerks der jeweiligen Fahrbahn anpasst. Wer es genauer mag kann mittels eines Schalters auf der Mittelkonsole zwischen "Comfort"-, "Normal"- und "Sport"-Abstimmung zappen. "Sport" etwa meint, dass der Motor höher dreht, spontaner auf Befehle des Gaspedals reagiert und noch kerniger klingt. Zudem versteifen sich die Federn. Auf Wunsch gibt es zusätzlich den aktiven Wankausgleich, mit dem der GTS dann nahezu aufrecht durch die Kurven geht. Wie zu erwarten ist bremsen kein Thema: Eine groß dimensionierte Anlage hat die Zwei-Tonnen-plus jederzeit im Griff und die rot lackierten Sättel, die durch die Felgen leuchten, sind einfach nur schön. Innen ist der Stil sportlich-kultiviert. Vier Sport-Einzelsitze geben perfekten Halt. Die vielfach verstellbaren Vordersitze mit den ausgeprägten Wülsten sind richtig bequem: Besseres Gestühl lässt sich kaum finden. Alcantara und Leder sowie dicke Teppiche rundum sorgen für ein Wohlbehagen, das den Cayenne GTS zum souveränen und entspannten Reisebegleiter macht. Durch sein gewaltiges Leistungspotenzial ist er zudem jenseits aller sportlicher Attitüden ein idealer und souveräner Cruiser, zumal das Kofferraumvolumen von 540 Litern bis 1 749 Liter viele Wünsche in Punkto Reisegepäck erfüllt.
Außen spielt das Design des GTS mit Versatzstücken aggressiver Sportlichkeit: Die Frontschürze des Turbo schlürft Luft durch große Öffnungen und das Heck inszeniert die chromgefassten und wohlklingenden Doppel-Endrohre in der kräftigen Skulptur der Heckschürze. Die Radhäuser sind jeweils um 14 Millimeter verbreitert und nehmen 295er Räder auf 21-Zoll-Felgen auf. Und notabene, ist an die Oberkante der Heckklappe ein Spoiler montiert. Und die Umwelt? Der Handschalter verbraucht 15,1 Liter und entlässt 361 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft, die Werte für die gleichfalls lieferbare Tiptronic liegen bei 13,9 Litern und 332 Gramm. Das ist, nach Leistung, Luxus und Können betrachtet, akzeptabel. Ab Februar 2008 geht der Cayenne GTS zu Preisen ab 76.725 Euro an den Start und dürfte ob des fantastischen Motors und der überzeugenden Allroundeigenschaften sein Publikum finden.
(Text: Rainer Roßbach)
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