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Aktualisiert am 31.12.2011
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Ferrari 712: Der größte von allen

01.01.2008

Ferrari 712
Die Karosserieform des 712 orientiert sich am Dreiliter-Prototyp 312 PB.
Doppelpfeil

Der Ferrari 712, letzter Akt im immer halbherzig gebliebenen Can-Am-Engagement der Italiener, stammt vom Fünfliter-Sportwagen 512 S ab. Dieser trat – schön zwar, aber wenig erfolgreich – in der Saison 1970 gegen Porsches Überflieger 917 in der Marken-Weltmeisterschaft an. Schon in der Saison 1971 werden die 512 nicht mehr werksseitig eingesetzt – man konzentriert sich in Maranello auf den neuen Dreiliter 312 PB, der schon dem ab 1972 geltenden Reglement entspricht. Ende 1970 gibt es für die zahlreichen Kundenteams aber noch eine Evolution des Fünfliters.

Diese Ausbaustufe, der 512M, debütiert 1970 in Zeltweg und dominiert das Rennen lange Zeit. Der 712 basiert auf diesem Chassis, das später mit einem stärkeren Motor ausgerüstet und 1971 auch in Monza beim europäischen Can-Am-Pendant, der Interserie, eingesetzt wird.

Etwa zwei Monate später wird der Siebenliter-V12 in das Chassis eingebaut und die Coupé-Karosserie gegen eine offene im Stil des 312 PB ausgetauscht. Zudem werden Antriebsstrang und Kraftverteilung an die gestiegene Leistung angepasst.

Ferrari 712
Der Siebenliter-V12 ist der größte Motor, den Ferrari je gebaut hat.
Doppelpfeil

Damit ist ein Can-Am-Spider geboren, der Ferrari ein gutes Teil vom lukrativen Preisgeld der populären kanadisch-amerikanischen Sportwagenserie sichern soll. Schon mit dem 1969er Modell 612, von Chris Amon pilotiert, war man in Amerika angetreten. Allein scheiterte man daran, dass kein passender Motor im Regal lag, der den grossen amerikanischen V8 hätte Paroli bieten können.

Einer der Gründe, warum Ferrari seine Can-Am-Projekte nur halbherzig verfolgt, liegt darin, dass Maranello Komponenten aus dem Rennsport immer auch für die Serie nutzen will. Für einen Siebenliter ist in dieser Philosophie kein Platz. Ohne den Einfluß des amerikanischen Importeur Luigi Chinnetti hätte es deshalb einen Ferrari dieser Dimension wohl nie gegeben.

1971, in Watkins Glen, gibt der 712 sein Debüt auf nordamerikanischem Boden. Die Straßenlage des roten Monsters ist schlecht, der Motor dagegen vermag die Erwartungen zu erfüllen. Mario Andretti qualifiziert sich – nach einigen aerodynamischen Umbaumaßnahmen – als Fünfter. In einem dramatischen Rennen verliert der schnelle Italo-Amerikaner einen Flügel, dreht sich und beendet das Rennen trotz aller Widrigkeiten auf einem guten vierten Platz. Trotz des vielversprechenden Debüts kommt der 712 werksseitig nicht mehr zum Einsatz, da die Weiterentwicklung zu aufwändig ist.

Ferrari 712
Seit 2004 misst sich der faszinierende Spider wieder mit seinen Zeitgenossen auf der Rennstrecke.
Doppelpfeil

Ein Jahr nach dem ersten Rennen erwirbt Chinetti den Spider und meldet ihn für das 1972er Rennen in Watkins Glen. Pilotiert wird der Ferrari jetzt von Jean-Pierre Jarier. Der begabte Franzose – zu dieser Zeit Testfahrer bei March – schlägt eine Reihe von aerodynamischen Modifikationen zur Verbesserung des Handlings vor. Trotz einiger Fortschritte gelingt es aber nicht, den dominierenden Porsche 917/10 Paroli zu bieten. So bleibt es bei zwei Einsätzen: Jarier wird Zehnter in Watkins Glen und Vierter in Road America. Nur einmal noch, 1974, nimmt der 712 an einem Can-Am-Rennen teil. Nochmals in Watkins Glen fährt Brian Redman bravourös bis auf den zweiten Platz vor, bevor die Radaufhängung bricht.

Danach – nach etwa einem halben Dutzend Rennen in vier Jahren – verabschiedet sich der Über-Ferrari endgültig von der Piste, ohne das er jemals sein echtes Potential gezeigt hat.

Seit etwa 2004 ist der faszinierende Rennsportwagen regelmäßiger Gast bei den europäischen Oldtimer-Wettbewerben. Dort und beim Festival of Speed in Goodwood gibt Besitzer David Franklin seinem Unikat, zur Freude des Publikums, kräftig die Sporen.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Rainer Roßbach)

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