Prova Logo
 
Inhalt
Magazin
Neues aus der Industrie
Neue Bücher
Nissan PIVO3
Audi R8 LMS ultra
Mercedes 190 E Evo II
Ford GT90
Renault 5
Alpine A 106
BMW i3 Concept
Land Rover DC100 Sport
Cadillac Ciel
e-Opel
Citroën Tubik
smart fortwo electric drive
Lister Monzanapolis
Chevrolet Miray Concept
Hispano Suiza Xenia
Fahrberichte
Lancia Thema
Mercedes Benz B 200
Fiat Freemont
Lexus CT200h
Ford Galaxy Titanium
Kultur : Unterwegs
Art und Cars bei Mercedes
Porsche Sonderausstellung
Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Audi R8 V12 TDI concept: 500 PS und 1.000 Newtonmeter

14.01.2008

Audi R8 V12 TDI concept
Der R8 ist besonders leicht und steif, was sich positiv auf die Präzision des Fahrgefühls auswirkt.
Doppelpfeil

Das Konzept auf der Basis des R8 feiert die Erfolge von Audi in der American Le Mans Serie mit dem R10 TDI-Dieselprototyp. Ein V12 TDI mit sechs Litern Hubraum treibt den experimentellen Mittelmotorsportwagen an. 500 PS und ein Drehmoment von 1.000 Newtonmeter beschleunigen den Audi R8 in nur 4,2 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer – die Höchstgeschwindigkeit liegt bei deutlich über 300 km/h. Das maximale Drehmoment liegt bereits bei 1.750 1/min an.

Der neue V12-TDI wird als Straßenversion im ungarischen Györ gefertigt. Bei seinem Entwurf wurde darauf geachtet, dass der Sechsliter zur aktuellen Familie der Audi-V-Motoren passt. Der Zwölfzylinder weist, wie die anderen Aggregate in dieser Reihe, 90 mm Zylindermittenabstand auf. Allerdings beträgt sein Zylinderwinkel nicht 90, sondern 60 Grad – bei einem V12 in dieser Bauart treten damit weder freie Massenkräfte noch Massenmomente auf, was der Laufruhe zugute kommt. Aus 83,0 Millimeter Bohrung und 91,4 mm Hub ergibt sich ein Gesamthubraum von 5.934 ccm. Mit 684 mm Länge baut der große Dieselmotor kompakt. Das Kurbelgehäuse des V12 TDI besteht aus Grauguss mit Vermiculargraphit, ein High-Tech-Werkstoff, der um etwa 40 Prozent steifer und um 100 Prozent ermüdungsfester ist als Grauguss. Die beiden Zylinderköpfe sind aus jeweils drei Hauptelementen aufgebaut. Ein Unterteil aus einer hochfesten Aluminium-Legierung, in das Ein- und Auslasskanäle integriert sind, einem ölführenden Oberteil und einem versteifenden Leiterrahmen, in dem die beiden Nockenwellen gelagert sind. Die Ventile werden über reibungsarme Rollenschlepphebel betätigt, das Verdichtungsverhältnis beträgt 16,0:1.

Audi R8 V12 TDI concept
Charakteristisch ist das untere vergrößerte Luftleitelement, das die Motorposition optisch betont.
Doppelpfeil

Wie bei den V-Motoren von Audi üblich, ist der wartungsfreie Kettentrieb an der Rückseite des Motors untergebracht. Beim V12 TDI kommt ein neues Layout zum Einsatz: Das Kettenrad der Kurbelwelle greift in ein Zwischenzahnrad ein, vom ihm aus treiben zwei Simplexketten die Nockenwellen an. Zwei weitere Ketten treiben die Ölpumpe und die beiden Hochdruckpumpen der Common Rail-Einspritzanlage an. Die beiden neuen Zwei-Stempel Hochdruckpumpen sind Bestandteile der Common Rail-Einspritzanlage, die von Bosch geliefert wird. Die beiden Pumpen bauen bis zu 2.000 bar Druck auf. Durch den hohen Druck wird eine optimale Gemischverteilung im Brennraum erzeugt. Diese wiederum lässt den Zündvorgang schneller, homogener und damit auch akustisch komfortabler ablaufen. Zudem erhöht die effizientere Verbrennung die Leistung, senkt den Verbrauch und reduziert die Schadstoffe. Zusätzlich zur Haupteinspritzung sind Vor- und Nacheinspritzungen möglich. Voreinspritzungen mildern die akustische Härte des Verbrennungsvorgangs, späte Nacheinspritzungen dienen speziell der Temperaturerhöhung des Abgases und damit der Regeneration der beiden serienmäßigen Partikelfilter.

Audi R8 V12 TDI concept
Die Karosserie produziert Abtrieb durch den deutlich vergrößerten Heckspoiler. Das unterstützt die Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten.
Doppelpfeil

Außen am Motor-V sitzen die beiden Turbolader, jeder von ihnen versorgt eine Zylinderbank. Die beiden Lader bauen einen Ladedruck von bis zu 2,6 bar auf und tragen damit entscheidend zum Drehmoment von 1.000 Nm bei. Der Diesel, bei dem zwei große Ladeluftkühler die Temperatur der verdichteten Luft absenken, entwickelt eine spezifische Leistung von 84,3 PS pro Liter Hubraum. Der V12 verfügt über eine zweiflutige Abgasanlage mit zwei Partikelfiltern. Ähnlich ist die Ansauganlage aufgebaut – pro Zylinderbank existiert ein Luftfilter, hinter dem ein Luftmassenmesser sitzt. Zwei Steuergeräte, die sich ihre Arbeit nach dem Master-Slave-Konzept teilen, managen das Geschehen im Motor. Der Audi R8 V12 TDI concept erfüllt bereits die Abgasnorm Euro 6, die voraussichtlich 2014 in Kraft tritt.

Die Schaltbox im R8 V12 TDI concept verfügt über sechs Gänge, die mit der Hand geschaltet werden. Das Getriebe ist sehr kompakt und arbeitet mit einer Zweischeiben-Kupplung. Es bietet kurze Schaltwege und eine präzise Führung des Schalthebels in einer offenen Kulisse. Selbstverständlich wird die Kraft über einen permanenten Allradantrieb in einem Verhältnis von 40:60 Prozent auf die Vorder- und Hinterachse verteilt.

Audi R8 V12 TDI concept
Ein großer Bogen führt um Lenkrad und Instrumente.
Doppelpfeil

Das R8-Konzept ist in mattem „Gracesilber“ lackiert. Stärker betonte Radhäuser und voluminöser dimensionierte Luftöffnungen markieren den Unterschied zum Serienmodell. Dazu gibt es noch eine umlaufende Spoilerlippe aus Aluminium. Neu ist das Glasdach der Passagierkabine mit zwei großflächigen Bereichen, das mit dem gleichfalls gläsernen Motorenabteil dahinter ein zusammenhängendes Element bildet. Die große Naca-Düse im mittleren Dachbereich, die die hier angesaugte Luft beschleunigt an die beiden Zylinderreihen des V12-TDI-Motors weiterreicht, bildet einen besonderen Akzent.

Das Fahrwerk des Audi R8 V12 besteht aus doppelten Querlenkern vorne wie hinten. Gebremst wird mit insgesamt 24 Kolben auf vier Keramikscheiben. Diese liefern gute Performance bei niedrigstem Gewicht und hoher Laufleistung. Die Scheiben sind aus mit Kohlefaser verstärkter Keramik gefertigt, die aus dem sehr harten und abriebfesten Siliziumcarbid mit einer Diamant-ähnlichen Kristallstruktur besteht. Darin sind hochfeste Kohlefasern eingebettet, die auftretende Spannungen aufnehmen. Die ausgefeilte Kühlkanalgeometrie der innen belüfteten Scheiben sorgt für eine ausgeglichene Thermik.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Audi)

Zurück zur Startseite

Prova Gesamtarchiv
Archivsuche
ausführen Hilfe
Termine
Impressum / Kontakt
 Anzeigen
Anzeige Porsche 804-Buch
Anzeige Porsche 908-Buch
Anzeige Porsche 917-Buch
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de