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Ferrari Daytona: Frontmotor-Ikone
04.03.2008
5. Februar 1967 in Südflorida: Am Ende des berühmten 24 Stunden Rennens auf dem Kurs von Daytona überqueren drei Ferrari 330 P3 und P4 in V-Formation die Ziellinie. Ein spektakulärer Sieg, der für enthusiastische Ferraristi Anlass ist, die neue Frontmotor-Berlinetta, die auf dem Pariser Salon 1968 Publikumspremiere feiert, mit dem Namen "Daytona" zu versehen. Enzo Ferrari, ganz nüchterner Techniker, sieht die Dinge anders. Er gibt sich mit einer schlichten Kombination aus Zahlen und Buchstaben-Kürzeln zufrieden: „365“ für den Hubraum eines Zylinders, GTB für die Karosserieform „Gran Turismo Berlinetta“ sowie „4“ für die Anzahl der Nockenwellen. Dabei hat der spektakuläre Frontmotor-Sportwagen Potenzial für die große Emotion. Die Linien und Proportionen kommen von Ferrari Hausdesigner Pininfarina und sind schlicht atemberaubend. Die Höchstgeschwindigkeit, vom früheren Rennfahrer und Ferrari Le Mans-Sieger Paul Frère auf deutschen Autobahnen gemessen, beträgt bis zu 282 Stundenkilometer. Die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 erfolgt in sechs Sekunden. Allenfalls Zeitgenossen vom Rang eines Lamborghini Miura und De Tomaso Mangusta konnten dem 365 GTB/4 zu seiner Zeit folgen. Die Serienversion des 365 GTB4 wird bei Scaglietti in Modena gebaut. Auffälligstes Merkmal der Karosserie bis 1970 ist die Front aus Plexiglas zwischen den langen seitlichen Blinkleuchten und über den Doppelscheinwerfern. Probleme auf dem amerikanischen Markt die Scheinwerferhöhe entspricht nicht den dortigen Zulassungsbestimmungen zwingen 1970 zu einer Änderung: Ab jetzt übernehmen Doppel-Klappscheinwerfer die Ausleuchtung der Fahrbahn. Auffällig sind neben den doppelten Rundleuchten am Heck die Campagnolo-Leichtmetallräder mit fünf Speichen und zentraler Flügelmutter. Chromspeichenräder von Borrani gibt es als Option. Auf der Frankfurter IAA im September 1969 wird die Palette um den 365 GTS/4 Spider ergänzt.
Der Motor mit der Nummer "Tipo 251" ist ein Zwölfzylinder mit vier Nockenwellen, sechs Fallstrom-Doppelvergasern und einer Trockensumpf-Schmierung, der auf die Rennsportwagen 275 P2 und 330 P2 zurückgeht, die ab 1965 im Einsatz sind. Diese Entwicklung gipfelt im 4,4 Liter des 365 GTB4, dessen Höchstleistung mit 352 PS bei 7500 U/min angegeben wird. Der Ferrari Kundendienst in Modena baut von 1971 bis 1973 in drei Kleinserien insgesamt 15 Rennwagen des 365 GTB4 für private Rennteams. Nach Siegen in der GT-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans 1972, 1973 und 1974 werden die bereits vier Jahre alten Renn-Daytona noch 1977 in Daytona in den USA Fünfte und Sechste der Gesamtwertung, einer kommt dort schließlich 1979 sogar als Gesamt-Zweiter ins Ziel. Von 1968 bis 1973 entstehen 1230 Berlinetta und 121 Spider, mit Seriennummern zwischen 12400 und 17000. Im Herbst 1973 kündet die zwei Jahre zuvor als Studie gezeigte Mittelmotor-Berlinetta Boxer 365 GT4/BB einen grundlegenden Wechsel des Konzeptes an.
(Text: Rainer Roßbach) |
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