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Jeep Renegade Concept: Buggy, aber Öko
09.03.2008
Zweisitzig, sportlich und minimalistisch ist der Renegade, mit dem Jeep das Konzept des kalifornischen Dune-Buggy technologisch auf den Stand des 21. Jahrhunderts hievt. Klettern oder Spaß am Strand verbindet der elektrisch angetriebene, offene Jeep mit komfortablem Verhalten auf der Strasse. Als Apologet des südkalifornischen Lebensstils besitzt der Jeep Renegade zwar einen Überrollbügel, aber kein Dach. Stattdessen kann das Ladedeck direkt hinter dem Cockpit mit verschiedenen Abdeckungen versehen werden. Denkbar sind ein einfacher glatter Deckel oder auch spezielle Aufsätze zur Befestigung von Moutain-Bikes oder Kajaks. Aber auch ein Jet-Ski könnte geladen werden. Weite Radhäuser, besonders große Räder und Reifen sowie die niedrige Speedster-Frontscheibe verleihen dem Zweisitzer eine robuste Optik. Scheinwerfer und Heckleuchten in Gummi-Gehäusen sowie lang gezogene dreieckige Öffnungen in den beiden expressiv geformten Seitentüren verleihen dem Renegade eine erdige Eleganz.
Der Innenraum ist, wie das gesamte Fahrzeug, darauf ausgelegt, die Anzahl der für den Bau und die Funktion notwendigen Einzelteile auf ein Minimum zu reduzieren. So ist zum Beispiel das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungssystem nicht kühlflüssigkeitsbasiert, Farben, Körnung und Glanz der Innenraumteile entstehen direkt bei der Formpressung. Sogar die matte Außenfarbe der leichtgewichtigen Verbundwerkstoff-Karosserie entsteht beim Pressvorgang, um den bei der Lackierung üblichen Gebrauch von Lösungsmitteln zu vermeiden. Der zweiteilige Instrumententräger ist symmetrisch angelegt, damit die Anwendungen für Links- und Rechtslenker ganz einfach nach dem „Plug-and-Play“-Prinzip eingebaut werden können. Eine konventionelle Verkabelung gibt es nicht. Stattdessen sind in den Instrumententräger drahtlose Elektronikelemente in Form von in sich abgeschlossenen, versiegelten Einheiten integriert, die der Kunde herausnehmen kann. Der Instrumententräger ist um einen freiliegenden Holm herum gebaut, der eine integrierte Mehrfach-Steckdose und auf der Beifahrerseite Anzeigen für Giermoment, Steigungswinkel und Seitenneigung enthält (ebenfalls eingebaut in die flüssigkeitsgefüllten Anzeigen). Der Instrumententräger selbst ist hohl, mit reichlich offenem Stauraum unter dem Holm. Separate, aufprallabsorbierende, vinyl-bezogene Kniepolster „fließen“ unter dem freiliegenden Holm hindurch.
Der dünne, mehrlagige Instrumententräger aus Acryl ist auf der Lenksäule befestigt, ein ähnlich aufgebauter aber separater Bildschirm in der Mitte ist drehbar befestigt, damit ihn beide Passagiere leicht erreichen können. Am Schnittpunkt der T-förmigen Speichen des Lenkrads dreht sich ein runder LED-Bildschirm, auf dem der Fahrer den Fahrmodus wählen kann. Ein unten abgeflachter Lenkradkranz gewährt mehr Bewegungsfreiheit für die Oberschenkel. Der Fahrer-Airbag ist unterhalb des Bildschirms gekapselt. Mit durchscheinenden roten oder grünen Schaltknöpfen wählt der Fahrer die Automatik-Fahrstufen „P“ Park, „R“ Rückwärts und „D“ Vorwärts. Die Sitze sind mit wasserdichten Materialien aus einem Neopren-ähnlichen Material gefertigt.. Die Sitze enthalten integrierte Sicherheitsgurte und hohle, leichte und wie ein umgekehrtes „U“ geformte Kopfstützen. Die Sitze aus einem Schaum auf Soja-Basis mit Urethan-Bezug sind an eine Struktur aus Verbundwerkstoff angeformt. Eine batteriebetriebene Thermo-Einheit in der Mittelkonsole kann Mahlzeiten erhitzen oder kühlen. Gesäubert werden kann der Innenraum mit einem Schlauch. Im Boden gibt es einen Abfluss, und die Struktur der Bodenmatten leitet das Wasser zur Abflussöffnung.
Das Antriebssystem des Jeep-Concepts besteht aus einem Paket von Lithium-Ionen-Batterien, das dem Fahrzeug eine Reichweite von 64 Kilometern verleiht. Zur Verbesserung der Reichweite ist ein kleinvolumiger Bluetec-Dieselmotor mit drei Zylindern und 1,5 Litern Hubraum installiert. Damit verfügt der Buggy über eine Gesamtreichweite von 644 Kilometern. Der Verbrennungsmotor leistet zusätzliche 117 PS bei Emissionen, die im Vergleich zu denen üblicher Benzinmotoren wesentlich reduziert sind. Der Verbrauch des Renegade entspricht ungefähr dem Wert von 2,1 Litern pro 100 Kilometer bei einem mit Benzin betriebenen Fahrzeug. Die Leichtbau-Aluminium-Architektur und das regenerative Bremssystem verbessern die Gesamteffizienz, die beiden Elektromotoren mit 272 PS treiben ein Vierradantriebssystem mit Gelände-Untersetzung und Sperrdifferentialen an.
(Text: Rainer Roßbach) |
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