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56. ADAC Westfalenfahrt: VLN-Auftakt abgesagt
06.04.2008
Die 56. ADAC Westfalenfahrt hätte am 29. März 2008 den Saisonauftakt zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2008 bilden sollen. Am Donnerstag vor der geplanten Veranstaltung musste der erste Lauf des Jahres jedoch aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Durch die winterlichen Temperaturen und die teilweise schneebedeckten Auslaufzonen konnte die Sicherheit der Teilnehmer nicht gewährleistet werden. Zu diesem Entschluss kamen Rennleiter Peter Bröcher, der Leiter der Streckensicherung, Peter Machelet, und VLN-Vorstandsprecher Hans Jürgen Hilgeland zusammen mit Mitarbeitern der Nürburgring GmbH bei einer Ortsbegehung. Somit wird der Saisonstart um zwei Wochen verschoben und am 12. April 2008 mit dem 33. VLN1 4-Stunden-Rennen erfolgen. Für die neue Saison liegen bereits vor dem ersten Rennen mehr als 200 Einschreibungen vor. Die teilnehmerstärkste Breitensportserie Europas erfreut sich also weiterhin, zumindest auf Teilnehmerseite, großer Beliebtheit. Ob sie auch von Seiten der Zuschauer weiterhin so großen Zuspruch erhält, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Bereits im Herbst 2007 wurde damit begonnen, umfangreiche Zaunanlagen zu installieren, die die Sicherheit der Zuschauer verbessern sollen. Über den Winter wurde auch an der Sicherheit für die Teilnehmer gearbeitet. Immer schnellere Rundenzeiten der Fahrzeuge aus den Klassen SP7 und SP8, die schon an der acht-Minuten-Grenze für die Kombination aus Kurzanbindung und Nürburgring Nordschleife kratzen, haben zu Änderungen am technischen Reglement geführt. Die aerodynamischen Bauteile wie Front- und Heckspoiler dürfen jetzt nur noch maximal 10 Zentimeter über die Karosserie nach vorne bzw. hinten hinausragen. Diese Maßnahmen haben aber nicht nur direkten Einfluss auf die Rundenzeiten, sondern werden auch dazu führen, dass die anderen Klassen näher an die Spitzenteams heranrücken und somit auch in den Genuss eines Gesamtsieges kommen könnten. Die Anwärter auf den obersten Podiumsplatz sind noch zahlreicher geworden. Einige der Topfavoriten haben bereits die Einstellfahrten am 15. März 2008 genutzt, um ihre neuen oder überarbeiteten Fahrzeuge zu testen. Nachdem das Team Manthey Racing bereits im vergangenen Jahr mit dem Porsche 911 GT3 RSR der Baureihe 997 siegreich auf der Nordschleife unterwegs war, setzt das erfolgreichste Team des letzten Jahres, Land Motorsport, in der Saison 2008 ebenfalls auf dieses Porsche-Modell. Der letztjährige Porsche 911 GT3 RSR der Truppe wird in diesem Jahr vom Team Wagner Motorsport eingesetzt und darf zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden. Aber nicht nur das Team von Wolfgang Land hat über den Winter ein siegfähiges Fahrzeug aufgebaut. Nachdem im letzten Jahr große Fortschritte mit dem Lamborghini Gallardo des Raeder Motorsport Teams gemacht wurden, setzt man dort in dieser Saison gleich zwei der über 500PS starken Mittelmotorboliden aus Bologna ein. Einen weiteren italienischen Sportwagen bringt das Team Academy Racing in die Eifel. Otto Altenbach und Jürgen Oppermann werden im Laufe der Saison einen Ferrari 430 GT2 pilotieren und versuchen, die renommierten Porsche Teams ein wenig unter Druck zu setzen. Dieses Ziel haben auch Stefan Kissling und Marc Hennerici. Nach den vereinzelten Einsätzen der Chevrolet Corvette im Vorjahr, wird man nun die komplette Saison bestreiten. Auf einem solchen amerikanischen Muscle Car ruhen auch die Hoffnungen des Team PSR Automotive um Teamchef Danny Berk und die Piloten Ulli Andree und Fredy Lienhard. Auch hinter der Spitze und außerhalb der Top-Ten gibt es interessante Projekte. Mit dem Thema Umwelt hat sich das Team Four Motors befasst. Neben dem Biokraftstoff setzt man auch bei der Karosserie teilweise auf Bioverbundstoffe. Zusammen mit Rapper Smudo wird Thomas von Löwis of Menar auf dem Ford Mustang GT RTD BioConceptCar zum Einsatz kommen. In den Kampf um den Meistertitel werden diese Teams aber nicht eingreifen können. Aufgrund des bewährten Koeffizientensystems, nachdem die Klassensieger in den teilnehmerstärksten Klassen die meisten Punkte erhalten, wird der Gesamtsieger vermutlich aus der Klasse SP3 kommen. Da in der Gruppe H nur noch Fahrzeuge teilnehmen dürfen, die vor 1995 gebaut wurden, mussten viele Teams in die Klasse SP3 wechseln. In dieser Klasse starten auch die Titelverteidiger Jürgen und Heinz-Otto Fritzsche sowie Marco Wolf. Auf einem Opel Astra GTC genügte den drei Piloten des Kissling Teams ein Vorsprung von 0,48 Punkten auf Mario Merten und Wolf Sylvester, um sich im Vorjahr den Titel zu sichern. Diesen gilt es 2008 zu verteidigen, wenn die Saison nun am 12. April 2008 mit dem 33. VLN1 4-Stunden-Rennen beginnt.
(Text: Matthias Behrndt, Michael Behrndt ) |
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