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LMS 1000km Monza: Zockersieg
30.04.2008
Auch bei den 1000 Kilometern von Monza siegte Peugeot, wenn auch durch ein Manöver, dass die Grenze zur Unsportlichkeit streifte. 15 Runden vor Schluss führte der Audi von Rockenfeller/Premat. Pedro Lamy auf dem schnelleren Peugeot 908 kürzte die Schickane ab und ging regelwidrig am Audi vorbei. Nachdem er den Ingolstädter Diesel hatte wieder passieren lassen, kassierte er eine Stop-and-go-Strafe, weil er in einer Gelbphase ein Auto überrundet hatte. Statt aber an der Box seine Strafe abzuleisten, blieb der Portugiese eine weitere Runde auf der Strecke und attackierte den Audi-Piloten Rockenfeller so hart, dass an dessen LMP1-Prototyp eine Felge brach, worauf dieser langsam an die Box humpeln musste. Damit war der Sieg des Audi verloren Lamy hatte jetzt genug Zeit um an der Box zu stoppen, seine Strafe abzuleisten und dannach ungefährdet die Führung zu übernehmen. Danach fuhr er den Sieg in aller Ruhe nach Hause. Rockenfeller und Prémat mussten sich mit Platz zwei begnügen statt den eigentlich ungefährdeten Sieg zu holen. Während sich Lamy ungerührt zeigte: "Das ist Racing, dafür sind wir hier", war Prémat ganz anderer Meinung: "Ich denke, dass das von Peugeot sehr unfair war". Von einem Protest sah Audi dann aber doch ab.
Es waren ein turbulentes 1000-Kilometer Rennen auf der traditionsreichen italienischen Strecke. Marc Gene und Nicolas Minassian im zweiten Peugeot hatten mehr als die Hälfte des Rennens geführt, verloren dann sechs Runden wegen eines Problems am Antrieb. Am Ende war nur der fünfte Platz drin. Der zweite Audi R10 TDI mit Dindo Capello und Allan McNish dagegen verlor in Monza alle Chancen auf den Sieg bereits in der Anfangsphase des Rennens, als Capello bei hoher Geschwindigkeit in eine Kollision verwickelt wurde. Dabei wurde der rechte Hinterreifen seines Audi aufgeschlitzt. Capello hatte das Glück, sich beim vehementen Aufprall auf die Leitplanken nicht zu überschlagen. Der Italiener überstand den Unfall unverletzt. Innerhalb von nur vierzehneinhalb Minuten wurde das stark beschädigte Fahrzeug repariert. Vom 42. Platz kämpften sich Capello/McNish bis auf Rang fünf nach vorne. Ein Reifenschaden warf sie wenige Minuten vor Rennende wieder auf Rang sechs zurück. Stefan Mücke und Jan Charouz waren mit dem Lola-Aston Martin erneut die schnellsten Benziner. Nach einer guten Qualifikation und der fünftschnellsten Zeit konnte Mücke im Rennen Führungsluft schnuppern, bis die Elektronik streikte und deren Reparatur 15 Runden an der Box kosteten. Ohne diesen Zeitverlust wäre erneut ein Podestplatz drin gewesen. Stattdessen holten sich die Pescarolo-Piloten Harold Primat und Christophe Tinseau die Trophäe für den dritten Platz.
In der LMP2-Klasse gelang den Porsche RS Spyder ein Dreifachsieg. Nach fünf Rennstunden auf dem 5,793 Kilometer langen Traditionskurs feierten die beiden Dänen John Nielsen und Casper Elgaard vom Essex-Team ihren ersten Saisonsieg vor Jos Verstappen und Peter van Merksteijn aus den Niederlanden, die für das Team Van Merksteijn Motorsport das Auftaktrennen gewonnen hatten. Dritte wurden Jan Lammers (Niederlande), Fredy Lienhard (Schweiz) und Didier Theys (Belgien) vom Schweizer Horag-Team auf dem Podium. Den Porsche-Erfolg rundeten die Teams aus der GT2-Klasse mit einem Doppelsieg ab. Porsche-Werksfahrer Richard Lietz (Österreich) und Raymond Narac (Frankreich) holten den ersten Sieg des 911 GT3 RSR in der LMS-Saison 2008. Richard Westbrook (Großbritannien), Allan Simonsen (Australien) und Lars Erik Nielsen (Dänemark) wurden Zweite in der Klasse. Bei den grossen GT1 dagegen holten sich nach hartem Kampf Garcia/Enge auf Aston Martin den Sieg vor Beretta/Moreau/Goueslard auf Chevrolet Corvette. Dramatisch war der schwere Unfall von Stéphane Ortelli. Beim Anbremsen in die Schikane stellte sich sein Courage quer, bekam Unterluft und hob ab. Nach mehreren Überschlägen blieb das Auto völlig zerstört auf der Seite an der Leitplanke liegen. Die Überlebenszellen der Sportwagen sind mittlerweile jedoch so stabil, dass sich der Franzose lediglich ein Fußgelenk brach. Möglicherweise war ein Bremsdefekt Ursache für den Abflug. In der Fahrerwertung der Le Mans-Serie führen Prémat/Rockenfeller. Nach zwei zweiten Plätzen haben sie zwei Punkte Vorsprung auf das Peugeot-Duo Marc Gené/Nicolas Minassian. Der nächste Lauf findet im belgischen Spa-Francorchamps vom 9. bis zum 11. Mai statt.
(Text: Rainer Roßbach)
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