Adenauer-Rundstrecken-Trophy: Generalprobe mit drei Weltmeistern

15.05.2008

VLN4
Start frei zum dritten Saisonrennen.
Doppelpfeil

Der letzte Lauf zur BF-Goodrich-Langstreckenmeisterschaft vor dem diesjährigen ADAC-24-Stunden-Rennen am 24. und 25. Mai lockte zahlreiche Teilnehmer und Zuschauer zu einer Standortbestimmung in die Eifel. Während die Gesamtsieger der beiden ersten Rennen, Manthey Racing und HISAQ Competition, ihre Porsche 997 GT3 RSR mit Blick auf den Langstrecken-Marathon schonten und dem Rennen fern blieben, nutzen viele Teams den Lauf als letzten Test für Fahrer und Fahrzeug.

Drei Weltmeister waren in der Eifel am Start. Während Hans-Joachim Stuck und Klaus Ludwig ausgewiesene Nordschleifen-Experten sind, ging der ehemalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz mit Giniel de Villiers und Hans-Joachim Stuck auf einem VW Golf an den Start, um erste Erfahrungen auf der Nürburgring-Nordschleife zu sammeln. Volkswagen-Motorsport wird mit insgesamt drei Scirocco beim 24-Stunden-Rennen antreten.

Erste Runden in der grünen Hölle drehte auch der Lexus LF-A mit den Japanern Akihiko Nakaya, Takayuki Kinoshita und Akira Iida am Steuer. Takayuki Kinoshita ist bereits fünfmal beim 24-Stunden-Klassiker in der Eifel gefahren. Das Tempo an der Spitze konnten sie zwar noch nicht mitgehen, aber der durch Probleme der Gegner begünstigte Klassensieg vom vergangenen Wochenende lässt auf ein gutes Abschneiden in zwei Wochen hoffen.

Im morgendlichen Qualifikationstraining sicherten Claudia Hürtgen, Stian Sorlie und Görannson Richard für Schubert Motorsport die Pole Position. Mit dem BMW Z4 M Coupé gelang ihnen eine Bestzeit von 8:26.466 Minuten. Die erste Startreihe komplettierten Michael Bäder und Tobias Hagenmeyer in einem weiteren BMW Z4 M Coupé. Der Rückstand betrug gerade einmal zwei Zehntel Sekunden. Dritter wurde das Zakspeed Team. Tom Coronel und Sascha Bert fehlten in der Dodge Viper GTS-R weniger als zwei Sekunden auf den Schubert-BMW. Im zweiten Renneinsatz des Hankook/H&R-Spezialfedern-Porsche 997 Turbo starteten Jürgen Alzen, Markus Gedlich und Christian Menzel als bestes Porsche-Team von Rang vier.

Bereits in der ersten Runde konnten die Zakspeed-Viper und der Turbo-Porsche an den beiden BMWs vorbei ziehen. Dahinter folgten auf Rang fünf Stefan Kissling und Hannu Luostarinen in der von Kissling-Motorsport eingesetzten Chevrolet Corvette. Während der Schubert-BMW im Verlauf der zweiten Runde auch die Kissling-Corvette vorbei lassen musste, rollte der Porsche 997 GT3 RSR von Wolfgang Land, pilotiert von Marc Basseng, Johannes Stuck und Patrick Simon, zu seinem ersten, unplanmäßigen Stopp an die Boxen. Nach nur einer Runde über die Grand-Prix-Strecke steuerte Johannes Stuck den Porsche erneut in die Boxengasse. Später im Rennen drehte das Team noch einige Runden, die als Testfahrt für das 24 Stunden Rennen dienten.

VLN4
Fotolöcher für Hobbyfotografen.
Doppelpfeil

Mit dem neuen Porsche-Modell 997 und der Fahrerpaarung Marc Basseng und Johannes Stuck, lief es in der Saison 2008 für Land-Motorsport noch nicht ganz rund. Im letzten Jahr konnte das Duo Basseng/Henerici fünf Rennen gewinnen. In diesem Jahr fehlt noch ein zählbares Resultat und so dürfte in zwei Wochen schon eine Zielankunft als Erfolg gelten. Zwei weitere Top-Autos waren ebenfalls frühzeitig in der Box. Bei Kissling Motorsport erlaubte eine defekte Benzinpumpe lediglich kurze „Stints“. Nur fünf Runden waren möglich, bevor das amerikanische „Hubraummonster“ wieder Benzin fassen musste. Ähnlich erging es Oliver Kainz und Willie Moore im BMW M3 von Scheid Motorsport. Ein Ölleck zwang den „Eifelblitz“ nach fünf Runden an die Boxen. Am Ende war aufgrund der zusätzlichen Stopps nur ein neunter Gesamtrang möglich.

An der Spitze bot sich zunächst ein gewohntes Bild. Die Zakspeed-Viper drehte vor dem Turbo-Porsche von Jürgen Alzen und den BMW Z4 von Getrag und Schubert ihre Runden. In Runde neun musste sich die führende Zakspeed-Mannschaft vom Traum des Gesamtsiegs verabschieden. Ölverlust lautete die Diagnose. Wieder verhinderte ein technischer Defekt ein Topresultat für das schnellste Team der ersten drei Saisonrennen. Im Hankook/H&R-Spezialfedern-Porsche 997 Turbo übernahmen Alzen, Gedlich und Menzel die Spitze.

Dahinter lagen die beiden BMW Z4, gefolgt von Andreas und Ralf Schall, die in ihrem Opel-Astra-V8 erneut von Volker Strycek unterstützt wurden. Nach etwa zwei Stunden musste auch der führende Turbo-Porsche wegen eines technischen Defekts auf der Döttinger Höhe aufgeben. Somit lagen die beiden BMW aus der ersten Startreihe wieder vorne. Ohne die überlegenen Porsche von Manthey Racing und HISAQ Competition entwickelte sich nun ein spannender Kampf um den Gesamtsieg. Aber auch das Duell um Rang drei war bemerkenswert. Auf diese Position hatten sich inzwischen Stanislav Gryazin und Valeriy Gorban in einem von Wagner Motorsport eingesetzten Porsche 996 GT3 RSR vorgearbeitet. In Schlagdistanz, auf Rang vier, lag der Schall-Opel Astra. So boten sich den zahlreichen Fans entlang der Nordschleife packende Duelle um die Podiumspositionen.

Nach 22 Runden lag unverändert der Getrag BMW an der Spitze, gefolgt vom Z4 des Schubert-Teams. Gerade einmal 0,9 Sekunden trennten die beiden BMW zu diesem Zeitpunkt. Nach den letzten planmäßigen Boxenstopps machte der Schall-Opel-Astra beständig Boden auf den Wagner-Porsche gut. Während sich Bäder/Hagenmeyer leicht vom Schubert-BMW absetzen konnten, wurde der Rückstand des Schall-Astras immer geringer.

VLN4
Rang fünf für das Duo Schmitz/Abbelen.
Doppelpfeil

In der 26. Runde war es dann um die Podiumsplatzierung von Gryazin/Gorban geschehen. Schall/Schall/Strycek hatten den Porsche nieder gerungen und konnten sich ihrerseits leicht absetzen. Nur zehn Sekunden vor Ablauf der 4-Stunden-Marke überquerte die Getrag-Mannschaft die Start-und-Ziel-Linie und zwang so allen Teilnehmern eine weitere Rennrunde auf. Am Ergebnis änderte das jedoch nichts mehr, Michael Bäder und Tobias Hagenmeyer gewannen auf BMW Z4 M Coupé mit 19,249 Sekunden Vorsprung vor dem zweiten Z4 von Hürtgen/Sorlie/Görannson und Schall/Schall/Strycek im Opel Astra V8 Coupé.

Damit endete eine 15 Rennen dauernde Siegesserie von Porsche. Den letzten Sieg einer anderen Marke erlebten die Zuschauer, als das Getrag-Team 2006 das 6-Stunden-Rennen für sich entscheiden konnte. Hinter Gryazin/Gorban im Porsche 996 GT3 RSR belegten Sabine Schmitz und Klaus Abbelen im Porsche 997 Rang fünf.

Mit dem dritten Klassensieg in der Honda-Civic-Cup-Klasse übernahmen Jürgen Nett und Rolf Schütz die Meisterschaftsführung in der BF-Goodrich-Langstreckenmeisterschaft 2008. Damit zählt das Fuchs-Personal-Team-Nett auch beim kommenden ADAC-24-Stunden- Rennen zu den Topfavoriten in dieser Klasse.

Eindeutig war auch der Sieg in der Klasse SP11. Henning Meyersrenken und Sportwagenweltmeister Klaus Ludwig nahmen in ihrem BMW 335d GTR den Zweitplatzierten Böckmann/Uhler/Kremp im Ford Focus BR07 fünf Runden ab.

Das nächste Rennen in der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft findet am 21. Juni statt. Ausrichter des 48. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennens ist der Dortmunder-Motorsport-Club e.V. Zuvor messen sich viele der Teams aber noch im 36. ADAC 24 Stunden Rennen, das vom 22.-25. Mai auf dem Nürburgring ausgetragen wird.

VLN4 VLN4 VLN4
Meisterschaftsführung für das Fuchs Personal Team Nett.
Doppelpfeil
Fliegender Lexus LF-A testete für das 24h Rennen.
Doppelpfeil
FIA-Zäune sollen beliebte Zuschauerplätze schützen.
Doppelpfeil
 
VLN4 VLN4 VLN4
Traumhaftes Eifelwetter.
Doppelpfeil
Sainz/de Villiers/Stuck im Werks-VW Golf.
Doppelpfeil
Viel Verkehr auf der Nürburgring Nordschleife.
Doppelpfeil
 
VLN4 VLN4 VLN4
Glückloser Porsche 997 Turbo von Alzen/Gedlich/Menzel.
Doppelpfeil
Erneut Platz drei für Schall/Schall/Strycek.
Doppelpfeil
Der Getrag-BMW zeigt der Konkurrenz die Rücklichter.
Doppelpfeil
 
VLN4 VLN4 VLN4
Fahrzeugvielfalt in der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft.
Doppelpfeil
Meyersrenken/Ludwig im Dieselspeed-BMW.
Doppelpfeil
Nach Pole Position Rang zwei für Schubert Motorsport.
Doppelpfeil
 

(Text: Matthias Behrndt/Michael Behrndt )
(Fotos: Matthias Behrndt/Michael Behrndt)